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Sonde auf Komet Tschuri: "Philae" ist erwacht und sendet Daten

Diese Landung schrieb Geschichte: Mit "Philae" landete erstmals eine Sonde auf einem Kometen. Doch das Gerät stand im Schatten und konnte nicht lange arbeiten. Nach Monaten des Wartens meldet sich die Sonde nun wieder zurück. Auch auf Twitter.

Nach monatelangem Schweigen ist die Sonde "Philae" auf dem Kometen Tschuri wieder zum Leben erwacht. Die Sonde habe in der Nacht zum Sonntag ein Signal gesendet, sagte der Direktor der französischen Weltraumbehörde CNES, Jean-Yves Le Gall.

Die Wissenschaftler hätten zwei Minuten lang ein Signal registrieren können und 40 Sekunden lang Daten erhalten. Le Gall bestätigte damit einen Bericht des Senders RTL. Die Sonde war seit Mitte November verstummt, zudem hatten die Forscher ihren genauen Standort verloren.

Der Landeroboter habe die ersten 300 von über 8000 Datenpaketen zur Erde gesendet, teilte eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit. "Philae geht es sehr gut, er hat eine Betriebstemperatur von minus 35 Grad Celsius und verfügt über 24 Watt", erklärte DLR-Projektleiter Stephan Ulamec. Die Sonde sei "somit betriebsbereit". Die Wissenschaftler warteten nach dem Wiedererwachen des Geräts nun auf den nächsten Kontakt zum Kometen Tschuri.

"Philae" war schon länger wach

"Philae", aufgenommen nach der Trennung von der Muttersonde "Rosetta".
"Philae", aufgenommen nach der Trennung von der Muttersonde "Rosetta".(Foto: dpa)

Analysen hätten ergeben, "dass 'Philae' auch zuvor schon wach gewesen sein muss", erklärte Ulamec. "Wir haben auch historische Daten erhalten - bisher war dem Lander allerdings noch nicht gelungen, mit uns Kontakt aufzunehmen." Den DLR-Angaben zufolge sind "noch weitere 8000 Datenpakete" in den Speichermedien der Sonde vorhanden.

Der Forscher Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen zeigte sich "zuversichtlich, schon bald wieder wissenschaftliche Messungen durchführen zu können". Nach Angaben Böhnhardts entwickelte das "Philae-Team" Strategien zum Betrieb der Sonde mit wenig Energie. Dafür reichten auch 24 Watt aus. "Zudem besteht durchaus Aussicht, dass uns in den nächsten Wochen noch mehr Energie zur Verfügung steht", erklärte Böhnhardt.

"Hallo Erde!"

Auch auf Twitter, wo "Philae" ein eigenes Konto hat, meldete sich die Sonde wieder. "Hallo Erde! Kannst du mich hören?", hieß es da. Zudem wurde die Frage gestellt, wie lange "Philae" denn geschlafen habe.

"Philae" hatte sich am 12. November, nach zehn Jahren Reise durchs All, planmäßig von der Muttersonde "Rosetta" gelöst und war auf die Oberfläche ihres Zielkometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko herabgesunken, der kurz Tschuri genannt wird.

Allerdings kam "Philae" erst nach zwei Hüpfern und der leichten Berührung eines Felsbrockens abseits des ursprünglich vorgesehenen Landeplatzes zum Stehen. Da die Sonde dort zu wenig Sonnenenergie erhält, waren ihre Batterien bereits nach knapp 60 Stunden wissenschaftlicher Arbeit erschöpft. Seither war sie verstummt. Seit dem 12. März diesen Jahres war immer wieder die Kommunikationseinheit auf der Raumsonde "Rosetta" eingeschaltet worden, um den Lander zu rufen und seine Antwort zu empfangen.

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Quelle: n-tv.de

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