Wirtschaft

Öko-Anleihe für Umweltprojekte Bund steigt in den Green-Bond-Markt ein

132822285.jpg

Mit dem Geld der Anleger sollen Umwelt- und Klimaprojekte finanziert werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einige europäische Länder machen es bereits - nun zieht auch die Bundesregierung nach. Investoren können künftig staatliche Anleihen kaufen und damit Projekte für mehr Klimaschutz und den Energiewandel unterstützen. Die Papiere sollen problemlos in normale Bonds umgewandelt werden können.

Die Bundesregierung bringt im September erstmals eine Anleihe zur Finanzierung von Öko-Projekten an den Markt. Das Papier soll ein Mindestvolumen von vier Milliarden Euro und eine Laufzeit von zehn Jahren haben, wie Finanzstaatssekretär Jörg Kukies sagte. Im vierten Quartal sei die Emission einer weiteren grünen Anleihe geplant, womit sich das Gesamtvolumen in diesem Jahr auf rund elf Milliarden Euro belaufen werde. Weitere Anleihen für 2021 seien in Planung. "Wir können damit eine dauerhafte Begebung von grünen Wertpapieren gewährleisten und stellen sicher, dass wir eine Basis haben für weitere Emissionen", sagte Kukies.

Das eingesammelte Kapital soll konkreten Energie- und Umweltprojekten aus dem vergangenen Jahr zugewiesen werden. Nach EU-Richtlinien wäre es auch möglich, drei Jahre alte Vorhaben damit zu finanzieren. Der Bund wolle mit der kürzeren Frist mehr Sicherheit für Investoren schaffen, erläuterte Kukies. "Diese wollen natürlich wissen, wenn sie grüne Bundesanleihen zeichnen, dass grün drin ist, wenn grün draufsteht."

Projekte für fast 13 Milliarden Euro

Insgesamt habe der Bund Ausgaben von 12,7 Milliarden Euro aus sieben Ministerien identifiziert, die für eine Refinanzierung über Öko-Anleihen infrage kämen. Konkret hat der Bund Projekte aus den Bereichen Verkehr, Internationale Zusammenarbeit, Forschung, Innovation und Information, Energie und Industrie sowie aus der Land- und Forstwirtschaft im Visier. So sollen mit den im Fachjargon genannten Green Bonds unter anderem saubere Verkehrssysteme gefördert und CO2-Emissionen von Fahrzeugen reduziert werden.

Die Papiere sollen in Form einer Zwillingsanleihe platziert werden, also parallel zu einer konventionellen Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit und gleichem Kupon. Investoren gibt dies den Vorteil, dass sie grüne Anleihen jederzeit in normale Anleihen des Bundes umwandeln können. Dieser Markt ist deutlich liquider, und gerade institutionelle Investoren legen Wert auf eine unproblematische Handelbarkeit. Mit rund 300 Milliarden Euro im Euroraum ist der Markt für Green Bonds vergleichsweise klein.

Nur etwa ein Zehntel davon entfällt auf staatliche Öko-Anleihen. Deutschland ist mit der Emission des ersten Green Bonds spät dran. Länder wie Frankreich und Dänemark, aber auch Unternehmen und Banken begeben solche Papiere schon seit einiger Zeit. Die Nachfrage nach Wertpapieren, deren Einnahmen für ökologische Projekte verwendet werden, steigt weltweit stetig an.

Quelle: ntv.de, jwu/rts