Fußball

"Wer es nicht schafft ..." HSV-Coach gibt Fußballspruch des Jahres ab

HSV-Trainer Thioune rechnet noch mit mehreren coronabedingten Spielausfällen in der 2. Fußball-Bundesliga. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Ein Mann der klaren Worte.

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild)

Mittlerweile trainiert Daniel Thioune den Hamburger SV, seinen "Fußball-Spruch des Jahres" aber gibt er noch als Coach des VfL Osnabrück ab. Seine Wortmeldung zur Diskussion um Bakéry Jatta hat so viel Eindruck hinterlassen, dass sie einen Preis bekommt.

HSV-Coach Daniel Thioune hat den "Fußballspruch des Jahres" zum Besten gegeben. Das gab die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur bekannt, die den Fußball-Kulturpreis 2020 in vier Kategorien vergeben hat. Der 46 Jahre alte Thioune hatte sich noch als Trainer des Ligarivalen VfL Osnabrück kritisch über jene Klubs geäußert, die im Zusammenhang mit dem Fall Bakéry Jatta Einspruch gegen die Wertung ihrer Spiele gegen den Hamburger SV in der 2. Liga einlegten. Jatta, an dessen Identität es Zweifel gegeben hatte, war in diesen Partien zum Einsatz gekommen, die unterlegenen Klub hofften auf Punkte am Grünen Tisch.

"Wer es nicht schafft, gegen den HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen", hatte der damalige VfL-Trainer Thioune gesagt.

Thioune, der vor seinem Wechsel nach Hamburg mit Osnabrück erst den Aufstieg in die 2. Bundesliga und dann den souveränen Klassenerhalt im Unterhaus geschafft hatte, sagte damals außerdem: "Ich kann vielleicht noch ein bisschen besser als andere nachvollziehen, was für extrem schwere Lebenswege viele Flüchtlinge hinter sich haben." Diese Tatsache "zu berücksichtigen, muss gerade in dieser Zeit zu unseren Werten gehören", betonte der in Osnabrück aufgewachsene Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen.

Der 46-Jährige folgt als Preisträger auf Imke Wübbenhorst und ihre Aussage "Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf." So hatte die Trainerin, damals beim BV Cloppenburg und inzwischen bei den Sportfreunden Lotte beschäftigt, die Frage danach beantwortet, ob sie sich extra bemerkbar mache, bevor sie die Kabine ihrer Männer-Mannschaft betrete - damit diese sich im Zweifelsfall noch schnell eine Hose anziehen könnten.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa