Ratgeber

Was bleibt im Alter übrig?: Welche Sozialabgaben Rentner zahlen müssen

Von Isabell Noé

Rentner müssen unter Umständen Steuern zahlen, die Sozialabgaben schlagen aber meistens heftiger ins Kontor. Auch wenn die Zahlen in der Renteninformation beruhigend klingen, sollte man nachrechnen, was davon übrige bleibt.

In der Renteninformation steht der Bruttowert. Aktuell müssen davon noch 8,2 Prozent Sozialabgaben abgeführt werden.
In der Renteninformation steht der Bruttowert. Aktuell müssen davon noch 8,2 Prozent Sozialabgaben abgeführt werden.(Foto: imago stock&people)

Die Renteninformation klingt relativ vielversprechend: 1500 Euro soll die 50-jährige Ingenieurin bekommen, wenn sie wie bisher weiter arbeitet und wie vorgesehen mit 67 Jahren in Rente geht. Da wäre doch auch ein früherer Ausstieg aus dem Arbeitsleben machbar, oder? Nicht unbedingt. Denn bei den 1500 Euro handelt es sich um einen Bruttowert. Auf die Rente muss man nicht nur Steuern zahlen, sondern auch Sozialabgaben. Und die sollte man einkalkulieren, egal ob man über einen vorzeitigen Rentenausstieg nachdenkt oder darüber, wie groß die Rentenlücke ist, die man noch schließen muss. Was kommt auf einen zu?

Immerhin: Die Rentenkasse müssen Rentner nicht mehr befüllen. Nur Frührentner, die mehr als 450 Euro nebenbei verdienen, müssen auch in die Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlen. Um die Kranken- und Pflegeversicherung kommt man aber auch im Ruhestand nicht herum. Wie hoch diese Beiträge ausfallen, hängt davon ab, ob man in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig oder pflichtversichert ist.

Freiwillig Versicherte zahlen mehr

Gesetzlich versicherte Rentner kommen in der Regel besser weg. Sie sind automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung für Rentner (KVdR) pflichtversichert. Der Beitragssatz liegt aktuell bei 15,5 Prozent, 7,3 Prozent davon übernimmt aber die Deutsche Rentenversicherung. Bleiben noch 8,2 Prozent. Rechnet man dann noch zwei Prozent für die Pflegeversicherung hinzu, kommt man auf insgesamt 10,2 Prozent, die von der Bruttorente abgezogen werden müssen. Im Fall der Ingenieurin wären das 153 Euro.  

Wäre sie freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, könnte sie auf Antrag auch den Zuschuss der Rentenversicherung bekommen. Das Ergebnis käme aufs Gleiche hinaus. Teurer wird es für sie allerdings, wenn sie neben der gesetzlichen Rente auch noch andere Bezüge erhält. Denn hier sind die pflichtversicherten Rentner im Vorteil: Auf Einnahmen aus Riester- oder Rürup-Renten oder aus einer privaten Rentenversicherung müssen sie keine Sozialabgaben zahlen. Anders die freiwillig versicherten Rentner: Sie müssen 14,9 Prozent an die Kranken- und Pflegeversicherung abführen. Bei einer privaten Rente von 300 Euro wären das rund 45 Euro.  

Volle Beiträge für die Betriebsrente

Egal, ob gesetzlich oder freiwillig versichert: Die betriebliche Altersvorsorge wird teuer. Denn für die Sozialabgaben auf Betriebsrenten gibt es keinen Zuschuss von der Rentenkasse. 15,5 Prozent der Rente fließen in die Krankenversicherung, Einmalzahlungen werden dafür auf 120 Monate umgelegt. Einen Vorteil haben gesetzlich Versicherte aber auch hier: Kleinere Renten unter 138,25 Euro sind von den Abgaben befreit. Diese Grenze gilt auch für Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Wer mehr verdient, muss Krankenversicherungsbeiträge zahlen.

Schlechter sind freiwillig versicherte Rentner auch dran, wenn es um die Einkünfte aus Vermietung oder Geldanlagen, etwa Zinsen oder Dividenden, geht. Hier gehen ebenfalls 14,9 Prozent an die Sozialversicherung. Auszahlungen aus Kapitallebensversicherungen werden auf 120 Monate umgelegt und ebenfalls mit 14,9 Prozent Sozialabgaben belegt. Pflichtversicherte können solche Einnahmen komplett behalten.

Quelle: n-tv.de

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