Fußball

Darum kann Schalke nicht spielen Türkgücü erklärt sich in der Pokal-Posse

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Aufsteiger ja, Pokalteilnehmer nein: Für Türkgücü passt da was nicht.

(Foto: imago images/Passion2Press)

Der FC Schalke 04 ist noch nicht im DFB-Pokal angetreten. Weil das Spiel der Gelsenkirchener spontan abgesagt wurde. Der bis dato vermeintlich unbeteiligte Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München hatte geklagt. Nun erklärt der Präsident die Posse.

Im Rechtsstreit um die Teilnahme am DFB-Pokal hat Türkgücü-Präsident Hasan Kivran dem 1. FC Schweinfurt die Schuld an dem Schlamassel gegeben. Der Unternehmer behauptete in einem Interview der "Welt", er habe nur deshalb gegen die Cup-Partie der Schweinfurter beim FC Schalke 04 geklagt, weil die Unterfranken ihrerseits im Sommer einen Wortbruch begangen hätten.

Das Münchner Landgericht erließ nach der kurzfristigen Klage eine Einstweilige Verfügung, weswegen der DFB das Pokalspiel absagte. Das für Sonntag geplante Spiel ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat inzwischen Widerspruch eingelegt und ist zuversichtlich, dass das Landgericht dann gegen Türkgücü entscheiden werde, wie ein Sprecher sagte.

Der FC Schalke ist nach der Posse empört und kritisiert die vorläufige Spielabsage heftig. "Ausdrücklich betonen möchte ich, dass sich meine Kritik nur auf den Verband, nicht aber auf Türkgücü München bezieht", sagte Sportvorstand Jochen Schneider bei Sport1. Deshalb könne er auch nicht nachvollziehen, "warum der Bayerische Fußballverband jetzt versucht, den Fehler bei Türkgücü zu suchen". Es sei "einfach nicht nachvollziehbar, warum der bayerische Vertreter erst eine Woche vor Austragung der ersten DFB-Pokal-Runde bestimmt wurde", sagte Schneider.

Absprache gebrochen?

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Hasan Kivran beklagt ein gebrochenes Versprechen.

(Foto: imago images/Krieger)

Hintergrund des Zwists war der Plan des BFV, Türkgücü als Tabellenführer der wegen der Corona-Krise unterbrochenen Regionalliga als Aufsteiger für die 3. Liga zu melden. Schweinfurt hätte als Zweitplatzierter dafür am DFB-Pokal teilnehmen dürfen. Kivran selbst bestätigte, dass er diesem Kompromiss noch Ende Juli bei einem Treffen mit BFV-Präsident Rainer Koch zugestimmt habe. Dann aber habe Schweinfurt gegen die Türkgücü-Lizenz für die 3. Liga vorgehen wollen, sagte Kivran. "Für uns gab es fortan keine Veranlassung mehr, uns an überholte Absprachen zu halten." Die Schweinfurter schweigen bislang zu den Vorwürfen.

Sollte ein Gericht dem BFV recht geben und Schweinfurt gegen Schalke spielen dürfen, wolle Türkgücü "auf jeden Fall" auf Schadenersatz klagen, kündigte der Vereinspräsident an, "weil wir die Absprachen eingehalten haben, solange sie Schweinfurt eingehalten hat". Sollte Türkgücü dagegen im DFB-Pokal spielen dürfen, dann werde die Partie "möglicherweise im Olympiastadion" ausgetragen, sagte Kivran. Neben der Erstrundenprämie von 137.000 Euro plus 30.000 Euro Bonus gehe es um Werbung für den Verein. "Sky würde unser Spiel übertragen, das wäre für unser Image und Bekanntheitsgrad wichtig. Die Folgeerlöse aus so einem Livespiel können langfristig immens sein."

Quelle: ntv.de, ara/dpa