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Nicht nur eine Frage der Größe Wozu ist jetzt ein 8K-Fernseher gut?

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Bei größerem Sitzabstand wird man hier kaum einen Unterschied zwischen 8K und 4K sehen können.

(Foto: LG)

Auf der diesjährigen CES sah man sehr viele 8K-Fernseher und immer mehr Geräte mit extrem hochauflösenden Displays kommen auf den Markt. Aber lohnt es sich jetzt überhaupt schon, eine 8K-Glotze zu kaufen? Die Hersteller sagen Ja.

Jeder Hersteller, der etwas auf sich hält, zeigte in diesem Jahr auf der CES mindestens einen 8K-Fernseher. Wenn man vor diesen Geräten steht, sehen ihre Displays fantastisch aus. Selbst wenn man ganz nahe herangeht, erkennt das Auge kaum einzelne Pixel. Doch darf man auf einer Messe seinen Augen trauen? Ist es nicht so, dass die Hersteller tricksen und die Realität im eigenen Wohnzimmer dann viel weniger scharf ist? Nicht unbedingt.

Nicht unter 85 Zoll

Der Sprung von 4K zu 8K ist gewaltig. 4K-Displays zeigen Inhalte mit 3840 x 2160 Pixeln, 8K-Geräte haben mit 7680 x 4320 Pixeln eine vier Mal höhere Auflösung. Bei kleinen Bildschirmdiagonalen ergibt dies kaum einen Sinn, allgemein geht man davon aus, dass 8K erst ab 85 Zoll eine sichtbare Verbesserung bringt. Das ist auch ein Grund dafür, dass man in Las Vegas wahre Fernseher-Monster sieht, beispielsweise den Sony ZG9 mit einer Bildschirmdiagonale von 98 Zoll (248 Zentimeter). Samsung sagt allerdings, bei ihren QLED-Fernsehern lohne sich die höhere Auflösung auch bei kleineren Displays, da sie mit 8K eine enorme Spitzenhelligkeit von 4000 Nits erreichten.

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Der Sony ZG9 ist ein mächtiger 8K-OLED-Fernseher, dessen Display bis zu 98 Zoll groß ist.

(Foto: Sony)

Aber auch wenn man einen Fernseher mit einer für 8K geeigneten Bildschirmdiagonale hat, stellt sich aktuell das Problem, dass es noch gar keine entsprechenden Inhalte gibt. Nicht auf Blu-ray, nicht bei Streaming-Diensten oder Spielkonsolen und schon gar nicht im Fernsehen. Samsung weist zwar optimistisch darauf hin, es habe nicht mal fünf Jahre gedauert, bis die 4K-Fernseher die Full-HD-Fernseher abgelöst hätten. Aber entsprechende Inhalte sind immer noch eher die Ausnahme und soll sich ein Käufer eines 8K-Fernsehers heute damit trösten, dass er vielleicht in fünf Jahren genügend Inhalte für sein Pixel-Monster bekommt?

Bild wird hochskaliert

Auch darauf haben die Hersteller eine Antwort, die zumindest bei den Demos in Las Vegas auch recht überzeugend gegeben wird. Das Zauberwort ist Upscaling. Damit ist gemeint, dass eine geringere Auflösung in Echtzeit auf eine höhere hochskaliert wird, fehlende Bildinformationen ergänzt werden. Dies soll in der neuen Fernseher-Generation – auch bei 4K-Geräten – besonders gut funktionieren, weil neue, stärkere Prozessoren die dafür nötige Rechenleistung liefern.

Die Hersteller setzen außerdem bei Bildverbesserung und Upscaling zunehmend auf künstliche Intelligenz (KI). So geben Samsung, LG oder Sony an, sogar aus HD-Material eine sehr ansehbare 8K-Auflösung herausholen zu können. Was man auf jeden Fall bestätigen kann, ist, dass 4K-Inhalte durch das effektive KI-Upscaling sehr gut aussehen.

Teurer Zukunftsblick

Das alles ist beeindruckend und wie man auf der CES sehen kann, nicht nur heiße Marketing-Luft. Es bleibt aber trotz allem die Frage, ob es sich jetzt schon lohnt, einen 8K-Fernseher zu kaufen. Für Besitzer eines HDR-fähigen 4K-Geräts rentiert sich so eine Anschaffung kaum. Hier sollten Besitzer wirklich warten, bis sich 8K durchgesetzt hat. Wenn man von einem alten Full-HD-Fernseher auf ein großes High-End-Gerät umsteigen möchte, könnte man sich überlegen, schon jetzt ein superscharfes Gerät anzuschaffen.

Die Preise der TV-Giganten sind allerdings noch gepfeffert. So kostet Samsungs QLED 8K Q900 (2018) mit 75-Zoll-Display derzeit 7000 Euro. Wer einen der in Las Vegas vorgestellten neuen 8K-OLED-Giganten haben möchte, muss noch viel tiefer in die Tasche greifen. Da sollte man sich doch überlegen, ob es nicht schlauer ist, einen der hochwertigen 4K-Fernseher zu kaufen, die deutlich günstiger zu haben sind.

Quelle: n-tv.de

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