Musik

Ava Max hat Kopf und Herz Die Frau mit den Hits greift wieder an

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Ihrem Angriff auf die Ohren kann man sich kaum entziehen: Ava Max.

(Foto: Charlotte Rutherford / Warner Music)

Wer das Radio anschaltet, kommt an Ava Max nicht mehr vorbei. Ihre Songs wie "Sweet But Psycho", "Kings And Queens" oder "Who's Laughing Now" laufen quasi in Dauerschleife. Mit "My Head & My Heart" folgt nun der nächste Ohrwurm. Doch der dürfte einigen bekannt vorkommen.

Manchmal erscheint auf einmal ein neuer Star am Pop-Himmel - und man weiß gar nicht so recht, wo er auf einmal herkommt. Im Falle von Ava Max lässt sich jedenfalls so viel sagen: Die 26-Jährige hat albanische Wurzeln, wurde jedoch in den USA geboren und ist dort auch aufgewachsen.

Schon als Jugendliche fasst sie den Entschluss, ins Musikgeschäft einsteigen zu wollen. Sie experimentiert mit Plattformen wie Myspace und Soundcloud und erregt schließlich die Aufmerksamkeit der Plattenfirmen. 2018 unterschreibt sie einen Vertrag bei Atlantic Records. Und schon ihre erste Single wird zum Mega-Hit - erst in Europa, dann auch in ihrer Heimat USA. "Sweet But Psycho" erobert in zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland, die Spitze der Charts.

Ohrwürmer in Dauerschleife

So weit, so gewöhnlich. Popstars wie dieser werden heutzutage ja nahezu am Fließband produziert. Doch Ava Max ist weit davon entfernt, ein One-Hit-Wonder zu sein. Im Gegenteil: Wer das Formatradio anschaltet, kommt an ihren Songs seit nunmehr zwei Jahren nicht vorbei. Egal, ob "So Am I", "Kings And Queens" oder "Who's Laughing Now" - Ava Max beschallt die Hörer quasi in Dauerschleife.

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Im September erschien mit "Heaven & Hell" zudem das Debütalbum der Sängerin, auf dem sich viele ihrer Ohrwürmer wiederfinden, wenn auch nicht alle. Sie habe auf ihrem ersten Longplayer keinen Trübsal blasen wollen, erklärt Ava Max dazu im Gespräch mit ntv.de. "Die traurigen Songs haben es deshalb nicht auf das Album geschafft." So fehlen etwa Lieder wie "Freaking Me Out" oder "My Way", auch wenn es bei diesen allenfalls etwas gemächlicher zur Sache geht als sonst im bunten Pop-Kosmos der Sängerin, sie einem aber nicht gerade die Tränen in die Augen treiben.

Braucht eine Künstlerin wie sie heute eigentlich überhaupt noch ein komplettes Album als Ausdrucksform? "Es ist schon toll, so ein Gefäß für seine Arbeit zu haben. Und es ist schön, das mit den Fans zu teilen, damit sie sich die Songs von Anfang bis Ende anhören können", erteilt Ava Max allen Unkenrufen, das Zeitalter der Alben sei für Künstlerinnen wie sie eigentlich vorbei, eine Absage.

Arbeit und Talent

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Ihre Eltern kamen als Einwanderer in die USA.

(Foto: Charlotte Rutherford / Warner Music)

Dafür, dass sie es geschafft hat, ihren Popstar-Traum zu verwirklichen, liefert Ava Max mehrere Erklärungsansätze. Der erste fußt in ihren Wurzeln. So kamen ihre Eltern als Einwanderer in die USA. "Sie kamen hierher, da es der einzige Ort ist, an dem sie beide jeweils drei Jobs machen konnten. Sie haben buchstäblich nicht geschlafen. Sie kamen nach Hause, schliefen eine Stunde und gingen dann wieder zur Arbeit. Das haben sie über Jahre gemacht, Geld gespart und ihr erstes Zuhause gekauft", erinnert sich die Sängerin.

