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Ski-Star beendet WM mit Kritik DSV muss Zeit nach Neureuther nicht fürchten

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Servus: Felix Neureuther garniert seine Abschiedstour mit Misstönen.

(Foto: REUTERS)

Zum Abschluss der WM patzt Skirennfahrer Neureuther im Slalom und macht einigem Ärger kryptisch Luft. Die Kritik soll den DSV treffen. Doch dem muss vor der Zukunft ohne seinen Star nicht bange sein.

Die Überraschung zum Abschluss der Ski-WM war nicht, dass Felix Neureuther die erhoffte Medaille verpasste. Auch nicht, dass er noch keine Entscheidung über seine Zukunft verlauten ließ. Er wird noch nach Kranjska Gora fahren und wohl auch noch zum Weltcup-Finale in Soldeu. Für den Paukenschlag sorgte der 34-Jährige mit seiner Kritik an der aktuellen Ausrichtung des Deutschen Skiverbandes (DSV) sowie an den Leistungen einiger Teamkollegen, wenngleich er ziemlich vage blieb, was ihn genau stört.

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"Fakt ist: So wie es momentan ist, lass ich es bleiben", sagte Neureuther im schwedischen Are, nachdem er im Slalom wegen eines Einfädlers disqualifiziert worden war. Wichtig sei für ihn unter anderem, "in welche Richtung der Verband ziehen will. Das muss man schon ganz klar sagen. Wenn ich das Gefühl habe, dass das die richtige Richtung ist, dann bin ich dabei und hätte große Freude daran."

Egal, ob nach der Saison die Erneuerungen im Sinne von Neureuther sind und er seine Karriere fortsetzt oder der WM-Slalom von Are sein letzter Auftritt bei einem Großereignis gewesen ist - die Ära eines der erfolgreichsten deutschen Skirennläufer neigt sich dem Ende entgegen.

Er wird fehlen. Sportlich, weil er in den vergangenen Jahren der zuverlässigste Medaillensammler war. Vor allem aber auch als Aushängeschild, Sympathieträger des deutschen Wintersports und natürlich auch als kritischer Geist. Keine dieser Lücken lässt sich leicht füllen, aber die alpine Sparte des DSV ist breiter aufgestellt als noch vor einigen Jahren.

Jahrelange Arbeit zahlt sich aus

Die Frauen traten nach ein paar dürren Jahren mit Rebensburgs One-Woman-Show wieder als Mannschaft mit Perspektive auf, vor allem in den schnellen Disziplinen. Kira Weidle, da sind sich die Verantwortlichen einig, hat eine große Zukunft vor sich, wenn sie gesund bleibt. Die Resultate der gleichaltrigen Meike Pfister und die Entwicklung von Michaela Wenig sind ein weiterer Beweis dafür, dass sich der jahrelange Kampf und die Geduld lohnt haben.

Bei den Männern ist man da schon einen Schritt weiter. Auch ohne die beiden Verletzten Thomas Dreßen und Andreas Sander spielte die Mannschaft eine ansprechende Rolle, zumindest im Super-G. In der Abfahrt lag es wohl weniger an den Athleten als vielmehr an Materialproblemen. Da gebe es Nachholbedarf, räumte Alpinchef Wolfgang Maier ein.

Viktoria Rebensburg dient noch als Schutzschild. Die beherzten Auftritte der Vertreter der kommenden Generation wie vor allem Alexander Schmid, aber auch Anton Tremmel und Marlene Schmotz, reichten zwar nicht für Medaillen. Sie zeigten aber, dass dem Deutschen Skiverband nicht bange sein muss vor der Zukunft. Auch einer Zukunft, die früher oder später ohne Felix Neureuther funktionieren muss.

Quelle: n-tv.de

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