Fußball

"Lahmarschig, bequem, langsam" Reus verletzt, Zorc sauer, Frust beim BVB

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Viel Frust für Marco Reus: Der Kapitän erlebten seinen zweiten Werder-Alptraum.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Borussia Dortmund muss sich schon früh von der ersten Titelchance verabschieden. Die Nachwehen des überraschenden Pokal-Aus gegen Werder Bremen sind schmerzhaft. Der bittere Pokal-Abend kann doppelt teuer werden.

Für Marco Reus endete das Pokalspiel seines Vereins Borussia Dortmund bei Werder Bremen gleich doppelt bitter: Beim 2:3-Pokalaus zog sich der Nationalspieler auch noch eine Muskelverletzung zu und wird dem BVB für längere Zeit fehlen. Reus war in der 89. Minute für Neuzugang Emre Can ausgewechselt worden, unmittelbar vorher hatte er eine Großchance zum 3:3 ausgelassen.

Nach einer ersten Einschätzung der medizinischen Abteilung des Bundesliga-Dritten wird Reus erst in vier Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können, wie schnell er danach wieder für einen Pflichtspieleinsatz infrage kommt, ist ungewiss. Die Verletzung dürfte schlimme Erinnerungen wecken: Schon im Februar 2019 scheiterte Borussia Dortmund im Achtelfinale des DFB-Pokals an Werder Bremen (2:4 n.V.), Reus, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich, musste zur Halbzeit mit einer Muskelverletzung vom Feld - und fiel danach wochenlang aus.

Damals führte Borussia Dortmund die Tabelle der Fußball-Bundesliga noch mit drei Punkten vor dem FC Bayern München an, in den Wochen danach verspielten die Schwarz-Gelben ihren Vorsprung jedoch noch und mussten sich am Ende der Saison mit der Vize-Meisterschaft begnügen. In dieser Saison mischt Dortmund auch wieder an der Tabellenspitze mit, ist diesmal jedoch nur der Verfolger: Mit drei Punkten Rückstand auf Bayern München und zwei auf RB Leipzig liegt man auf Rang drei. Nach einem erfolgreichen Rückrundenstart mit drei Siegen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte folgen nun entscheidende Wochen, will man bis zum Ende um die erste Meisterschaft seit 2012 mitspielen.

"Wirkten nicht so, als wüssten wir, worum es geht"

Unter anderem steht Borussia Dortmund vor schweren Auswärtsaufgaben bei Bayer Leverkusen und Anfang März in Mönchengladbach, auch nach Bremen müssen die Dortmunder zwischendurch noch einmal reisen. Bei all diesen Partien wird Reus wohl fehlen, sicher nicht dabei sein wird er im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Paris St. Germain, dem Team von Ex-Trainer Thomas Tuchel (18. Februar, 21 Uhr im Liveticker auf ntv.de).

BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat derweils die Vorstellung der Mannschaft vor allem in den ersten 45 Minuten scharf kritisiert: "Wir sind dafür bestraft worden, dass wir in der ersten Hälfte lahmarschig, bequem und langsam gespielt haben. Wir haben nicht so gewirkt, als wüssten wir, worum es geht", sage er am Mittwoch dem "Kicker". Das Achtelfinal-Aus tue sehr weh, "es ist nicht zu reparieren. Die Niederlage war vermeidbar, aber letztlich verdient." Julian Brandt hatte schon am Abend nach dem 2:3 bezeichnend festgestellt: "Es hat ein bisschen die Gierigkeit gefehlt, Tore schießen zu wollen."

Und zu all dem Frust kommt jetzt auch noch der Ausfall des Kapitäns.

Quelle: ntv.de, ter