Ratgeber

Waschmaschinen im Test: Mogelei bei der Effizienz

Moderne Waschmaschinen sind sparsam, erreichen dies aber laut Stiftung Warentest nur mit einem Trick: Die Geräte waschen statt mit eingestellten 60 Grad nur mit 50 oder 45 Grad um ein günstiges Energielabel zu erhalten. Nur eine der 14 getesteten Maschinen erreichte in der Untersuchung tatsächlich die angegebenen 60 Grad.

Aus hygienischer Sicht empfehle es sich, Wäsche von erkrankten Menschen bei mindestens 60 Grad zu waschen. 
Aus hygienischer Sicht empfehle es sich, Wäsche von erkrankten Menschen bei mindestens 60 Grad zu waschen. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Im 60-Grad-Programm waschen Waschmaschinen einer Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge oft nur mit gerade einmal 50 Grad Celsius. Um eine höhere Effizienzklasse beim Energieverbrauch zu erreichen, müssten die Maschinen mit weniger Strom auskommen, berichtet die Stiftung in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift "Test". Die meiste Energie werde dann für das Aufheizen des Wassers verbraucht - mit niedrigeren Waschtemperaturen werde wiederum Strom eingespart. Die Hersteller erreichten die höchste Effizienzklasse A+++ deshalb "nicht mit innovativer Technik, sondern mit einem Trick".

Allerdings erweist sich diese Mogelei bei bestimmten Krankheitskeimen wie Pilzsporen oder unbehüllte Viren, wie dem Norovirus als problematisch, da diese sehr widerstandsfähig sind, schreiben die Tester. Aus hygienischer Sicht empfehle es sich, Wäsche von daran erkrankten Menschen bei mindestens 60 Grad zu waschen.  Denn nur so lässt sich die Zahl der Keime auf ein unbedenkliches Maß verringern.

Die Stiftung Warentest nahm für ihre Untersuchung 14 Waschmaschinen unterschiedlicher Hersteller unter die Lupe, darunter drei Toplader. Nur ein Modell hielt demnach im 60-Grad-Programm die angegebene Waschtemperatur ein. Bei anderen sei bei nur etwa 50 Grad oder sogar weniger gewaschen worden. Um trotzdem die Waschwirkung von 60 Grad zu erreichen, werde dann einfach die Waschdauer erhöht. Im Gesamturteil der Tester schnitten aber insgesamt elf der 13 Maschinen mit "gut" ab. Eine Maschine wurde mit "ausreichend" bewertet, eine andere als "mangelhaft".

Am erfolgreichsten schnitten bei dem Test die Geräte des Herstellers Miele ab. Allerdings sind diese auch am teuersten. So zum Beispiel der Frontlader Miele W 5821 WPS für 1060 Euro. Er erhielt die Note 1,7 und das Testurteil "Gut". Auch der günstigere Frontlader Siemens WM14S840 für 825 Euro konnte punkten und erreichte die Note 1,8 und das Testurteil "Gut".  Es gibt aber auch noch günstigere Alternativen: Der Frontlader des Herstellers Whirlpool AWO 6S545 für 350 Euro erhielt mit der Note 2,1 ebenfalls das Testurteil "Gut".

Testverlierer ist der Frontlader Candy EVO 1483DW. Er bekam die Note 5,0 und das Testurteil "Mangelhaft".

Quelle: n-tv.de

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