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Alle an Covid-19 verstorben NBA-Star verliert sieben Familienmitglieder

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"Ich habe in den vergangenen sieben Monaten eine Menge Särge gesehen."

(Foto: imago images/Icon SMI)

Mehr Leid und Trauer geht wohl kaum: NBA-Profi Karl-Anthony Towns verliert in den vergangenen Monaten sieben Familienmitglieder. Sie alle sterben an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. In den sozialen Medien bemüht sich der 25-Jährige über die Gefahr, die von Covid-19 ausgeht, aufzuklären.

"Ich fühle mich vom Leben ein wenig abgehärtet und gedemütigt." Für Karl-Anthony Towns müssen die vergangenen Monate die Hölle gewesen sein. Der Basketballprofi musste sieben Familienmitglieder beerdigen, die an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind. "Ich habe viel durchgemacht." Den Anfang nahm dabei seine Mutter. Die 58-Jährige war Anfang April gestorben, nachdem sie mehrere Tage im künstlichen Koma gelegen hatte und beatmet werden musste.

Schon damals hatte Towns vor den Gefahren des Coronavirus gewarnt. "Diese Krankheit darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden", sagte er: "Bitte schützt eure Familien, eure Geliebten, eure Freunde, euch selbst. Haltet euch an das Social Distancing. Bitte haltet euch nicht in Menschenansammlungen auf, das erhöht nur die Chancen, dass ihr euch ansteckt. Diese Krankheit ist tödlich."

Vor wenigen Tagen dann kam sein Onkel ums Leben, wie der Sender ESPN berichtet. Towns, der sich gerade mit seinem Team, den Minnesota Timberwolves, auf die neue Saison vorbereitet, sagt: "Ich habe in den vergangenen sieben Monaten eine Menge Särge gesehen." Er fühle sich nun verantwortlich, seine Familie gut über die Virus-Risiken zu informieren und sie vor einer Ansteckung zu schützen. Sein Vater überstand demnach eine Covid-19-Erkrankung.

Corona grassiert in der NBA

Towns geht offen mit dem Verlust um. Der 25-Jährige hofft durch seine Posts in sozialen Medien andere Menschen über die Gefahr, die von dieser Krankheit ausgeht, aufzuklären. "Ich wollte nicht, dass sich Menschen so fühlen, wie ich mich gefühlt habe." Sein Team habe ihn dabei unterstützt, seine Trauer zu verarbeiten. Er blicke aber mit gemischten Gefühlen auf die nächste Saison. Seine Mutter habe kaum ein Spiel von ihm verpasst. Das werde ihm fehlen. "Aber es gibt mir die Möglichkeit, gute Erinnerungen, die ich hatte, noch einmal zu durchleben."

In den Klubs der NBA breitet sich das Virus derweil weiter rasant aus. Knapp drei Wochen vor dem Saisonstart gilt für fast neun Prozent aller Profis wegen eines positiven Coronatests ein Trainingsverbot. Wie die beste Basketball-Liga der Welt in der vergangenen Woche mitteilte, fiel das Testergebnis bei 48 der 546 untersuchten Profis positiv aus. Die Nachricht über diesen hohen Anteil überschattete die ersten Infos zum neuen Spielplan der Liga, die am 22. Dezember mit dem Stadtduell der Los Angeles Clippers gegen den Titelverteidiger Los Angeles Lakers als Tageshöhepunkt beginnen soll.

Quelle: ntv.de, tno/fzö/dpa/sid