Ratgeber

Alte Hausgeräte Wann der Austausch lohnt

Eigentlich läuft die Waschmaschine noch ganz rund, und der Kühlschrank funktioniert trotz seines Alters ebenfalls klaglos. Trotzdem kann der Zeitpunkt für eine Trennung gekommen sein - der Umwelt und dem Konto zuliebe.

Der Kauf eines neuen Haushaltsgeräts ist zwar erstmal eine größere Investition. Doch moderne Geräte sind fast immer auch sparsamer - und über mehrere Jahre gesehen haben Verbraucher das Geld wieder drin.

"Bei sehr alten Geräten raten wir auch dann über einen Neukauf nachzudenken, wenn noch alles funktioniert", sagt Stefanie Schmidl von der Verbraucher Initiative in Berlin. "Sehr alt" bedeutet - je nachdem, ob es sich um einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine handelt -, dass eine Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahre vorliegt. Solange bleibt die "Weiße Ware", wie große Haushaltsgeräte genannt werden, derzeit im Schnitt in deutschen Haushalten stehen.

Deutlich geringerer Verbrauch

Laut der Initiative Energieeffizienz geht mehr als ein Drittel des privaten Stromverbrauchs auf das Konto von Kühlschrank und Co. Mit wie viel weniger Strom neue Geräte im Vergleich zu ihren betagten Vorläufern auskommen, hat die Deutsche Energie-Agentur (DENA) in Berlin ermittelt. Verglichen wurden dabei aktuelle Geräte mit Modellen aus dem Jahr 1990. Die größten Unterschiede gab es bei Kühlschränken: Die neuesten Geräte verbrauchen um 75 Prozent weniger Energie. Bei Wäschetrocknern liegt der Verbrauch um 40 Prozent niedriger, bei Waschmaschinen und Geschirrspülern um je 35 Prozent.

"Verbraucher sollten nicht nur auf den Anschaffungspreis gucken, sondern auch darauf, welche Verbrauchskosten durch ein Gerät entstehen", rät Stefanie Schmidl. "Ein günstiges Gerät kann dadurch auf Dauer mehr kosten als ein anfangs teureres Gerät." Denn die billigen Geräte sind technisch meist nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Mit einem vergleichsweise hohen Strom- und Wasserverbrauch fressen sie die Ersparnis wieder auf und belasten auch die Umwelt.

Es muss aber auch nicht gleich das teuerste Gerät sein. Viele Hersteller bieten von ihren Top-Produkten auch etwas einfachere Versionen an, erklärt Christine Gluth von der LGA-Prüfstelle in Nürnberg. Diese Geräte bieten dann beispielsweise nicht ganz so viele Funktionen, sind ansonsten aber technisch genauso fortgeschritten wie die nobleren Verwandten. "Die Hersteller müssen für die Entwicklungsarbeit nicht zusätzlich investieren", so die Expertin.

"A" heißt nicht immer sparsam

Aufschluss über die Energieeffizienz gibt das sogenannte EU-Label. Dieser Aufkleber ist auf Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräten, Geschirrspülern, Wäschetrocknern, Elektrobacköfen und Raumklimageräten zu finden. Auch Laien können so mit einem Blick erkennen, welche Geräte sparsam sind und welche Energie verschwenden: "A" steht für einen niedrigen Verbrauch, "G" für einen sehr hohen.

Bei Kühl- und Gefriergeräten ist die Stufe "A" durch den technischen Fortschritt mittlerweile aber nur noch Durchschnitt. Daher gibt es hier die zwei zusätzlichen Klassen A+ und A++ für besonders sparsame Geräte. Laut dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in Frankfurt/Main benötigt ein "A++"-Kühlschrank im Vergleich zu einem Gerät der Klasse "A" etwa 45 Prozent weniger Strom.

Zusätzlich gibt das EU-Label zum Beispiel bei Waschmaschinen unter anderem Auskunft über die Wasch- und Schleuderwirkung, den Wasserverbrauch und die mögliche Geräuschentwicklung. Dabei gibt es durchaus Unterschiede auch innerhalb einer Energieeffizienzklasse. "Verbraucher sollten deshalb genau auf das Etikett sehen und die Werte verschiedener Geräte miteinander vergleichen", rät Schmidl.

Quelle: ntv.de

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