Praxistest

Mit Leidenschaft und Nutzwert Dodge Durango R/T - dicker V8-Allrounder zum Spartarif

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Markante Tagfahrleuchten und sportiver Wabenkühlergrill geben dem Dodge Durango einen gewissen Sex-Appeal.

(Foto: Patrick Broich)

Inmitten fortschreitender Elektromobilität bietet Dodge mit dem Durango noch ein klassisches Stück Automobil samt viel Raum und solidem Achtzylinder unter der Haube. Auf Wunsch läuft sein 5,7 Liter großes Triebwerk mit günstigem Flüssiggas, also mit LPG.

Kann ein Motor mit 5,7 Litern Hubraum noch zeitgemäß sein? So in der Art mögen Anhänger des ökologisch motivierten Umbaus aller Verkehrs- und Energiebelange mahnend fragen. Dabei ist "zeitgemäß" in dieser Debatte doch gar nicht die Kategorie, es geht vielmehr darum, wie die Masse motorisiert ist. Natürlich hocheffizient und zunehmend elektrisch. Der hier besprochene Dodge ist ja nicht nur Verbrenner und Hubraumriese, sondern eben auch ein Vehikel für ziemlich speziell gelagerte Autofans mit Vorliebe für praktischen Nutzwert.

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Mehr als drei Meter Radstand sieht man dem Durango an, die gestreckte Silhouette wird zum Blickfänger.

(Foto: Patrick Broich)

Dass der seit 2010 gebaute Multifunktionsexperte Durango immer noch verfängt, mag in seiner markigen Optik einerseits und der andererseits ziemlich anziehenden Einfachheit begründet liegen. Nicht, dass er über die Jahre keine Modifikationen erfahren hätte, aber die Grundströmung ist klar: Viel Hubraum, simpler Zylinderkopf mit hängenden Ventilen (wenngleich von einer variablen Nockenwelle gesteuert) - und toller Klang. Innen gibt es statt aufwendiger Architektur viel Kunststoff, warum nicht. Der Aufhänger ist sein Motor, klarer Fall.

Der 5,11-Meter-Riese schiebt geschmeidig an

Bei Automatik und Infotainment immerhin hat sich der Stellantis-Konzern (zu dem auch Dodge mittlerweile gehört) ebenfalls nicht lumpen lassen. Ein inzwischen gepflegter achtstufiger Wandlerautomat überträgt die 529 Nm des Hubraummonsters (364 PS), entsprechend geschmeidig schiebt der 5,11-Meter-Riese an. Und während man auf kommode Weise viele Kilometer abspult, hat zumindest der Beifahrer die Gelegenheit, sich auf dem intuitiv bedienbaren Touchscreen auszuprobieren.

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An USB-Schnittstellen mangelt es dem Dodge Durango nicht.

(Foto: Patrick Broich)

Das Navigationssystem mag in letzter Konsequenz nicht ganz modern sein, rechnet aber schnell und lässt sich leicht mit Zielen füttern. Falls der integrierte Lotse nicht genehm sein sollte, darf der User ja immer noch auf Apple CarPlay oder Android Auto switchen.

Warum eigentlich ausgerechnet Durango? Es gibt kaum ein so nützliches Fahrzeug zum fairen Tarif - ab 78.590 Euro für den R/T - mit einem so anziehenden V8 unter der Haube. Dabei sieht das US-SUV vorn spektakulärer aus als hinten mit seinem markanten Tagfahrlicht und den auffälligen Hutzen auf der Motorhaube zwecks besserer Beatmung. Das Heck hingegen wirkt geradezu belanglos - jedenfalls Tagsüber. Nach angebrochener Dunkelheit erfreut das durchgehende Leuchtband immerhin mit charakteristischem Design.

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In der zweiten Reihe reist es sich angenehm.

(Foto: Patrick Broich)

Drei Sitzreihen mit flexibler Nutzung erlauben den Transport von bis zu sieben Personen oder wahlweise von Gepäck in einem Volumenäquivalent von über 2400 Litern. Wer einen flachen Kofferraumboden benötigt, kann die Lehnen sogar simpel per Knopfdruck umklappen - funktioniert wirklich kinderleicht.

Und ob mit oder ohne Gepäck - lange Strecken bestreitet der Allradler komfortabel und verwöhnt unter Last mit seiner V8-typischen sonoren Art. Material und Verarbeitung sind gemäß der Marke eher hemdsärmelig, aber genau das macht sie ja auch sympathisch. Nur bitte den Basis-Achtzylinder nicht falsch verstehen, er ist keine irrwitzige Performance-Quelle. Zwar zerrt der Saugmotor mit steigender Drehzahl ganz ordentlich an dem Zweieinhalbtonner, aber verwandelt ihn jetzt nicht in einen Rennsportler. Allerdings sind 7,5 Sekunden für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h auch keineswegs traurig.

Beim Autonombremsen geht der Dodge forsch zur Sache

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Innen strotzt der große Wagen vor Knöpfchen und Strombuchsen, verkneift sich aber raffinierte Architektur.

