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Zentraler Ort für Finale geplant Abbruch oder "Geheimplan" für Handball?

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Bob Hanning will die Saison gern zu Ende spielen - und hat offenbar eine konkrete Idee.

(Foto: imago images/Bernd König)

Die Verlängerung der Coronavirus-Maßnahmen verbietet weiterhin auch Sportevents. Die Handball-Bundesligisten müssen sich also bald entscheiden: Saisonabbruch oder weiter warten und hoffen? Bob Hanning hat da eine durchaus brisante Idee.

Saison-Abbruch! Oder etwa doch nicht? Während die Bundesliga-Klubs eine schriftliche Abstimmung über das sofortige Ende der Spielzeit auf den Weg brachten, preschte Bob Hanning mit einem brisanten Plan vor. Der umtriebige Manager der Füchse Berlin unterbreitete den Spitzenvertretern aus Handball-Bundesliga und Vereinen in einer Videoschalte einen detaillierten Vorschlag, der ein reguläres Saisonende doch noch ermöglichen soll. Nach SID-Informationen sieht der Plan vor, dass alle 18 Bundesligisten im Juni an einem Ort zusammen kommen und innerhalb kürzester Zeit die verbleibenden Spiele absolvieren sollen.

"Ich persönlich bin ein Freund des Weiterspielens und sehe Möglichkeiten", sagte Hanning. Einzelheiten zu seinem von einigen Unwägbarkeiten begleiteten Konstrukt wollte der 52-Jährige nicht nennen oder kommentieren.

Entscheidung in der kommenden Woche

Für viele erscheint der Abbruch aber weiterhin unvermeidlich, denn nach den mit Spannung erwarteten Corona-Maßnahmen von Bundeskanzlerin Angela Merkel waren die großen Sportligen hinter dem Fußball erst einmal kaum schlauer. Die Handball-Liga beschloss immerhin ein "Umlaufverfahren über die Fortsetzung der Saison".

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Frank Bohmann sieht ein Saisonfinale skeptisch.

(Foto: imago/Zink)

Alle Bundesligisten sollen auf diesem Wege schriftlich über Abbruch oder Fortsetzung bis Anfang kommender Woche votieren, sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann. Für eine Entscheidung brauche es eine Zweidrittelmehrheit: "Wir werden Anfang kommender Woche die Entscheidung treffen."

Bohmann berichtete von Alternativmodellen für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs, über die in großer Runde ergebnisoffen debattiert wurde. Er könne jenen jedoch "jetzt nicht vorgreifen", sagte der Liga-Chef: "Das obliegt den Mitgliedern, wie sie das weitere Vorgehen einschätzen." Bohmann selbst gab sich ob des Hanning-Plans allerdings zurückhaltend. "Grundsätzlich sehe ich es als viel besser an, wenn es eine sportliche Entscheidung geben würde und tatsächlich zu Ende gespielt werden könnte, aber da müssen wir uns auch einfach den Wirklichkeiten stellen", sagte er.

Saison-Fortsetzung "kaum noch vorstellbar"

Wie die Saison im Falle eines Abbruchs gewertet würde, entscheidet laut Hanning das Ligapräsidium. "Fest steht, dass es im Fall eines Abbruchs der aktuellen Saison keine sportlichen Absteiger geben wird", hatte HBL-Präsident Uwe Schwenker schon am Dienstag via "Handballwoche" festgestellt.

In der Handball-Szene sind die Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Saison verhalten. Diese sei laut HBL-Justiziar Andreas Thiel "kaum noch vorstellbar. Ich habe jedenfalls großen Zweifel daran, dass wir die Saison ab dem 16. Mai zu Ende spielen können", sagte Thiel. Damit bezog er sich vor allem auf die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis 3. Mai, die einen Trainingsstart zum 20. April unmöglich machen.

Ob Abbruch oder (noch) nicht: Bundestrainer Alfred Gislason sorgt sich inzwischen immer mehr um die Sportart, die er selbst so geprägt hat: "Wenn ein halbes Jahr nicht gespielt wird, kann das viele Klubs in große Schwierigkeiten bringen." Durch Corona rechne er mit langfristigen Problemen für den Handball, der in den vergangenen 20 Jahren so florierte. So werde es "mindestens ein paar Jahre dauern", bis "man wieder den Standard erreicht", so Gislason.

Quelle: ntv.de, ara/sid