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"Halte sie für sehr gefährlich" Sido disst Verschwörungstheoretiker

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Sido hatte noch etwas zu klären.

(Foto: imago images/Future Image)

Der Berliner Rapper Sido wird mit dem Wiederkäuen populärer Verschwörungstheorien auffällig. Schnell erklärt er, er müsse vielleicht präziser in seinen Aussagen werden. Nun hat er sich mit deutlichen Worten von zwei Stars der Verschwörungstheoretiker-Szene distanziert.

Das ist ein Rückschlag für die Verschwörungstheoretiker des Landes: Sido ist offenbar doch keiner von ihnen - aber wer weiß das schon? In einem Interview mit dem Hip-Hopper Ali Bumaye erweckte der Berliner Rapper zuletzt den Eindruck, dass er an die sogenannte QAnon-Verschwörungstheorie glaubt. Deren Anhänger behaupten, dass die USA von einer unsichtbaren Schattenregierung regiert werden. Dieser "deep state" missbrauche Millionen von Kindern in unterirdischen Tunnelsystemen, foltere und töte sie. Aus dem Blut der Kinder werde, Achtung, der Verschwörungstheorie zufolge Adrenochrom gewonnen - ein Stoff, der als Verjüngungstrank diene.

Im Interview spricht Sido von Kindern, die "auf unerklärliche Weise verschwinden" und von "sehr reichen, sehr mächtigen Leuten". Er habe "keine Ahnung", was sie mit den Kindern tun, glaube aber, dass es "so was" geben könnte. Auch um "irgendeinen reichen Typen", dem "die Medien gehören" und der dafür sorge "dass er und seinesgleichen geschützt werden". Und natürlich ging es auch um Familie Rothschild.

Der Musikjournalist Alex Barbian hatte dem Deutschlandfunk Kultur erklärt, möglicherweise sei Sido nicht bewusst gewesen, wie "unfassbar verantwortungslos und kontextgeladen einige seiner Aussagen waren." Das mache die Sache nicht besser oder verzeihbarer "aber das muss man in dem Fall anbringen." Und der Musiker hatte schnell gemerkt, dass sein Geplauder Wellen schlug. "Es kann sein, dass ich mich ab und zu vielleicht ein bisschen differenzierter ausdrücken muss, damit immer alle alles richtig verstehen", erklärte er sich auf Instagram.

"Wenn es so ist ..."

Nun fing Sido, der mit bürgerlichem namen Paul Würdig heißt, seine Aussagen halbwegs wieder ein. Zur QAnon-Theorie, über die der Soulsänger Xavier Naidoo über seine Kanäle vermeintlich aufklärt, erklärte er dem Musikportal hiphop.de: "Wenn es so ist, wie er sagt, ist es doch gut, dass jemand mit seiner Reichweite darüber aufklärt. Wenn es nicht so ist, wie er es sagt, [...] dann ist es einfach nur verrückt. [...] Ich bin auf keiner Seite. Ich weiß nicht, ob Dinge so sind oder nicht."

Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit für eine Distanzierung von derzeit besonders reichweitenstarken Verschwörungstheoretikern: "Im Grunde ist mir scheißegal, ob die Leute wieder versuchen, mir irgendwas in den Mund zu legen oder nicht. Meine ganze Karriere über läuft das so." Aber: "Ich möchte nur nicht in einer Ecke stehen mit den Attila Hildmanns und KenFMs dieses Landes. Ich habe mit so was nichts zu tun. Ich sitze zu Hause und gucke mir diese Videos an und lache mich kaputt über die. Ich habe mit diesen Menschen nichts zu tun. Deswegen finde ich es jetzt einfach gerade richtig scheiße und gefährlich, dass mir diese Worte in den Mund gelegt werden und ich als Verschwörungstheoretiker verschrien werde." Dabei ist dem Musiker beim Gedanken an Hildmann und Ken Jebsen alias KenFM überhaupt nicht zum Lachen zumute: "Ich halte die für sehr gefährlich."

Quelle: ntv.de, ter