Bücher

Lies doch mal PoC Schwarze Autoren mit starker Stimme

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Acht Minuten und 46 Sekunden hatte George Floyd den Fuß einen Polizisten im Nacken, bis er nicht mehr atmen konnte. Sein Tod löst weltweiten Protest, Schweigeminuten, Aktionen in den Sozialen Medien aus. #icantbreathe #blacklivesmatter

Lesen bildet. Man kann es ganz im Stillen für sich allein tun. Man kann sich Fragen beantworten, ohne sie anderen stellen zu müssen. Wir sollten mehr Bücher von schwarzen Autoren lesen, vielleicht würden wir dann nicht mehr so sprachlos sein, wenn es um die Themen Rassismus, Diskriminierung und unerklärliche Vorurteile und Abneigungen geht. Um zu lernen, dass Political Correctness kein Trend ist, sondern eine Lebenseinstellung, um zu verstehen, dass niemand auf der Welt sich Sorgen um sein Kind machen sollte, weil es eine andere Hautfarbe hat, um zu mahnen, wenn wir andere in rechte Gefilde abgleiten sehen, dürfen wir nicht mehr weggucken. Wir dürfen nicht ignorieren, dass Rassismus täglich um uns ist, täglich in unserer Sprache vorkommt, täglich passiert. Wir müssen uns neu aufstellen! Endlich neu aufstellen, wie wir es schon längst hätten tun sollen! Denn das, was PoC-AutorInnen schreiben und geschrieben haben, geht alle an. Als Unterstützung ein paar Empfehlungen schwarzer AutorInnen aus der ntv.de-Buchredaktion.

Toni Morrison

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Menschenkind
12,00 €
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1931 in Ohio geboren, 2019 gestorben, studierte an der Cornell University Anglistik, Professur an der Princeton University für afroamerikanische Literatur, Nobelpreisträgerin. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen "Sehr blaue Augen", "Solomons Lied", "Jazz", "Paradies" und diverse Essaysammlungen. Exemplarisch empfohlen sei hier ihr großes Epos "Menschenkind". Ihr wohl bekanntester Roman ist der über Sethe, die auf der Flucht aus der Sklaverei ihr Leben riskiert, ihren Mann verliert und ein Kind begraben muss, die unvorstellbares Leid erträgt und dennoch nicht den Verstand verliert. Sethe kann den Tod ihrer Tochter nicht vergessen, auf ihrem Grabstein steht allein das Wort "Menschenkind", denn einen Namen hatte sie nicht. Der Roman wurde von den Juroren der New York Times zum besten amerikanischen Roman der letzten 25 Jahre gewählt. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen beschrieb die "New York Times" sie folgendermaßen: "Hätte Amerika eine Nationalschriftstellerin, so wäre es Toni Morrison."

Brit Bennett

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Die Mütter
20,00 €
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Sie wird vom "Rolling Stone" in den höchsten Tönen gelobt: "Mit brutaler Härte, anmutiger Eleganz und unverkrampfter Nonchalance tritt die 1990 geborene afroamerikanische Schriftstellerin Brit Bennett mit "Die Mütter" fast mühelos in die großen literarischen Fußstapfen einer Toni Morrison." Bennett wuchs in Kalifornien auf und studierte an der Stanford University und an der University of Michigan. Ihre Arbeiten erschienen in "The New Yorker", "The New York Times Magazine", "The Paris Review" und "Jezebel". "Die Mütter", in dem es um abwesende Mütter und verlassene Kinder geht, ist Bennetts erster Roman und wurde unter anderem für den PEN/Robert W. Bingham Prize nominiert. Sie war gerade 26, als sie mit ihrem Erstling an die Spitze der US-Bestsellerliste gelangte, sie erzählt darin von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht mit lebenskluger Gelassenheit.

