Technik

FritzOS 7 macht vieles besser Großes Fritzbox-Update startet

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FritzOS 7 bringt viele neue Funktionen auf die Fritzbox.

(Foto: AVM)

AVM beginnt, FritzOS 7 zu verteilen. Es handelt sich dabei um ein sehr umfangreiches Update, das viele Neuerungen und Verbesserungen auf die Fritzboxen bringt. Zwei Flaggschiffe werden zuerst aktualisiert, viele weitere folgen.

FritzOS 7 ist eines der größten Fritzbox-Updates, das AVM in den vergangenen Jahren herausgebracht hat. Insgesamt beinhaltet es 77 Neuerungen und Verbesserungen für die beliebten Router, die die Geräte unter anderem schneller, vielseitiger und sicherer machen. Zunächst erhalten die Flaggschiffe 7580 und 7590 die Aktualisierung, viele weitere Fritzboxen folgen in den kommenden Wochen und Monaten. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Stärkeres WLAN, bessere Übersicht

FritzOS 7 unterstützt die WLAN-Standards 11v und 11k bei Band Steering (Idle Steering), wodurch moderne WLAN-Geräte schneller zwischen Frequenzbändern wechseln können - auch bei bestehender Verbindung. Außerdem sieht man jetzt in der grafischen Mesh-Übersicht auf der Benutzeroberfläche der Fritzbox auch Angaben zur Verbindungsqualität von Festnetz-Telefonen. Sind automatische Updates aktiviert, werden jetzt auch AVM-Repeater und Powerline-Produkte im Mesh automatisch aktualisiert.

Mehr Komfort und Tempo

Die neue Funktion "Zero Wait DFS" (Dynamic Frequency Selection) soll Wartezeiten im 5-Gigahertz-Band deutlich verkürzen, wenn auch Kanäle genutzt werden, in denen Radaranlagen (zum Beispiel von Flugsicherung, Militär, Wetterdiensten) Vorrang haben.

Für 4x4-WLAN-Router wie die Fritzboxen 7580 und 7590 hat AVM die Funkkanalbandbreite von 80 auf 160 Megahertz (MHz) erweitert. Für neueste WLAN-Geräte, beispielsweise Notebooks, lassen sich so doppelte Durchsatzraten erzielen.

Ausgebautes Mesh-Netzwerk

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Fritzbox, Powerline-Adapter und Repeater spannen unter FritzOS 7 ein noch besseres Mesh-Netzwerk.

(Foto: kwe)

Unter FritzOS 7 können zusätzliche Fritzboxen als Mesh-Repeater eingesetzt werden. Sie lassen sich wie Repeater und Powerline-Geräte einfach per Knopfdruck einbinden. Durch die Einbindung weiterer Fritzboxen werden auch Telefonie und Smart Home mesh-fähig. So stehen alle Telefoniefunktionen der zentralen Fritzbox für jede als Mesh-Repeater integrierte Fritzbox und die an ihr angeschlossenen Telefone zur Verfügung (Telefonie-Mesh). Ebenso können mehr DECT-Smart-Home-Geräte erreicht und genutzt werden (Smart-Home-Mesh). Alle Einstellungen für WLAN-Mesh und Telefonie-Mesh verwaltet man an der zentralen Fritzbox.

Vereinfachter Hotspot

Anwender können leichter einstellen, ob sie Gästen einen offenen oder einen passwortgeschützten privaten WLAN-Zugang anbieten möchten. Bei beiden Versionen surfen die Gäste ohne Zugriff auf das Heimnetz.

Ausgebautes Smart Home

Jetzt ist es möglich, im Smart Home auch Geräte anderer Hersteller einzusetzen, die das HAN-FUN-Protokoll unterstützen. Andere, gängigere Standards wie Zigbee oder Z-Wave unterstützt die Fritzbox aber noch nicht.

Mit FritzOS 7 kann man neue Smart-Home-Vorlagen erstellen und als Schablonen für unterschiedliche Anwendungen verwenden. Nutzer, die beispielsweise im Früh- und Spätdienst arbeiten, können sich jeweils eine Smart-Home-Vorlage erstellen und diese mit einem Klick wechseln.

Besser informiert

Mit dem neuen FritzOS wird die Aktivierung von MyFritz vereinfacht. Die Funktion erlaubt den Zugang von zuhause oder unterwegs auf Dienste der Fritzbox wie Anrufbeantworter, Anrufliste, NAS oder Smart Home. Browserwarnungen beim Zugriff von unterwegs sind durch SSL-Zertifikate von "letsencrypt.org" Geschichte. Neu ist auch die Möglichkeit, sich wöchentlich oder monatlich Fritzbox-Berichte mailen zu lassen.

