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Fußballer gegen Investoren Profiklubs halten an 50+1-Regel fest

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Die Profiklubs schließen sich dem Wunsch ihrer Fans an und halten an der 50+1-Regel fest.

(Foto: imago/Sportfoto Rudel)

Die deutschen Profivereine entscheiden sich auf ihrer Versammlung mehrheitlich für das Bestehen der 50+1-Regel und damit gegen eine Öffnung für Investoren. Der Beschluss kommt überraschend. Eigentlich sollte noch gar keine Entscheidung fallen.

Die umstrittene 50+1-Regel im deutschen Profifußball bleibt bestehen. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) nahm überraschend einen entsprechenden Antrag des Zweitligisten FC St. Pauli an. "Das ist ein tolles Zeichen", sagte Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig: "Es gab kontroverse Diskussionen. Wir haben aber einen guten Kompromiss gefunden. Das Signal ist wichtig." Ursprünglich sollte in Frankfurt noch keine Entscheidung fallen, sondern nur der Verfahrensverlauf für eine Diskussion über 50+1 festgelegt werden. Das Thema steht seit Jahresbeginn wieder im Mittelpunkt, das DFL-Präsidium hatte die Diskussion vorangetrieben.

Mehrere Klubchefs hatten sich in den vergangenen Wochen geäußert. Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sprach sich für die Abschaffung aus, Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dagegen. Die 50+1-Regel besagt, dass Investoren in Deutschland nur die Mehrheit an einem Verein halten dürfen, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" gefördert haben. Sie sichert den Stammvereinen so eine Stimmenmehrheit in den Kapitalgesellschaften und verhindert die Komplettübernahme eines Vereins durch externe Geldgeber. In den anderen europäischen Top-Ligen gilt diese Regel nicht.

Die 18 Erstliga-Vereine beschlossen auf der Versammlung derweil auch dauerhaft auf den Videobeweis setzen zu wollen. Der Einsatz der Technik ab der kommenden Saison wurde bei nur einer Enthaltung beschlossen. Bislang wurde der "VAR" (Video Assistant Referee) offiziell nur getestet. In der 2. Liga wird der Videobeweis ab der kommenden Spielzeit "offline" eingesetzt, das heißt ohne Auswirkungen auf den Spielbetrieb. Ab wann die Technik "online" geschaltet wird, ist noch offen.

Über den "Online"-Einsatz ab 2019/20 entscheiden die Zweitligisten zu einem späteren Zeitpunkt. Die Kosten werden von der DFL getragen. Das für Regeln zuständige International Football Association Board des Weltverbandes Fifa hatte die Technik am 3. März in  das offizielle Regelwerk aufgenommen. Das Fifa-Council entschied sich unlängst auch für einen Einsatz bei der WM im Sommer (14. Juni  bis 15. Juli). Über die nationale Regelung dürfen die Verbände und Ligen aber selbst entscheiden.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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