Eine Lehre, aus der sie ihre Schlüsse gezogen habe. "Sie haben mir beigebracht, dass man überall hinkommen kann, wenn man dafür hart arbeitet. Sie sagten mir: So kannst du es auch in der Musik schaffen", sagt Ava Max im ntv.de Interview.

Doch ohne ein gewisses Talent bringt auch die härteste Arbeit nichts, was zur zweiten Erklärung für den Erfolg der Musikerin führt. "Ich habe schon zu Hause immer gesungen. Für meine Nachbarn oder meine Familie. Sie kamen im Wohnzimmer zusammen, um mir zuzuhören. Meine Mutter hat mich immer unterstützt. Wir haben zusammen gesungen. Und als ich 14 war, sind wir nach Kalifornien gezogen!", so Ava Max.

Hilfe von Pharrell Williams?

Bis sie im Mekka der Unterhaltungsindustrie Fuß fassen sollte, sind schließlich noch ein paar Jahre vergangen. Dabei, so lautet eine Anekdote, habe Ava Max auch die moralische Unterstützung von Superstar Pharrell Williams geholfen. Das relativiert die Sängerin jedoch mit einem Lachen. "Es war am Flughafen in Miami. Ich war noch superjung - vielleicht zwölf oder 13. Er stand da einfach. Meine Mutter sagte: 'Los, geh hin.' Also bin ich zu ihm. Das war ein verrückter Moment. Er sagte mir nur: 'Tu es einfach!' Ich glaube aber nicht, dass er sich noch an mich erinnert."

Mehr als einmal betont Ava Max den allgegenwärtigen Beistand ihrer Mutter, die selbst Opern singt. "Sie hat mir wirklich sehr geholfen." Auf taube Ohren stieß jedoch ihr Wunsch, ihre Mutter auch an ihrem Album zu beteiligen. "Sie wollte nicht. Ich konnte sie einfach nicht überreden", räumt Ava Max ein, dass sie an dieser Stelle kapitulieren musste.

Nicht klein beigeben will die Sängerin indes, wenn es um ein starkes Selbstbewusstsein als Frau im Pop-Zirkus geht. "If all of the kings had their queens on the throne, we would pop champagne and raise a toast" ("Wenn alle Könige ihren Königinnen den Thron überließen, würden wir den Champagner köpfen und einen Toast aussprechen"), heißt es schließlich schon in ihrem Gassenhauer "Kings And Queens". In "So Am I" wiederum geht es darum, "dass man sich nicht in eine Schublade stecken lässt und wie wichtig Individualität ist. Wegen seiner Botschaft ist er einer meiner Lieblingssongs", sagt Ava Max.

Peter Schilling und ATC

Mit dieser Botschaft hat es das Lied auch zu einem gewissen Hymnen-Status in der LGBTQ-Gemeinschaft gebracht. Es sind auch diese Themen, die Ava Max anspricht, und nicht nur ihr schrilles Outfit, die ihr regelmäßig Vergleiche mit Lady Gaga einbringen. Doch damit hat sie ganz und gar kein Problem. "Das ist natürlich eine Ehre", erklärt sie.

Ob wohl auch Peter Schilling es als Ehre empfindet, dass sein "Major Tom" Einfluss in den Ava-Max-Song "Born To The Night" gefunden hat? Nicht das einzige Mal, dass die Sängerin ein Stück Pop-Geschichte sampelt und ihm so ein neues Gewand verpasst. Auch ihr jüngstes Lied "My Head & My Heart", das vergangene Woche erschienen ist und wieder mal die Radiofrequenzen zum Glühen bringt, dürfte Erinnerungen wecken. Dafür hat sie sich schließlich den 90er-Jahre-Eurodance-Hit "Around The World" von ATC als Vorlage geschnappt.

Bis sie selbst mal wieder um die Welt reisen kann, muss man wohl erst das Ende der Corona-Pandemie abwarten. Doch, daran lässt Ava Max keine Zweifel, dann wird sie auch live den Angriff auf unsere Trommelfelle unternehmen: "Ich kann es nicht erwarten, auf Tour zu gehen."

Quelle: ntv.de