Technik

360-Grad-Besuch der Raumstation Street View beamt Nutzer auf die ISS

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Dies ist ein Street-View-Ausblick aus dem Observationsmodul "Copula"der ISS.

(Foto: Google)

Ein Astronaut fotografiert für Google Street View das Innenleben der ISS, was in der Schwerelosigkeit gar nicht so einfach ist. Das Ergebnis sind faszinierende Ein- und Ausblicke, die so sonst nur die Besatzung der Raumstation hat.

Mit Street View kann man nicht nur Städte virtuell besichtigen oder den Weg zum Urlaubsziel vorab am Computer abfahren. Googles Kameraleute gehen auch immer wieder an außergewöhnliche Orte, die die meisten Menschen wahrscheinlich nie mit eigenen Augen sehen werden. So kann man in Street View bereits ins ewige Eis reisen, in den Schlund eines Vulkans blicken oder Berggipfel erklimmen. Völlig abgehoben ist das neueste 360-Grad-Projekt: Ein französischer Astronaut hat die Raumstation ISS fotografiert - die ersten Street-View-Aufnahmen außerhalb der Erde.

Die virtuellen Ein- und Ausblicke, die seine Arbeit lieferte, sind nicht nur faszinierend, sondern auch ebenso scharf und unverwackelt wie andere Street-View-Aufnahmen. Um dies in der Schwerelosigkeit und anderen Besonderheiten und Einschränkungen auf einer Raumstation hinzubekommen, habe er mit dem Street-View-Team die Produktion vor seinem Start zur ISS genau planen müssen, schreibt Thomas Pesquet in einem Blogpost. Die ISS bestehe aus viel technischer Ausrüstung, Kabeln und einer komplizierten Anordnung von Modulen. "Und auch die sechs Crewmitglieder, die 12 Stunden am Tag Forschungs- und Wartungsaktivitäten durchführen, machen ganz schön Wirbel."

Strippenzieher an Bord

Pesquet konnte also einerseits nicht einfach durch die Station schweben und munter vor sich hin knipsen, andererseits ist es extrem schwer, in der Schwerelosigkeit die Kamera an einem bestimmten Punkt zu fixieren - ein Stativ hilft da auch nicht viel. Daher entwickelten das Street-View-Team und die NASA eine spezielle Methode, um mit DSLR-Kameras und auf der ISS vorhandenem Equipment Standfotos zu machen. Die Resultate funkte Pesquet dann zur Erde, erst dort wurden sie zu 360-Grad-Panoramaaufnahmen zusammengesetzt. In einem Video zeigt der französische Astronaut, wie das Projekt in einem Modell der Raumstation geplant und trainiert wurde. Unter anderem sieht man, wie die Kameras an Schnüren fixiert wurden, um trotz Schwerelosigkeit präzise Fotos zu ermöglichen.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Fantastisch ist der Besuch der ISS mit einer VR-Brille, aber auch am PC-Bildschirm ist der Trip faszinierend. Man kann nicht nur verschiedene Module durchschweben. Google hat auch zu den wichtigsten Bereichen Infotafeln hinzugefügt, die dem Nutzer erklären, was er gerade sieht. Der 360-Grad-Ausflug in den Orbit lohnt sich, hier geht's lang.

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Quelle: n-tv.de, kwe