James Baldwin

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If Beale Street Could Talk (Vintage International)
10,69 €
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1924 in New York geboren, war und ist er noch immer vieles: Ein verehrter, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und eine Ikone der Gleichberechtigung, ungeachtet von Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Herkunftsmilieus. Er war der erste schwarze Künstler auf einem Cover des "Time Magazine". Baldwin starb 1987 in Südfrankreich. "Nicht alles lässt sich ändern, aber nichts ändert sich von selbst", hat er gesagt und damit Selbstbestimmung und Mut bewiesen. Einige seiner Werke: "Nach der Flut das Feuer", "Giovannis Zimmer", "Von dieser Welt". Sein Buch "Beale Street Blues" ist eine Liebesgeschichte und ein Drama, in dem es um die Willkür einer weißen Justiz geht. "Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street geboren", so Baldwin. "Die Beale Street ist unser Erbe. Dieser Roman handelt von der Unmöglichkeit, von der Möglichkeit und von der absoluten Notwendigkeit, diesem Erbe Ausdruck zu geben." 2016 kam der Film "I Am Not Your Negro" ins Kino: Regisseur Raoul Peck vollendet damit das letzte Manuskript Baldwins "Remember This House", eine biographische Auseinandersetzung mit den Rassenverhältnissen in den USA. Der Film zeigt Parallelen zwischen der schwarzen Protestbewegung in den 1960ern und der Black Lives Matter-Bewegung heute. Nominiert für den Oscar 2017, wird der Film von Kritikern und Publikum hoch gelobt. Baldwins Werk erfährt eine Renaissance, seine Bücher sind wieder Bestseller.

Noah Sow

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Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus
12,95 €
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Noah Sow wurde in Bayern geboren, lebte auch mal kurz in Brooklyn und war von 1990 bis 2007 Radiomoderatorin, Produzentin und Redakteurin. Sie ist Vorsitzende des Vereins "der braune mob", dessen Ziel es ist, "dass die Darstellung Schwarzer Menschen in deutschen Medien und der Öffentlichkeit fair und ohne Diskriminierung erfolgt". In ihrem Buch "Deutschland Schwarz-Weiß" ist sie schonungslos und schildert direkt, wie Alltagsrassismus ihr Leben bestimmt und auch, wie sehr sie das verletzt. "Dieses Buch ist für alle", schreibt Fabienne Sand auf "This Is Jane Wayne", "die sich bisweilen als Weiße Menschen noch keine Gedanken über eigene Privilegien und gesellschaftliche Problematiken gemacht haben. Für solche, die dafür plädieren 'dass für sie alle Menschen gleich sind' und nun verstehen müssen, warum dieser Satz in der Realität tatsächlich ein gesellschaftliches Diaverhältnis manifestiert." Noah Sow selbst teilt auf Instagram mit: "Jetzt bin ich erstmal super froh, dass alles gut über die Bühne gegangen ist!! Holt euch die aktualisierte Fassung "Deutschland Schwarz Weiß", um endlich die genderbrauchbare Version zu haben und um autonomes Schwarzes Deutsches Publishing zu unterstützen."

Tupoka Ogette

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exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen
12,80 €
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Der passende "Ratgeber" kommt von Tupoka Ogette: "Exit Racism": "Die Auseinandersetzung mit den bewussten und vor allem unbewussten Wirkmechanismen von Rassismus eröffnen einen neuen Blick auf uns selbst, auf die Menschen, mit denen wir leben. Die neu gewonnenen Perspektiven ermöglichen nicht nur neue Wahrnehmungen und echte Begegnungen, sondern geben uns vor allem Handlungsspielräume, unsere Welt aktiv mit- und umzugestalten", so die Autorin, die Workshops für Eltern von Schwarzen Kindern entwickelte, damit diese mit Alltagsdiskriminierung und Rassismus besser umgehen können. Dass es so etwas geben muss, ist ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft!

Michelle und Barack Obama

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Zeigt Gesicht!: Die Abschiedsreden
12,00 €
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Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und seine Frau ließen bereits in ihrem Buch "Zeigt Gesicht" ahnen - als sie noch im Weißen Haus waren - wie schmerzlich sie vermissen würden. Denn "in ihren leidenschaftlichen und eindringlichen Abschiedsreden richten sich Barack und Michelle Obama an ihr Land und die ganze Welt.

Sie sprechen an, worauf es ankommt im Leben und in der Politik und warum wir auch in schwierigen Zeiten Grund zur Hoffnung haben", heißt es im Pressetext. Sie wussten damals nicht, wie viel Hoffnung man heute, im Jahr 2020, wirklich brauchen würde! Und dennoch fordern sie uns auf, "unsere Werte, Pflichten und Chancen als Bürger nie aus den Augen zu verlieren: Freiheit, Demokratie, Offenheit, Gerechtigkeit und Bildung für alle." Dafür müssen wir uns täglich engagieren! Wann gibt Michelle Obama ihre Präsidentschafts-Kandidatur bloß endlich bekannt?

