Fußball

"Schlimmste, was passieren kann" Pläne für CL-Reform lösen Unverständnis aus

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Ob das gut geht?

(Foto: picture alliance / Valentin Flau)

Mehr Teilnehmer, mehr Spiele, mehr Sicherheit für große Klubs - das sehen die Reformpläne für die Champions League. Abseits des ganz großen Geldes stößt das jedoch nicht gerade auf Begeisterung. Die europäische Königsklasse sähe künftig komplett anders aus.

Rudi Völler hat harsche Kritik an der bevorstehenden Champions-League-Reform geübt. "Was ich total schlecht finde, ist, wenn die Champions League von 32 auf 36 Teams aufgestockt wird und die vier Klubs kommen über einen Koeffizienten rein, der mit dem Abschneiden in der aktuellen Saison nichts zu tun hat", wetterte der Sport-Geschäftsführer von Bayer Leverkusen im Aktuellen Sportstudio des ZDF: "Das ist eine unglaubliche Ungerechtigkeit, und das hat dann auch nichts mehr mit Fair Play zu tun."

Er finde den jetzigen Modus am besten. Wenn das Leistungsprinzip ausgesetzt werde, "dann ist dies das Schlimmste, was dem Fußball passieren kann". Er appellierte an Rainer Koch, Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Mitglied im Exekutiv-Komitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA), "ein Zeichen zu setzen". Man könne alles verändern, "aber wenn ein oder zwei Mannschaften reinrutschen, weil sie acht Jahre vorher die Champions League gewonnen haben, das können doch nicht mal die eigenen Fans solcher Vereine gutheißen".

Angedacht ist von der UEFA ein Modell, wonach 19 von 36 Startplätzen von den großen fünf Nationen belegt werden. Dazu soll es noch zwei bis drei Startplätze über die Zehn-Jahres-Rangliste der Klubs geben. So würden Vereine, die sich über die Liga nicht qualifiziert haben, von ihren Erfolgen vergangener Tage profitieren. Die Entscheidung über die Reform der Königsklasse soll nun am 19. April fallen.

Darüber hinaus soll sich die Zahl der Spiele von 125 auf bis zu 225 steigen. Statt einer Gruppenphase würde es eine große Liga geben, wie der "Kicker" berichtet. Jede Mannschaft würde zehn Partien austragen, die Gegner würden aus vier Töpfen mit je neun Klubs gelost. Die acht besten Vereine dieser Vorrunde wären direkt für das Achtelfinale qualifiziert, die Plätze 9 bis 24 sollen in einem Playoff die acht weiteren Achtelfinalisten ausspielen.

Kritisiert wird an dieser Reform neben der steigenden Zahl an Spielen vor allem, dass die Champions League dadurch noch einmal mehr zu einer geschlossenen Gesellschaft der Topklubs wie FC Bayern, Real Madrid und Manchester City verkommen werde. Während in den letzten Jahren des Europapokals der Landesmeister noch Steaua Bukarest (Rumänien), die PSV Eindhoven (Niederlande) oder Roter Stern Belgrad (Jugoslawien, heute Serbien) den Wettbewerb gewinnen konnten, gibt es in der Champions League seit Einführung zur Saison 1992/93 nur drei Sieger, die nicht aus Bundesliga (vier Titel), Serie A (fünf Titel), Premier League (fünf Titel) und Primera Division (elf Titel) kamen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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