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Österreich: 1500 Fälle entdeckt Vierter Corona-Schnelltest erhält Zulassung

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Auch zu Hause und ohne Schulung anwendbar: Die neuen Schnelltests sind bald in Apotheken erhältlich.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Ein vierter Corona-Schnelltest ist für den Laiengebrauch in Deutschland zugelassen und soll verschreibungsfrei in Apotheken zu haben sein. Während RKI-Chef Wieler vor trügerischer Sicherheit warnt, berichtet Österreich von guten Erfahrungen im Schulbetrieb. In drei Wochen wurden 1500 Infektionen entdeckt.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat einen neuen Corona-Selbsttest des Schweizer Pharmakonzerns Roche zugelassen. Damit gebe es in Deutschland eine neue verlässliche Möglichkeit, sich zu Hause selbst auf eine Covid-19-Infektion zu testen, sagte Thomas Schinecker, CEO von Roche Diagnostics. "Regelmäßiges Testen zu Hause kann Gesundheitssysteme entlasten", fügte er hinzu. Der "Sars-CoV-2 Rapid Antigen Test" soll verschreibungsfrei in Apotheken verkauft werden. Die Schnelltests, die wie ein Schwangerschaftstest aussehen, liefern in der Regel bereits nach einigen Minuten ein Ergebnis. Bei Antigen-Tests wird ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum auf virustypische Proteine untersucht.

Das Bundesinstitut hatte erst am Mittwoch die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen, erläuterte das Institut. Weitere Zulassungen würden in Kürze erwartet.

Das Robert-Koch-Institut warnte am Morgen vor einer Überschätzung von Selbsttests in der Pandemie-Bekämpfung. "Selbsttests sind keine Wunderwaffe", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Erwartung, dass man sich für bestimmte Situationen "freitesten" könne, sei nicht hundertprozentig zu erfüllen. Ein negatives Ergebnis sei eine Momentaufnahme und schließe eine Infektion nicht aus. "Man kann trotzdem infiziert sein und andere anstecken", betonte er. Deshalb sei es wichtig, sich und andere auch weiter durch Abstandhalten, Maskentragen, Hygiene und Lüften zu schützen. Schnelltests seien dennoch ein Werkzeug bei der Eindämmung der Pandemie, sagte Wieler. Positiv sei, dass sie mehr Infektionen aufdecken würden. "Das mächtigste Werkzeug neben uns selbst sind die Impfungen", sagte Wieler. Sie seien der direkte, gemeinsame Weg aus der Pandemie.

Schulkinder in Österreich kommen "irre gut zurecht"

Nach Massenanwendungen von Corona-Schnelltests in Schulen in Österreich wurden seit der Rückkehr zum Präsenzunterricht am 8. Februar rund 1500 positive Fälle entdeckt worden. Allein in der nun dritten Woche seien es 904 gewesen - 619 bei Schülern sowie 285 bei Lehrern und Verwaltungspersonal, teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Wien mit.

Insgesamt wurden seit Montag 1,4 Millionen Tests in den Schulen gemacht. "Es ist gut, dass wir die Fälle finden. Nur so kann man die Schulen aufhalten", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Alle 1,1 Millionen Schüler müssen sich selbst mindestens einmal die Woche mit einem sogenannten Nasenbohrer-Test in der Schule auf eine etwaige Infektion untersuchen. Weil die Grundschüler die gesamte Woche über im Präsenzunterricht sind, müssen sie sich zweimal wöchentlich testen. "Die Kinder kommen irrsinnig gut damit zurecht", meinte der Sprecher des Ministeriums.

Anfängliche Skepsis sei schnell verflogen, hieß es. Im Fall eines positiven Ergebnisses würden die betroffenen Schüler in einem separaten Raum betreut sowie die Eltern und die Gesundheitsbehörden informiert. Die folgenden PCR-Tests zur Überprüfung eines Resultats bestätigten in 80 Prozent der Fälle den positiven Selbsttest.

Quelle: ntv.de, mau/dpa