Technik

Weltpremiere mit Penta-Kamera Nokia 9 sieht mit fünf Augen

Nokia 9 Pureview

Das Nokia 9 Pureview hat fünf Kameras auf der Rückseite.

(Foto: HMD Global/Nokia)

HMD Global zeigt in Barcelona neue Handys. Im Zentrum der Präsentation steht die Premiere des Nokia 9. Das Flaggschiff aus Glas ist das erste Smartphone mit Fünffach-Kamera.

Als HMD Global im Frühjahr 2017 auf dem Mobile World Congress Nokias Rückkehr in die Smartphone-Welt feierte, war das Interesse riesengroß - das lag aber weniger an den günstigen Android-Smartphones als vielmehr am neu aufgelegten Kult-Handy Nokia 3310. Zwei Jahre später ist Nokia ein etablierter Player im Geschäft und hat sich neben den Nostalgie-Handys auch mit guten und günstigen Android-Smartphones einen Namen gemacht. Einen richtigen High-End-Kracher blieben die Finnen bislang zwar schuldig, das Nokia 8 und das Nokia 8 Sirocco bleiben hinter den Erwartungen zurück - doch das Nokia 9 ist dafür ein umso mächtigeres Spitzenmodell.

Edles Glasgehäuse

Das Smartphone mit den fünf Kameras geisterte seit Monaten durch die Gerüchteküchen der Technik-Branche, ein Marktstart war schon für 2018 geplant gewesen, aufgrund von Qualitätsbedenken aber immer wieder verschoben worden. Jetzt ist es da und es sieht tatsächlich genauso aus wie auf den geleakten Bildern. Das Nokia 9 hat ein 6-Zoll-OLED-Display im 18:9-Format mit QHD+-Auflösung, das HDR10-Inhalte darstellen kann. Das Gehäuse mit den Maßen 155 x 75 x 8 Millimeter ist aus Glas, es wiegt 172 Gramm, der Akku mit 3320 Milliamperestunden (mAh) lässt sich drahtlos aufladen.

Entsperrt und gesichert wird das Nokia 9 mit einem Fingerabdruck-Scanner, der unsichtbar im Display sitzt. Angetrieben wird es von Qualcomms Snapdragon 845, dem Top-Chip des Jahres 2018 - der wurde zwar inzwischen vom Snapdragon 855 abgelöst, doch weil das Nokia 9 so lange in der Entwicklung war, geht es noch mit dem Vorjahresmodell in den Verkauf. 6 Gigabyte Arbeitsspeicher sind an Bord, dazu 128 GB interner Speicher. Das Nokia 9 ist nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt.

Fünf Augen

Blickfang und Sensation des Smartphones ist natürlich die Fünffach-Kamera mit Zeiss-Optik auf der Rückseite, deren Linsen je nach Sichtweise kreisförmig oder in einem Sechseck angeordnet sind. Alle fünf Sensoren - zwei Farbsensoren und zwei Schwarzweißsensoren für Schärfe und Detailzeichnung - arbeiten bei der Aufnahme von Fotos zusammen und erzeugen ein HDR-Bild mit besonders hohem Dynamikumfang und Tiefenschärfe. Die Informationen der fünf Augen werden in einem 12-Megapixel-Foto zusammengeführt. Der Bildprozessor berechnet dabei für jede Kamera die passende Belichtung und Weißabgleich, und aus den Aufnahmen aller fünf Linsen erhält das Nokia 9 besonders detaillierte Tiefeninformationen für präzise Unschärfe-Effekte.

Für die Bildbearbeitung von unkomprimierten Aufnahmen im DNG-Format direkt auf dem Gerät schlägt Nokia Adobes Photoshop Lightroom vor. Die Frontkamera schießt Selfies mit 20 Megapixeln, bei wenig Licht lässt sich aber die Auflösung auf 5 MP reduzieren - dann werden vier Bildpunkte zu einem zusammengefasst, wodurch sie besonders viel Licht aufnehmen können.

Neue Mittelklasse-Modelle

Nokia 4.2

Das Nokia 4.2 ist das neue Mittelklasse-Smartphone der Finnen.

(Foto: HMD Global/Nokia)

Neben dem Nokia 9 zeigen die Finnen auch noch eine Handvoll günstigerer Smartphones in Barcelona. Das 5,7-Zoll-Modell Nokia 4.2 ist ein Mittelklasse-Modell im iPhone-Look, das mit seiner kleinen Notch ansprechend aussieht und mit seiner Dual-Kamera auf der Rückseite zumindest auf dem Papier auch gut ausgestattet ist. Das Nokia 4.2 gibt's in den Speichervarianten 2/16 GB oder 3/32 GB, der Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh, zusätzlich gibt's eine Extra-Taste für Googles Assistant.

Das Nokia 3.2 ist ähnlich ausgestattet, es hat ebenfalls die Assistant-Taste und ein Gehäuse aus Glas. Es ist mit 6,26 Zoll aber deutlich größer, sein Prozessor ist etwas schwächer, der Akku mit 4000 mAh dafür deutlich größer. Einen Fingerabdruck-Sensor gibt's nur bei der Speicher-Variante mit 3/32 GB, die abgespeckte Version mit 2/16 GB hat keinen Finger-Scanner.

Einsteigermodell und Tastenhandy

Für die absolute Einsteiger-Klasse gibt's das Nokia 1 Plus, das aber in jeder Hinsicht nur die Basics abdeckt. Es läuft mit der abgespeckten Go-Version von Android 9, hat nur 8 GB internen Speicher und nur 1 GB Arbeitsspeicher. Wer möglichst wenig ausgeben möchte oder muss und keinen Anspruch an sein Smartphone hat, findet mit dem Nokia 1 Plus eine günstige Option.

Noch günstiger ist das Nokia 210, mit dem Nokia die Nostalgie-Schiene weiterfährt. Das Tasten-Handy hat ein 2,4-Zoll-Farbdisplay, läuft mit Nokias eigener Software Nokia Series 30+ und bietet grundlegenden Internetzugriff. Pluspunkt ist unter anderem die lange Akkulaufzeit: Laut Nokia hält das Nokia 210 im Standby-Betrieb bis zu 20 Tage durch.

Ob das Nokia 9 den hohen Erwartungen auch in der Praxis gerecht werden kann, wird n-tv.de ausführlich testen. Wann die neuen Nokias auf den Markt kommen und was sie kosten werden, hat HMD Global noch nicht verraten.       

Quelle: n-tv.de

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