Politik

Machtkampf in K-Frage dauert an Junge Union neigt klar zu Söder

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JU-Chef Kuban sondiert bereits die Stimmung in der Parteijugend. Am Montag soll es ein Votum geben, falls sich Söder und Laschet nicht geeinigt haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Union steuert auf eine Zerreißprobe zu: Während CDU-Chef Laschet und CSU-Chef Söder derzeit unter vier Augen und Ohren darüber streiten, wer die Kanzlerkandidatur übernehmen soll, mehren sich in der CDU-Spitze die Stimmen für Söder. Auch in der Parteijugend hat der Bayer mehr Rückhalt.

Der unionsinterne Machtkampf um die Kanzlerkandidatur geht auf die Zielgerade. CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder seien in konstruktivem Austausch, hieß es am Abend aus Unionskreisen. Es habe aber noch kein finales Gespräch gegeben. Aus der CDU war weiter zu hören, Laschet und Söder seien "in guten Gesprächen". Details zum Stand der Beratungen blieben offen - dies galt auch für die Frage, bis wann die Entscheidung fallen soll.

Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) will die Junge Union am Montag in einer digitalen Sitzung ein Votum herbeiführen, wenn sich Laschet und Söder nicht am Wochenende einigen. 12 der 18 JU-Landesverbände der Nachwuchsorganisation wollten bereits am Freitag eine Erklärung zugunsten von Söder veröffentlichen, wurden aber von Verbandschef Tilman Kuban davon abgehalten. Der sicherte ihnen dafür eine gemeinsame Positionierung zu. Es gab laut RND allerdings auch kritische Stimmen zu Söder in der Parteijugend. Sie kommen vor allem aus Laschets Heimatverband Nordrhein-Westfalen.

In der Thüringer CDU gab es besorgte Stimmen über eine drohende Spaltung der Union. "Mit jedem weiteren Tag verfestigen sich an der Basis, in den Vorständen und Fraktionen die unterschiedlichen Positionen", sagte der CDU-Politiker Mike Mohring. Nach den Urwahlen in der Südwest CDU habe man gesehen, dass es Jahre dauere, die Kluften wieder zu heilen. "Deshalb braucht es noch über das Wochenende abschließende Klarheit. Die Entscheidung ist überfällig", forderte das Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Es sei die Verantwortung beider Parteichefs, einen gemeinsamen Vorschlag vorzulegen.

Altmaier will Basis beteiligen

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier drängte auf eine rasche Entscheidung über die Kanzlerkandidatur. "Wir dürfen jetzt nicht endlos zögern, sondern müssen schnell und entschlossen handeln", sagte Altmaier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er plädierte dafür, "dass wir bei der Entscheidung auch die Auffassungen unserer Basis, also der Mandats- und Funktionsträger, der Mitglieder und der Wähler mit einbeziehen sollen". Das Amt sei beiden Bewerbern gleichermaßen zuzutrauen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehe, "mit welchem der beiden wir die besten Aussichten haben, den Regierungsauftrag für die nächsten vier Jahre auch tatsächlich zu erhalten", ergänzte Altmaier.

Zuvor hatten sich mit den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und dem Saarland bereits die ersten beiden Spitzenpolitiker der CDU der Argumentation Söders angeschlossen. Danach reicht das Votum des CDU-Präsidiums für Laschet allein nicht aus, um die K-Frage zu entscheiden. Der saarländische Landeschef Tobias Hans betonte, wie am Vortag auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff - die Bedeutung von Umfragen für die Entscheidung. "Es ist völlig klar, dass die Frage, mit welcher Person man die besseren Chancen bei den Wahlen hat, eine zentrale Rolle spielen muss", sagte Hans der "Welt". Umfrage-Ergebnisse allein sollten nicht im Vordergrund stehen. "Aber sie geben schon einen wichtigen Hinweis darauf, wie man sich im Wahlkampf aufzustellen hat." Hans und Haseloff sind auch Präsidiumsmitglieder. Damit bröckelt der anfängliche Rückhalt für Laschet inzwischen deutlich.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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