Theodor Michael

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Deutsch sein und schwarz dazu: Erinnerungen eines Afro-Deutschen
12,90 €
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In "Deutsch sein und schwarz dazu: Erinnerungen eines Afro-Deutschen" lässt uns Theodor Michael an seiner Geschichte teilhaben - einer Geschichte, die wenn sie nicht wahr wäre, wie ein Drehbuch klingt: 1925 wurde er in Berlin als Sohn einer Deutschen und eines Kameruners geboren. Als sein Vater nach Deutschland kam, war Kamerun noch deutsches Schutzgebiet, also eine Kolonie. Afrikaner wurden damals in Deutschland ganz freundlich aufgenommen. Doch nach den Ersten Weltkrieg waren die Kolonien verloren und das Klima wurde deutlich unfreundlicher - man fand, die Schwarzen sollten den Deutschen keine Arbeitsplätze wegnehmen. In den sehr beliebten Völkerschauen kamen sie noch vor, die "Artfremden" mit dem "negroiden Einschlag", sogar in der Nazi-Zeit als Statisten in den beliebten Kolonialfilmen. Doch dann landeten sie im KZ oder in Zwangsarbeiterlagern. So erging es auch Theodor Michael, und seine Geschichte liest sich so spannend wie erstaunlich: "Damals hätte er es sich nicht träumen lassen, dass er einmal als Regierungsdirektor beim BND in den Ruhestand gehen würde", sagt er selbst. Seit seiner Pensionierung engagiert er sich für die afro-deutsche Gemeinde.

Dayan Kodua (Herausgeberin), Susanne Dorn (Autorin)

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My Black Skin:: Schwarz.. Erfolgreich. Deutsch.
28,74 €
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"My Black Skin: Schwarz. Erfolgreich. Deutsch". In diesem Bildband zeigen 25 afro-deutsche Persönlichkeiten mit Stolz das, was unübersehbar ist: Ihre dunkle Haut. Doch dieses Buch ist mehr als nur ein Bildband (Fotograf: Thomas Leidig), es ist auch eine Anleitung zum Erfolg. Die Protagonisten aus Politik und Wirtschaft, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Sport berichten, wie sie es "nach oben" geschafft haben. Sie sind Vorbilder und zeigen, dass man, unabhängig von Hautfarbe und Herkunft, alles erreichen kann, wenn man nur an sich glaubt. Ihr Motto, schon lange vor "Yes, we can" - "Yes, I can!" Die Idee zu "My Black Skin" stammt von Dayan Kodua, die als Mädchen von Ghana nach Kiel kam. Sie ist die erste Schwarze "Miss Schleswig-Holstein" und heute als Schauspielerin erfolgreich.

Reni Eddo-Lodge

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Why I’m No Longer Talking to White People About Race: The #1 Sunday Times Bestseller: The Sunday Times Bestseller
8,39 €
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"Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche" erklärt die 30-jährige, britische, in London geborene Kolumnistin und Schrifststellerin in ihrem 2017 erschienenen Buch. Die Feministin, deren Mutter nigerianischer Abstammung ist, ging auf eine katholische Schule und studierte Englische Literatur. Unter anderem schrieb sie für "Vice", "The New York Times" und "The Guardian". Die "Warnung zum Buch" lautet ungefähr so: "Wenn Sie weiß sind, werden Sie dieses Buch hassen". Warum? Weil Eddo-Lodge uns gnadenlos aufzeigt, wie tief Rassimus in unserer Gesellschaft verankert ist - auch in Ihnen! Ihr Buch ist natürlich eine Einladung zum Gespräch, wie Enrico Ippolito im "Spiegel" schreibt, aber er fügt auch hinzu: "Am Ende der Lektüre werden sie nur zwei Optionen haben: Sie werden das Buch weglegen und sich sagen, "Alles Schwachsinn" - oder aber Sie werden einen schmerzhaften Prozess durchmachen und schließlich erkennen, dass Sie ein Rassist sind. Fest steht: "Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche" von Reni Eddo-Lodge wird etwas in Ihnen auslösen." Reni Eddo-Lodge sagt selbst - und das wird Sie treffen, denn als Leser dieses Textes halten Sie sich für einen aufgeklärten, toleranten Bürger: "Ich kann nicht über die Einzelheiten eines Problems reden, wenn sie nicht einmal die Existenz des Problems anerkennen. Schlimmer noch ist die weiße Person, die willens ist, aber glaubt, dass wir dieses Gespräch als Ebenbürtige führen. Das tun wir nicht." Bämm. Und jetzt an die Arbeit. Die Arbeit an uns selbst.

Quelle: ntv.de