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Auf dem Weg zum Weltmarktführer? Hyundai setzt verstärkt auf Brennstoffzelle

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Der Hyundai Nexo ist das momentan einzige frei zu erwerbende Brennstoffzellenauto in Deutschland.

Mit dem Nexo hat Hyundai eines von bislang nur wenigen Wasserstoffautos auf der Straße. Doch die Koreaner wollen mehr. Bis 2030 will der Konzern die Technologie nicht nur für Pkw ausbauen, sondern auch in Schiffen und Nutzfahrzeugen etablieren.

Im Kampf um die Mobilität der Zukunft scheint alles dafür zu sprechen, dass die Autohersteller sich auf batteriegetriebene E-Fahrzeuge kaprizieren. Das Ganze hat einen monetären Hintergrund. Der Preis für batterieelektrische Fahrzeuge ist wesentlich erschwinglicher als der für die mit Brennstoffzelle. Die Hoffnung, dass die Kosten für die Brennstoffzelle schnell sinken, ist nicht gegeben. Auch das ist wohl ein Grund, warum sich Daimler-Chef Dieter Zetsche vor nicht allzu langer Zeit klar für die Batterietechnik als Antriebsart ausgesprochen hat. "In den nächsten zehn Jahren wird unser Schwerpunkt auf batterieelektrischen Antrieben liegen", so Zetsche auf dem Auto-Motor-und-Sport-Kongress.

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Blick unter de Motorhaube des Hyundai Nexo.

Natürlich hat Mercedes als Vorreiter auf dem Gebiet der Brennstoffzellen-Technologie mit der Präsentation des GLC F-Cell nachdrücklich darauf hingewiesen, dass man weiter am Wasserstoffantrieb arbeitet. Mercedes hatte das Fahrzeug aber nicht in den normalen Verkauf gegeben. Anders verhält es sich bei Hyundai. Die Koreaner haben mit dem Nexo tatsächlich ein Brennstoffzellenauto auf dem Markt, das sich auch noch in der beliebten Optik eines SUV präsentiert. So gesehen wundert es nicht, dass die Koreaner jetzt auch das Bestreben haben, Weltmarktführer beim Wasserstoffauto zu werden.

500.000 Brennstoffzellen pro Jahr

Der koreanische Konzern hat angekündigt, bis 2030 jährlich rund 500.000 Brennstoffzellen für den Einsatz in Fahrzeugen bauen zu wollen. Zusätzlich sind weitere 200.000 der mobilen Wasserstoff-Kraftwerke für Schiffe und Nutzfahrzeuge wie Gabelstapler geplant. Insgesamt peilt der Konzern einen Marktanteil von 25 Prozent im weltweiten Brennstoffzellengeschäft an. Zu diesem Zweck sollen in den nächsten Jahren rund sechs Milliarden Euro investiert werden.

Der Großteil der Automobil-Brennstoffzellen soll in Fahrzeugen der Konzernmarken Hyundai, Kia und Genesis eingesetzt werden. Doch auch der Verkauf an Wettbewerber ist vorgesehen. Gemeinsam mit Toyota, Honda und Daimler zählt Hyundai zu den Pionieren der Wasserstoffmobilität.

Der Vorteil von Brennstoffzellenfahrzeugen gegenüber Elektroautos mit Batteriebetrieb liegt auf der Hand. Neben der großen Reichweite gleichen die Tankvorgänge denen eines herkömmlichen Verbrenners. Allerdings ist das Netz an H2-Tankstellen wie das der Elektrotanksäulen noch recht weitmaschig. Mittelfristig dürfte der gasförmige Energieträger also vor allem für ortsgebundene Fahrzeuge wie Busse, Taxis oder Stadtlieferwagen infrage kommen.

Quelle: n-tv.de, hpr

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