Auto

Einfach nur schweben Mercedes-Maybach - auf Wolke sieben bitte

_DSC7091.jpg

Der neue Mercedes-Maybach S 580 bildet für ab 164.000 Euro den Einstieg in die Luxusklasse.

(Foto: Daniel Maurer)

Der Name Maybach steht seit 100 Jahren für ultimativen Luxus. Als Mercedes das Unternehmen 1960 erwarb, war es der Wunsch, die eigenen Luxuskarossen noch eine Stufe höher zu setzen. Das ist bis heute so geblieben. Auch in der neuen Mercedes-Maybach S-Klasse.

Der Name Maybach klingt auch nach 100 Jahren noch. Wenngleich der Wagen, der heute unter diesem Label firmiert, so gar nichts mehr mit dem zu tun hat, was die einstige Motorenbau GmbH mit dem Typ W3 im Jahr 1921 auf der Berliner Automobil-Ausstellung zeigte. Geblieben ist neben der Zweifarblackierung der Wille zum absoluten Luxus und zur Exklusivität. Zugegeben: Gemessen an dem, was heute auch von anderen Herstellern in dieser Richtung angeboten wird, ist es für Mercedes, die die Maybach Motorenbau GmbH im Jahr 1960 erwarben, gar nicht so einfach, herauszustechen. Schon aus dem einfachen Grund, weil die Grundlage des Maybach von Mercedes die S-Klasse ist, die an sich schon für höchsten Luxus und Komfort steht.

21C0305_023.JPG

Gemessen an einem Maybach von 2002 ist der heutige Einsteiger geradezu ein Schnäppchen.

(Foto: Mercedes-Benz AG)

Das kurze Intermezzo, in dem Mercedes die Marke Maybach wiederbelebte, dauerte lediglich von 2002 bis 2011. Daimler-Chef Dieter Zetsche erkannte seinerzeit, dass die Luxuskarosse mit dem M auf dem Kühlergrill die Modelle der S-Klasse kannibalisiert und die Entwicklung eines solchen Edelschlittens einfach in keinem Verhältnis zu den Verkäufen steht. Natürlich ist auch die neueste Ausgabe der Mercedes-Maybach S-Klasse preislich nichts für jedermann, aber dennoch weit entfernt von dem, was man für einen puren Maybach hat seinerzeit nach Stuttgart überweisen müssen. Immerhin wurden 2002 für einen Maybach je nach Ausstattung zwischen 300.000 und 500.000 Euro aufgerufen.

Da hält sich die neueste Ausgabe in Form des Mercedes-Maybach S 580 geradezu vornehm zurück. In den kann man nämlich schon ab 164.000 Euro einsteigen. Und da ist man nicht schlecht unterwegs. Unter der Haube arbeitet der bekannte V8-Benziner, der seine Kraft von 503 PS aus 3982 Kubikzentimetern Hubraum schöpft und bei Bedarf ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern bereitstellt. Die Frage ist natürlich: Wen interessiert in einem Mercedes-Maybach dieses technische Gedöns? Den Fahrgast in der zweiten Reihe eher nicht. Für ihn ist wichtig, dass er mit maximalem Komfort von A nach B kommt. Dass kein unnötiges Wanken, kein Ruckeln oder Zuckeln die Momente der Entspannung oder des konzentrierten Arbeitens stört.

Absolute Stille

_DSC6967.jpg

Bei dem gebotenen Sitzkomfort im Fond des Mercedes-Maybach kann man, der Welt entrückt, schon mal entschlummern.

(Foto: Daniel Maurer)

Wäre ja auch noch schöner, wenn während der Wadenmassage über die Beinauflage irgendwelche unangenehmen Aufbaubewegungen die Ruhe im optionalen First-Class-Fond störten. Vielleicht sogar im Winter, wenn zudem der Nacken und die Schultern durch Heizmöglichkeiten gewärmt werden und die Massage den verspannten Rücken entkrampft. Da wundert es auch nicht, wenn der Fahrgast bei einer 43,5-Grad-Neigung der Sitzlehne sanft entschlummert.

Denn Fahrgeräusche gibt es in einem Mercedes-Maybach S-Klasse so gut wie nicht. Verantwortlich dafür ist auch eine aktive Fahrgeräuschkompensation. Ähnlich wie bei teuren Kopfhörern mit Noise Cancelling (oder auf gut Deutsch Geräuschunterdrückung) verringert das System unerwünschte, tieffrequente Töne mit gegenphasigen Schallwellen. Um die zu versenden, werden die Basslautsprecher des Burmester High-End 4D-Surroundsystems genutzt.

