Fußball

Mehr Teams, Investoren, Fairplay Die Königsklasse wird nie wieder wie sie war

imago0049953141h.jpg

Die Champions League wird wohl grundlegend reformiert.

(Foto: imago images/motivio)

Die Reform der Champions League steht wohl unmittelbar bevor und bringt gravierende Änderungen mit sich: Neben zusätzlichen Teams geht es auch um die Öffnung und den Einfluss von Investoren und eine Deregulierung des Financial Fairplay. Der Widerstand wächst.

Die mächtigsten Männer des europäischen Fußballs schmieden ihre Zukunftspläne in diesen Tagen gleich an mehreren Fronten. Während die Reform für eine "neue" Königsklasse wohl unmittelbar bevorsteht, ist offenbar bereits eine noch deutlich schwerwiegendere Veränderung geplant. Es geht um die Öffnung für Investoren, den Einfluss von Geldgebern und eine Deregulierung des Financial Fairplay.

Dabei sollte nun eigentlich erst einmal Ruhe einkehren. Denn am Mittwoch wird wohl das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) mit DFB-Vizepräsident Rainer Koch zunächst die tiefgreifenden Änderungen an der Champions League ab 2024 durchwinken und den Top-Klubs damit eine millionenschwere Sicherheit bieten. Die Abspaltung der großen Vereine, die zuletzt immer wieder Thema gewesen war, dürfte damit vom Tisch sein.

Dies sei "der einzige Weg", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke unlängst mit Blick auf die Reform, "um eine Super League der internationalen Topklubs zu verhindern". Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hofft künftig auf einen Wettbewerb, der "viel spektakulärer und lebhafter als die jetzige Gruppenphase" ist. Und Bayern-Vorstand Oliver Kahn verspricht "sich neue Einnahmepotenziale".

Kein Limit mehr für Investoren?

Mehr Teilnehmer, mehr Spiele und mehr Geld: Der grobe Plan steht zwar, doch gegen Teile des Vorhabens wächst vor der Entscheidung der Widerstand. Klar ist bislang, dass künftig 36 statt 32 Teams im sogenannten "Schweizer Modell" in der Vorrunde antreten. Doch einige ungeklärte Fragen bergen Zündstoff. Wie viele Spiele soll es geben? Wie werden die zusätzlichen Plätze vergeben? Und wie hoch fallen die Zahlungen für Klubs aus, die nicht am Wettbewerb teilnehmen? So streitet der Ligaverband European Leagues mit der UEFA weiterhin über Details. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich nach SID-Informationen den Positionen der European Leagues angeschlossen. Anders als die einflussreiche Klubvereinigung ECA, deren Präsident Andrea Agnelli das Vorhaben jüngst bereits als "bahnbrechend" bezeichnet hatte.

Teile der Fans aus Deutschland laufen dagegen schon seit Wochen Sturm, noch mehr Spiele im rappelvollen Kalender sind für sie ein Unding. Eine "weitere Aufblähung" lehnt etwa das Bündnis "Unsere Kurve" strikt ab. Die neuen Berichte über die möglichen UEFA-Pläne zum Financial Fairplay (FFP) dürften die Gemüter noch weiter erhitzen. Laut "kicker" könnte das Limit für Investorengelder komplett aufgehoben werden. Während Geldgeber bislang innerhalb von drei Jahren maximal 30 Millionen Euro Defizit eines Vereins ausgleichen durften, könnten sie dann ungezügelt Geld zuschießen. Die DFL soll den 36 Profiklubs bereits ein entsprechendes Papier der UEFA präsentiert haben.

Die UEFA hielt sich zunächst allerdings bedeckt. Der Verband prüfe "in Absprache mit allen relevanten Interessengruppen und unter Berücksichtigung der sich entwickelnden Umstände ständig, wie das FFP verbessert werden kann", hieß es auf SID-Anfrage. Derzeit gebe es aber "keine Entscheidungen oder irgendwelche Ankündigungen". Für Mittwoch steht das Thema zumindest noch nicht auf der Tagesordnung. Insbesondere in Deutschland ging der Tenor bislang eigentlich in eine gänzlich andere Richtung. So hatte sich die "Taskforce Zukunft Profifußball" der DFL vielmehr eine "konsequente Umsetzung eines verschärften Financial Fairplay" auf die Fahne geschrieben - und keine weiteren Aufweichungen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.