Politik

Späte Rückendeckung für Laschet Spahn "wundert" sich über K-Frage-Streit

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Wie konnte es nur zu dem Duell Söder-Laschet kommen? Gesundheitsminister Spahn versteht es nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Streit innerhalb der Union um die Kanzlerkandidatur wäre Spahn eigentlich der natürliche Unterstützer des CDU-Vorsitzenden: Schließlich trat er als Laschets Vize an. Doch zunächst tut sich der Gesundheitsminister schwer mit einem klaren Bekenntnis. Erst jetzt reicht er die Unterstützung für Laschet nach.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet den Rücken gestärkt. Laschet führe das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen sicher durch die Corona-Krise, sagte Spahn im Deutschlandfunk. "Er steht mit seiner christlich-liberalen Koalition für eine klimaschützende, wachstumsfördernde Industriepolitik, für innere Sicherheit und vor allem für Zusammenhalt."

Für Zusammenhalt stehe Laschet "in einer Zeit, wo immer mehr Parteien ihr Heil in der Polarisierung suchen", fügte Spahn hinzu. Grundsätzlich kämen natürlich beide Parteichefs von CDU und CSU für die Kanzlerkandidatur in Frage. Aber er habe Laschet am Montag im Präsidium und am Dienstag in der Fraktion "ausdrücklich und aus Überzeugung" unterstützt, berichtete Spahn. Laschet sei im Januar zum CDU-Vorsitzenden gewählt worden. "Und jeder, der ihn da gewählt hat, wusste, dass er damit auch den Kanzlerkandidaten der CDU nominiert", betonte Spahn. "Insofern wundere ich mich, dass jetzt einige sagen, man müsste erst mal horchen, was die CDU will."

Spahn vermeidet Rückzugsforderung an Söder

Spahn hatte Laschet bei seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz unterstützt und selbst für den Posten eines Vizevorsitzenden kandidiert, den er inzwischen auch bekleidet. Zwischen Laschet und CSU-Chef Markus Söder tobt zur Zeit ein Machtkampf um die Kanzlerkandidatur, den beide Anwärter noch in dieser Woche entscheiden wollen. Bei einem Interview im ZDF am Mittwoch hatte sich der Gesundheitsminister jedoch mit einem klaren Bekenntnis zu Laschet noch schwergetan. Auch hatte er Söder nicht zu einem Rückzug aufgefordert. "Ich setze darauf, dass uns die beiden einen gemeinsamen Vorschlag machen", so der Minister im ZDF.

Am Dienstag hatten Laschet und Söder nach einer rund vierstündigen Beratung in der Unionsfraktion mitgeteilt, dass sie bis Ende der Woche eine Entscheidung für die festgefahrene K-Frage präsentieren wollen. Ob sie damit den Freitag meinten oder das Wochenende, ließen sie offen. Beide hatten am vergangenen Sonntag erklärt, dass sie für die Kandidatur bereit stünden, woraufhin sich die obersten Parteigremien hinter ihrem jeweiligen Parteichef versammelten. Während Söder - wie andere Politiker von CSU und auch CDU - auf die aktuellen, für ihn sehr positiven Umfragen verweist, betont Laschet immer wieder, Umfragen könnten sich sehr schnell ändern.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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