Politik

Reaktionen auf Al-Sawahiri-Tod "Schritt in Richtung einer sichereren Welt"

Nach der Tötung des Al-Kaida-Chefs Al-Sawahiri sind die Reaktionen in den USA und bei ihren engen Verbündeten positiv. Ex-Präsident Obama zeigt sich erleichtert, Kanadas Premier Trudeau hofft auf mehr Sicherheit. Die Taliban hingegen üben heftige Kritik.

Er war einer der Drahtzieher von 9/11 und einer der meistgesuchten Terroristen der Welt: Die USA haben bei einem Drohnenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri getötet. Die Reaktionen in den USA und bei ihren Verbündeten fallen positiv aus - von den Taliban hingegen gibt es massive Kritik.

"Es wurde Gerechtigkeit geübt, und dieser Terroristenanführer lebt nicht mehr", sagte US-Präsident Joe Biden am Montagabend bei einer Fernsehansprache. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters wurde der 71-Jährige am frühen Sonntagmorgen auf dem Balkon eines Hauses in Kabul durch zwei von einer Drohne abgefeuerte Raketen vom Typ Hellfire getötet.

Biden sagte, der erfolgreiche Einsatz sei ein klares Signal an jeden Feind der USA: "Egal, wie lange es dauert, egal, wo du dich versteckst: Wenn du eine Bedrohung für unsere Bevölkerung bist, werden die USA dich finden und ausschalten." Zugleich hoffe er, dass Al-Sawahiris Tötung den Angehörigen der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 helfen werde, Frieden zu finden.

"Mission war ein Erfolg"

Bidens Angaben zufolge hatten die US-Geheimdienste den einstigen Stellvertreter von Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden in diesem Jahr aufgespürt. Er sei "in die Innenstadt von Kabul" gezogen, um wieder mit seiner Familie zusammenzuleben. Biden sagte, er habe einen "Präzisionsschlag" gegen den Al-Kaida-Anführer genehmigt und vor einer Woche das endgültige grüne Licht gegeben. "Die Mission war ein Erfolg", sagte Biden. "Keiner seiner Verwandten wurde verletzt, und es gab keine zivilen Opfer."

Die radikalislamischen Taliban bestätigten den Drohnenangriff auf ein Wohnhaus in Kabul. Ein Sprecher verurteilte die Attacke jedoch und warf den USA den Bruch internationaler Prinzipien vor. "Solche Aktionen sind eine Wiederholung der gescheiterten Erfahrungen der letzten 20 Jahre und widersprechen den Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika, Afghanistans und der Region", so der Sprecher laut BBC.

Saudi-Arabien hingegen begrüßte die Nachricht von Al-Sawahiris Tod. Al-Sawahiri habe "die Planung und Ausführung von abscheulichen Terror-Operationen in den USA, in Saudi-Arabien und vielen anderen Ländern in aller Welt angeführt", erklärte das Außenministerium des Königreichs.

Obama: Terrorismus bekämpfen, ohne Krieg zu führen

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama zeigte sich auf Twitter erleichtert: "Mehr als 20 Jahre nach dem 11. September 2001 wurde einer der Drahtzieher dieses Terroranschlags und Osama bin Ladens Nachfolger als Anführer von al-Kaida - Ayman al-Sawahiri - endlich der Gerechtigkeit zugeführt." Die Nachricht sei auch ein Beweis dafür, dass es möglich sei, "Terrorismus zu bekämpfen, ohne in Afghanistan Krieg zu führen".

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"Die Welt ist ohne ihn sicherer geworden", kommentierte der republikanische US-Senator Marco Rubio laut der Nachrichtenagentur Reuters. Dieser Schlag zeige zudem, dass "wir weiterhin entschlossen sind, alle Terroristen zu jagen, die für den 11. September 2001 verantwortlich sind, und diejenigen, die weiterhin eine Bedrohung für die Interessen der Vereinigten Staaten darstellen."

Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau sieht den Tod des Al-Kaida-Anführers als "Schritt in Richtung einer sichereren Welt", wie er auf Twitter schrieb. "Kanada wird weiterhin mit unseren globalen Partnern zusammenarbeiten, um terroristische Bedrohungen zu bekämpfen, Frieden und Sicherheit zu fördern und die Menschen hier zu Hause und in der ganzen Welt zu schützen", so Trudeau.

Quelle: ntv.de, kst/AFP

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