Musik

"Geht mir gegen den Strich" Klee sagen "Danke Nein"

Lackiert? Optimiert? Strukturiert? Klee sagen dazu "Danke Nein" und melden sich mit gleichnamigem Song stimmgewaltig zurück. Wurde aber auch Zeit, fast zehn Jahre nach dem letzten regulären Album des Kölner Duos. ntv.de zeigt den nigelnagelneuen Clip zu "Danke Nein" exklusiv.

"Hello Again", sagten Klee 2015. Unter dem Titel des Howard-Carpendale-Klassikers veröffentlichten sie damals ein Album mit Coverversionen ihrer Lieblingssongs deutscher Schlagersänger. Das bislang letzte reguläre Album des aus Suzie Kerstgens und Sten Servaes bestehenden Duos namens "Aus lauter Liebe" liegt dagegen noch weitaus länger zurück. Im August 2011 erschienen, hat es schon nahezu zehn Jahre auf dem Buckel.

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Klee bestehen aus Suzie Kerstgens und Sten Servaes.

(Foto: Heike Sieber PR)

"Wir mussten ein paar Brocken aus dem Weg räumen. Und ruckzuck waren ein paar Jahre um", erklärt Servaes, weshalb man von der Kölner Band so lange nichts gehört hat. Und Kerstgens ergänzt: "Eine kreative Pause war das eigentlich nicht. Uns ist einfach das Leben dazwischen gekommen. Unausweichliche Ereignisse. Schönes wie Schreckliches. Trennungen, Trauer, Tod, Krankheiten, Liebe, neue Leben."

"Augenzwinkernde Kritik"

Da wird es doch nun allerhöchste Zeit für Klee, endlich mal wieder "Hello Again" zu sagen. Und zwar so richtig. Am 30. April wird mit "Trotzalledem" ihr neuer und damit sechster regulärer Longplayer erscheinen. Einen ersten Vorgeschmack auf das Album gibt es nun bereits mit dem Song "Danke Nein" samt zugehörigem Videoclip, den ntv.de exklusiv präsentiert.

Was es mit der freundlichen, aber bestimmten Zurückweisung im Song-Titel auf sich hat, erklärt Servaes so: "Das ist als augenzwinkernde Kritik an einem neoliberalen Optimierungswahn zu verstehen." Wem das womöglich zu kryptisch klingt, dem hilft Kerstgens auf die Sprünge: "Diese ganze Selbstoptimierung: Die Optimierung der Zeit, die Optimierung des Körpers, des ganzen Lebens, also auch die Optimierung von allem, was einem in den Sozialen Netzwerken, im Fernsehen und der Werbung so vorgegaukelt wird, die muss man nicht mitmachen. Man kann auch mal sagen: Danke, aber danke nein!"

Die Sängerin wird mit einem Beispiel konkret: "Als Frau geht es mir total gegen den Strich, jederzeit schön sein, dünn sein, alles im Griff haben zu müssen: lackiert, optimiert und strukturiert. Sorry, aber so ist mein Leben nicht. Da trete ich auf die Bremse: 'Don't push the river - let it flow.' Ich mag mein Leben ungefiltert, mit all seinen Macken, Kratzern, Pfunden und Falten."

Tanzend, unbeschwert, feiernd

Keine Frage, in Zeiten, in denen sogenannte Influencer die neuen Gurus und die Zahl an Followern und Likes die neue Währung zu sein scheinen, legt die Gruppe damit einen Finger in die Wunde. So wie auch schon in der Vergangenheit und in den übrigen Songs des neuen Albums. Doch bei aller Anspruchshaltung in den Texten geht es Klee auch stets darum, "Leichtigkeit und Melodiösität" zu verbinden. Und das am besten "tanzend, unbeschwert und ausgelassen feiernd". Oder wie Kerstgens es auf den Punkt bringt: "Gemeinsam auf der Tanzfläche mit den Pet Shop Boys, Tears For Fears und New Order."

Kerstgens und Servaes betraten in den 1990er-Jahren die Pop-Arena, damals noch als Teil der vierköpfigen Formation Ralley. Ab 2002 firmierte die zum Duo geschrumpfte Gruppe dann unter dem Namen Klee. Mit Songs wie "Gold", "Zwei Herzen" oder "Willst du bei mir bleiben" gelangen der Band deutschsprachige Pop-Perlen. Das Album "Aus lauter Liebe" stieg 2011 bis auf Platz 6 der deutschen Charts.

Quelle: ntv.de, vpr