Politik

Sollte Regierungserfahrung haben AKK wirbt nicht für Merz

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AKK spricht sich indirekt aber gut verständlich für Laschet als künftigen CDU-Chef aus.

(Foto: imago images/Emmanuele Contini)

Am Samstag wählt die CDU einen neuen Vorsitzenden. Nach und nach positionieren sich Spitzenpolitiker der Partei. Ohne es direkt zu sagen, liegen die Sympathien der amtierenden Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer bei Laschet.

Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wünscht sich einen Nachfolger mit Regierungserfahrung. "Die CDU hat, wie kaum eine andere Partei, den Anspruch: Wir wollen regieren", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "In der CDU ist deshalb ein ganz wichtiger Punkt, wie jemand mit Verantwortung umgeht." Mit Blick auf dieses Kriterium hob sie unter ihren Nachfolgekandidaten insbesondere NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hervor: "Aber die eigentliche Regierungserfahrung, da haben Sie recht, die liegt bei Armin Laschet."

Sie gehe aber davon aus, dass alle drei Kandidaten "Lust an Verantwortung" hätten und auch "die Fähigkeit dazu", sagte Kramp-Karrenbauer. Der Vorsitzanwärter Norbert Röttgen hat ebenfalls Regierungserfahrung gesammelt - als früherer Umweltminister. Noch kein Regierungsamt hatte Friedrich Merz. Er war Unionsfraktionschef. Die Entscheidung über den neuen CDU-Vorsitzenden soll am Samstag auf dem Parteitag fallen. "Es ist ein offenes Rennen", sagte Kramp-Karrenbauer. Wichtig sei, dass sich die beiden Unterlegenen danach hinter den Sieger stellten. Kramp-Karrenbauer hatte sich bei ihrer Wahl zur Parteichefin im Dezember 2018 knapp gegen Merz durchgesetzt.

Bouffier trommelt für Laschet

Nach Informationen der FAZ wirbt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier intern für die Wahl Laschets. Die Zeitung zitierte ihn mit den Worten, Laschet könne "eine Regierung führen und weiß, wie man eine Koalition zusammenhält". Entsprechend habe sich Bouffier vor den rund 90 Parteitagsdelegierten aus Hessen geäußert.

In den vergangenen Tagen hatten sich immer mehr CDU-Politiker zu einem der drei Kandidaten bekannt, die in Umfragen in der Gunst bei CDU-Wählern nicht sehr weit auseinander liegen. Merz führt in den meisten Umfragen. Wählen werden allerdings die 1001 CDU-Delegierten. Es wird parteintern mit einer Stichwahl gerechnet und damit, dass sich Röttgen und Laschet gegenseitig Stimmen streitig machen.

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Junge Union-Chef Tilman Kuban brachte unterdessen Gesundheitsminister Jens Spahn für eine Kanzlerkandidatur ins Gespräch. "Spahn ist laut Umfragen der beliebteste Politiker in Deutschland", sagte Kuban dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Und er ist der erfolgreichste Bundesminister. Da ist es klar, dass man auch als Nachfolger von Angela Merkel infrage kommt." CDU/CSU sollten mit dem aussichtsreichsten Kandidaten ins Rennen gehen. "Das entscheiden wir Ende März. Dann sehen wir, wer die besten Chancen hat." Wer in Umfragen der beliebteste CDU-Politiker sei, sei dabei natürlich "kein ganz unwesentliches Indiz". Die Junge Union hatte sich in einer internen Umfrage für Merz als CDU-Chef ausgesprochen.

Spahn tritt zur Wahl des Parteivorsitzenden nicht an, sondern unterstützt die Kandidatur Laschets. Die Schwesterpartei CSU, die beim Unions-Kanzlerkandidaten mitbestimmen will, betont, dass der neue CDU-Chef nicht automatisch Kanzlerkandidat werde. Deshalb wird für diesen Posten neben CSU-Chef Markus Söder auch Spahn ins Gespräch gebracht.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts

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