(Foto: Patrick Broich)

Ach ja, dass der Dodge auch mit aktiven Assistenten gesegnet ist, verhehlt er kaum. Die sind nämlich so konservativ ausgelegt, dass sie schon Alarm schlagen, wenn man an der Ampel nur etwas zügiger auf ein bereits zum Halten gekommenes Fahrzeug zufährt. Dann erscheint ein in warnendem Signalrot gehaltener Schriftzug "Brake" im Display und es gibt dazu noch laute Pieptöne. In diesem Kontext ist der Tempomat selbstredend auch adaptiv und bremst den Durango bis zum Stillstand herunter im Stop-and-go-Verkehr. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn statt ihn festzubremsen, bis der Vordermann anfährt, wird die Bremse nach wenigen Sekunden wieder geöffnet - und der Ami rollt los. Dann ist manuelles Bremsen angesagt, das sollte man wissen.

Wer mit dem maximal geräumigen Durango viele Kilometer abspult, sollte noch die 3490 Euro kostende Flüssiggasanlage aus dem Hause Prins bestellen. Auf sie gibt der Importeur übrigens drei Jahre Garantie. Denn es macht einen Unterschied, ob man pro Liter Kraftstoff etwa 1,80 Euro (Super) oder teils weniger als 1,10 Euro für LPG (Liquified Petroleum Gas) bezahlt.

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Mit durchgehenden Leuchtbändern haben es US-Automarken.

(Foto: Patrick Broich)

Selbst unter der Maßgabe, dass der LPG-Betrieb etwas verbrauchsintensiver ausfällt als das Fahren mit Superbenzin (13,8 l/100 km kombiniert nach NEFZ), würde man immer noch rund sechs Euro je 100 Kilometer Fahrt sparen. Damit hätte man den Anschaffungspreis für die LPG-Anlage nach zwei schon hereingefahren (bei einer Laufleistung von jährlich 30.000 Kilometern) und wäre sogar noch in der Garantiezeit. Und manche Kunden fahren ja durchaus auch 50.000 Kilometer und mehr pro Jahr.

AEC ist offizieller Dodge-Vertriebspartner

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Die Lufteinlässe in der Motorhaube sehen sportlich aus.

(Foto: Patrick Broich)

Die Handhabe der Gasanlage ist denkbar einfach - sobald man den Gastank befüllt, fährt der Dodge mit LPG. Geht der Flüssiggasinhalt zur Neige, schaltet die Anlage auf Benzinbetrieb um. Die Füllstandanzeige befindet sich links vom Lenkrad im unteren Bereich der Armaturentafel und ist fein säuberlich in die Oberfläche eingearbeitet als kleine Einheit mit den entsprechenden Leuchtdioden.

Vielleicht sollte man noch wissen, dass der Dodge Durango nicht irgendwie ein Grauimport ist, sondern von der Auto Export Corporation (AEC) als offizieller Importeur der Marken Dodge und Ram mit dem Segen der Stellantis-Gruppe angeboten wird. Die AEC verfügt sogar über eine Homologationsabteilung und passt die Fahrzeuge für den europäischen Markt an. Somit gibt es die Produkte inklusive Werksgarantie und Betreuung in den Werkstätten der 150 europäischen AEC-Handelspartner. Beeilen Sie sich bitte, wenn Sie noch einen Achtzylinder ergattern möchte - denn auch bei Dodge sind Downsizing und Elektrifizierung bereits im Anmarsch.

DatenblattDodge Durango R/T

Abmessungen (Länge/Breite/Höhe)

5,11 / 1,92 / 1,83 m

Radstand

3,04 m

Leergewicht (DIN)

2550 kg
Sitzplätzebis zu 7

Ladevolumen

bis zu 2410 Liter

Motorart

5,7-Liter-Achtzylinder-Saugbenziner

Getriebe

Achtgang-Wandlerautomatik

Leistung, Verbrenner

364 PS (268 kW)

max. Drehmoment

529 Nm / bei 4250 U/min

Kraftstoffart

Super oder Flüssiggas (LPG) auf Wunsch

Antrieb

Allradantrieb

Beschleunigung 0-100 km/h

7,5 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit

190 km/h

Tankvolumen / Akkukapazität

93 Liter

Verbrauch (kombiniert)

13,8 Liter (NEFZ)

CO₂-Emission kombiniert

346 g/km (NEFZ)

Grundpreis

Ab 78.590 Euro

Fazit: Der Dodge Durango R/T tanzt als Nutzwert-Offerte definitiv aus der Reihe. Wo bekommt man für diesen Kurs schon solch ein großes und geräumiges Auto, das noch dazu einen so wohlklingenden Achtzylinder unter der Haube trägt? Diese Nische weiß Dodge zu besetzen. Allerdings gilt auch hier: Die Tage des puren V8-Genusses sind leider auch bei Dodge gezählt. Wer also kann, sollte rasch zuschlagen.

Quelle: ntv.de

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