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"Praxis im Frühling und Sommer" Dreyer setzt für Öffnungen auf Schnelltests

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besucht eine Rettungswache in Mainz. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild

Dreyer betont, dass die Verwendung von Schnelltests "unter strengen Auflagen passieren" muss.

(Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild)

Einige Bundesländer kündigen bereits stufenweise Lockerungen der Corona-Maßnahmen an. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, schlägt vor, Geschäfte und Veranstalter mit Schnelltests auszustatten, um die Ansteckungsgefahr mit dem Virus auch bei Öffnungen weiterhin gering zu halten.

Die rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer hält die Wiedereröffnung vieler Geschäfte und Einrichtungen ab dem Frühjahr unter Verwendung von Corona-Schnelltests für sinnvoll. "Mit Schnelltests kann ein privater Veranstalter oder Gastgeber, egal ob er eine Gaststätte, einen Laden oder ein Museum betreibt, sicherstellen, dass von seinen Kunden kaum Ansteckungsgefahr ausgeht, und damit sein Gewerbe wieder betreiben", sagte sie der "Bild am Sonntag".

Dreyer betonte zugleich, dies müsse "unter strengen Auflagen passieren". Ein solches Vorgehen "kann Praxis im Frühling und Sommer werden". Mit Blick auf Corona-Selbsttests für den Hausgebrauch, die seit wenigen Tagen in Deutschland zugelassen sind, forderte Dreyer Unterstützung für Menschen mit niedrigem Einkommen. "Man muss sicherlich eine Regelung für Geringverdiener finden. Selbsttests dürfen kein Luxusgut für Besserverdiener werden", sagte sie.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hatte zuletzt offen gelassen, ob die Abgabe der Selbsttests bezuschusst wird. Dies hänge auch vom Preis ab. Ursprünglich hatte Spahn erwogen, die Selbsttests mit einer Eigenbeteiligung von einem Euro abzugeben.

Bundesärztekammer: Ergebnisse von Schnelltests zentral erfassen

Die Bundesärztekammer fordert angesichts der Diskussion um die flächendeckende Verwendung von Corona-Schnelltests eine zentrale Erfassung der Ergebnisse durch das Robert-Koch-Institut (RKI). "Mit der wachsenden Bedeutung der Antigen-Schnelltests in Deutschland sollten die Ergebnisse dieser Testverfahren detailliert ausgewertet werden", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Unkomplizierte digitale Meldeverfahren und eine zentrale Erfassung der Testergebnisse durch das RKI würden das Dunkelfeld nicht registrierter Infektionen aufhellen und ein umfassenderes Lagebild der Pandemie in Deutschland ermöglichen.

Die so gewonnenen Daten könnten wichtige Erkenntnisse über den Nutzen und die Einsatzszenarien der Schnelltests verschaffen, so Reinhardt. Interessant sei etwa, wie häufig die Tests angewendet werden, wo Kapazitäten ausgeweitet werden müssen und wie hoch die Positivraten in den einzelnen Einsatzbereichen sind. "Genau solche Informationen brauchen wir, um schrittweise in ein normales Leben zurückzukehren", sagte der Ärztepräsident.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP