Panorama

Silvester ohne Beschränkungen China feiert gemächlich, Neuseeland laut

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Das Feuerwerk in Sydney war auch ohne Menschen schön wie immer.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Wohl denen, die das Coronavirus unter Kontrolle haben: In China und Neuseeland können die Menschen unbeschwert ins neue Jahr rutschen. Anders sieht es in Berlin und anderen Metropolen und Hauptstädten aus. Vielerorts sind die Bühnen voll, aber die Straßen leer.

In China hat das neue Jahr ohne große Einschränkungen begonnen. Da die Corona-Pandemie unter Kontrolle ist und es kaum noch Infektionen gibt, wären größere Neujahrspartys möglich gewesen, viele Menschen in der Volksrepublik ließen es dennoch gemächlich angehen: Silvester ist für China kein besonders wichtiger Feiertag. Nach dem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr in Fernost erst im Februar und damit auch die große Reisewelle, in der sich Hunderte Millionen durchs Land bewegen, um ihre Familien zu besuchen. Erst dann wird auch richtig groß gefeiert. Dennoch wurden am Freitag um Mitternacht in einigen Städten Feuerwerke gezündet. Darunter war auch Wuhan, wo es zum ersten großen Ausbruch des Coronavirus kam.

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Seltene Bilder: In Neuseeland können die Menschen Arm in Arm und ohne Masken das Feuerwerk genießen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Auch andere Staaten sind bereits im Jahr 2021 angekommen. Den Anfang machten wie üblich die Inselstaaten Samoa und Kiribati, dann folgten unter anderem Neuseeland, Australien, Japan und Südkorea. Die australische Metropole Sydney ließ es sich trotz Pandemie nicht nehmen, mit einem riesigen Feuerwerk zu feiern. Allerdings waren am Hafen und Opernhaus in diesem Jahr keine Zuschauer zugelassen. Die Behörden drohten Regelbrechern mit Geldstrafen von umgerechnet mehr als 620 Euro. Beobachtern zufolge hielten sich die Menschen daran: Sydney glich einer Geisterstadt, wie sie berichten.

Ganz anders sah es in Neuseeland aus, wo unter anderem dank strikter Einreiseverbote seit Wochen kein neuer Corona-Fall mehr registriert wurde. Musikfestivals und Feuerwerksshows konnten ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere Einschränkungen stattfinden. In Auckland und anderen Städten versammelten sich riesige Menschenmengen, um gemeinsam die Feuerwerke zu bestaunen.

Beim höchsten Feuerwerk der Welt waren dieses Jahr nur vereinzelt Zuschauer auf reservierten Plätzen in umliegenden Restaurants dabei: Mit einem farbenprächtigen Lichtspiel hat Dubai das neue Jahr begrüßt. Nach dem traditionellen digitalen Countdown an der angestrahlten Fassade des 828 Meter hohen Burdsch Chalifa in der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wurde die Skyline um Mitternacht in einem Rausch von Farben erhellt. Die gesamte Show dauerte rund acht Minuten. Sonst verfolgen mehr als eine Million Zuschauer vor Ort das Spektakel.

Volle Bühnen in Berlin

Auch in Deutschland bereiteten sich Millionen Menschen dieses Jahr im kleinen Kreis auf den Jahreswechsel vor. Zum zweiten Mal seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie herrscht ein harter Lockdown mit geschlossenen Geschäften, Restaurants und Bars. Diesmal gab es ein grundsätzliches Verkaufsverbot von Feuerwerk vor Silvester. Es geht vor allem darum, die Krankenhäuser von zusätzlichen Patienten zu entlasten.

In Berlin fällt aus diesem Grund auch Deutschlands größte Silvesterparty aus. Dennoch wird im ZDF die digitale Veranstaltung "Welcome Berlin 2021" übertragen, bei der unter anderem Jürgen Drews und Vicky Leandros auftreten.

Die Polizei in der Hauptstadt versucht mit einem Großaufgebot das an vielen Orten geltende Feuerwerksverbot durchzusetzen. Sie ist die Nacht über mit rund 2900 Kräften im Einsatz. Die Berliner Feuerwehr erwartet trotz der Umstände wie in den Vorjahren eine Art Ausnahmezustand, die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft sogar Gewalt gegen Einsatzkräfte - ausgelöst durch die geltenden Alkohol-Beschränkungen und Böllerverbote. Auch in den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht immer wieder zu Attacken.

Ausgangssperre in Paris

In anderen Metropolen sind ebenfalls viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden, zum Beispiel in Rio, Sao Paulo, Amsterdam und London. In Paris herrscht eine Ausgangssperre, stattdessen gibt es in der französischen Hauptstadt ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen aufgezeichneten Livestream mit Star-DJ David Guetta vorm Louvre.

In New York soll der "Ball Drop" am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden. In Moskau soll es trotz Corona-Sperrstunde ab 23 Uhr Ortszeit ein großes Feuerwerk am Kreml geben.

Bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist, dauert es bis 13 Uhr deutscher Zeit. Als letztes sind die unbewohnten Eilande Bakerinsel und Howlandinsel im Pazifik dran.

Quelle: ntv.de, chr/dpa