Nützlichere FritzFons

FritzOS 7 bringt auch Verbesserungen für mit der Fritzbox verbundene FritzFons. Bei Telefonaten wird jetzt der entsprechende Orts- oder Ländername im Display angezeigt und Nutzer können bis zu fünf eigene Klingeltöne hinzufügen. Jetzt ist es außerdem möglich, ein Update der Fritzbox mit dem Telefon zu starten und mit der neuen Zeitsteuerung für Rufumleitungen können Anwender flexibel festlegen, ob und wann bestimmte Rufumleitungen aktiv sind.

Schnelleres NAS

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Für die Fritzbox 6590 Cable gibt es das Update noch nicht offiziell, aber als Labor-Version.

(Foto: AVM)

Die Datenübertragung bei USB-Sticks oder -Festplatten an der Fritzbox wird durch das Update deutlich erhöht. Außerdem hat AVM die Web-Oberfläche von FritzNAS neu gestaltet und für unterschiedliche Ausgabegeräte optimiert.

Fit für Business-Anschlüsse

Mit dem sogenannten SIP-Trunk ermöglicht die Telekom seit einigen Monaten ihren Geschäftskunden einen einfachen Umstieg von ISDN- auf IP-basierte Anschlüsse. Fritzboxen unterstützen jetzt bis zu 20 Durchwahlrufnummern für direkt angeschlossenen Telefone. Sind im gebuchten Tarifpaket mehr als 20 Durchwahlnummern enthalten, lassen sich diese mit einer ISDN-TK-Anlage für den Anlagenanschluss über den internen S0-Bus der Fritzbox nutzen. Unterstützt werden die Tarife "Deutschland LAN SIP-Trunk" sowie "Deutschland LAN SIP-Trunk Pooling".

Umzug leicht gemacht

Wenn man eine neue Fritzbox kauft, muss man DECT-Geräte wie Telefon oder Heizkörperregler nicht mehr manuell einbinden. Sie werden nach dem Import der Einstellungen auf Wunsch automatisch angemeldet.

Update am besten automatisch

Um das Update zu erhalten, klickt man in der Benutzeroberfläche im Menü unter System auf Update und wählt Neues FritzOS suchen aus. Grundsätzlich ist es am besten, automatische Updates machen zu lassen. Dazu wählt man den Reiter Auto-Update und wählt Option 3 aus.

Labor-Versionen für Ungeduldige

Offiziell gibt es FritzOS 7 zunächst nur für die Fritzboxen 7580 und 7590, aber Nutzer anderer AVM-Router müssen nicht unbedingt länger auf das Update warten. Für die Fritzboxen 4040, 7362 SL7430, 7490, 7560, oder die 6590 Cable gibt es Vorab-Versionen, die schon nahe an der fertigen Firmware sind.

Dazu besucht man die Labor-Übersichtsseite von AVM und klickt unter dem Eintrag der jeweiligen Fritzbox auf Zum Labor. Dort findet man nach den Beschreibungen der Neuerungen ganz unten die Downloads der Firmware. Man bestätigt, die Informationen gelesen zu haben, lädt die Zip-Datei auf seinen Rechner herunter und entpackt sie. Dabei merkt man sich, wo die Datei mit der Endung .image  gespeichert wurde.

Als nächstes wechselt man in die Benutzeroberfläche des Routers, indem man im Adressfeld des Browsers fritz.box eingibt. Nachdem man den Zugang durch sein Passwort bestätigt hat, klickt man im Menü links auf System und dann auf Update.

Backup nicht vergessen

Dort wählt man dann den Reiter Fritz!OS-Datei aus. Hier erstellt man zur Sicherheit ein Backup, damit man notfalls problemlos den alten Zustand der Fritzbox wiederherstellen kann. Dazu muss man lediglich ein Passwort eingeben (Aufschreiben!) und dann auf Einstellungen sichern klicken. Um das Backup zu starten, muss man noch einen Code am Fritzfon eingeben oder eine Taste an der Fritzbox drücken.

Ist das erledigt, klickt man bei Punkt 2 auf Durchsuchen und wählt die vorher heruntergeladene und entpackte Image-Datei aus und klickt dann auf Update. Das war's.

Quelle: n-tv.de, kwe

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