Bezauberndes Licht

21C0305_062.jpg

Das optionale Lichtszenario im Mercedes-Maybach wirkt natürlich vor allem bei Dunkelheit.

(Foto: Daniel Maurer)

Aber eigentlich beginnt der Zauber in der Mercedes-Maybach S-Klasse schon in dem Moment, wenn der Gast den Wagen besteigt. Na ja, zumindest wenn die aktive Ambientebeleuchtung als Zusatzoption bestellt wurde. Dann nämlich begrüßt die "Welcome Fond"-Inszenierung die Passagiere mit einer ganz besonderen Licht-Show. Die kann dann auch in den neuen Farbwelten "Rosegold white" oder "Amethyst glow" erstrahlen.

Neben der Helligkeit lassen sich Größe oder Position des Lichtspots einstellen und der Gast kann zwischen präzisem Arbeitslicht und entspannter Loungebestrahlung wählen. Natürlich kann auch das Multimediasystem, bei Mercedes MBUX genannt, aus der zweiten Reihe bedient werden. Dazu gehören die Klima- und Entspannungsfunktionen ebenso wie die der Unterhaltungssysteme. Und dafür braucht es nicht mal einen Fingerstrich auf dem TFT, sondern es reicht die personalisierte Ansprache mit "Hey Mercedes".

Im kleinsten Kreis

_DSC6980.jpg

Aber auch der Fahrer des Mercedes-Maybach muss längst nicht mehr so viel Arbeit leisten, weil er reichlich technische Unterstützung bekommt.

(Foto: Daniel Maurer)

Und was erwartet den Fahrer in dem Luxusliner? Nun, er profitiert zwar nicht von den 18 Zentimetern mehr Radstand, die kommen ausschließlich den Fondpassagieren zugute. Aber er erlebt ein Auto, das sich mit seinem 5,47 Metern Länge dank optionaler Hinterachslenkung zwar nicht wie ein Kleinwagen, aber doch deutlich enger durch Kurven und vor allem Parkhäuser manövrieren lässt. Dabei kann der Kunde sogar zwischen zwei Varianten wählen: Entweder schlagen die Hinterräder mit 4,5 oder mit 10 Grad ein. Statt der 13,4 Meter beträgt der Wendekreis dann nur noch 12,4 beziehungsweise 11,4 Meter.

Investiert der Fahrgast in ein vollaktives E-Active-Body-Control-Fahrwerk, werden langwellige Hindernisse auf der Fahrbahn einfach wegbügelt. Insofern darf hier gern von einem fliegenden Teppich geredet werden, denn so ein bisschen hat man im Maybach schon das Gefühl, zu schweben. Doch während in der zweiten Reihe die Wolke sieben geprobt wird, kann auch der Chauffeur ganz entspannt auf die Langstrecke blicken. Mit der S-Klasse hat Mercedes die Fahrassistenzsysteme noch einmal deutlich erweitert. So erhält er jederzeit eine der jeweiligen Situation angemessene Unterstützung bei der Geschwindigkeit, dem Abstand zum Vordermann sowie beim Abstands- und Spurwechsel.

Maybach, übernehmen Sie

21C0305_050.JPG

Dank optionaler Hinterachslenkung kann man sich mit dem fünf Meter langen Maybach auch in enge Tiefgaragen wagen.

(Foto: Daniel Maurer)

Wie für die S-Klasse ist auch für den Maybach der neue Drive Pilot ab der zweiten Halbjahreshälfte erhältlich. Mit ihm kann der Fahrer sich nach Rücksprache mit seinem Chef und dem elektronischen Helfer ganz entspannt zurücklehnen und bei hohem Verkehrsaufkommen bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h die Fahraufgaben vom Maybach übernehmen zu lassen. Und nun stelle man sich noch vor, dass der Vortrieb vom 6.0-Liter V12 übernommen wird, der so seidig dahinschnurrt, dass man sich im Maybach fragen möchte, wie der schnelle Vorlauf zustande kommt.

Mit 612 PS ist der Prachtkerl dann auch kein Kind von Traurigkeit und bei einem maximalen Drehmoment von 900 Newtonmetern kann das Luxusschiff in 4,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt werden. Allerdings hat dieser motorische Luxus seinen Preis. Ab 216.282 Euro kann hier mit der Übergabe an den Kunden gerechnet werden. Wobei da noch nichts von den hier geschilderten exklusiven Zugaben dabei ist. Auch nicht die elektrisch öffnenden und schließenden Fondtüren.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.