Formel1

"Unter Druck nie gut reagiert" Experten sind sauer auf crashenden Vettel

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Für Sebastian Vettel gab es am ersten Rennwochenende der Saison nicht viel zu lachen.

(Foto: dpa)

Es sollte nach den bitteren letzten Ferrari-Monaten doch schnell alles besser werden für Sebastian Vettel. Doch der vierfache Weltmeister fährt auch im neuen Team dem Glück vorerst hinterher. Stattdessen rauscht er einem Konkurrenten ins Heck. Und macht auch danach vieles falsch.

Sebastian Vettel findet nach dem bitteren letzten Ferrari-Jahr sein Glück auch bei Aston Martin noch nicht wieder. Das Renndebüt für das neue Team hätte für Sebastian Vettel, nun ja, nicht schlechter laufen können. Der Start war so ziemlich das einzige Vettel-Highlight am Sonntag. In Erinnerung bleiben wird aber vor allem sein Crash mit Esteban Ocon. Eine Aktion, die auch bei Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher und anderen Experten für Kopfschütteln sorgt.

Wenige Runden vor Schluss zerstörte sich Vettel ein nach Strafversetzung und technischen Problemen ohnehin schon völlig verkorkstes Rennen endgültig. Der vierfache Weltmeister verbremste sich im Zweikampf mit Esteban Ocon und rauschte dem Franzosen ins Heck. "Das ist nicht das erste Mal, dass er jemandem ins Heck fährt. Er müsste es eigentlich besser wissen", analysierte der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher bei "Sky". Die verdiente Strafe für sein Vergehen: zehn Sekunden und zwei Punkte. "Warum muss er die Spur wechseln?", fragte Vettel merklich erregt danach über den Boxenfunk. Ocon hatte die Spur allerdings zu keiner Zeit gewechselt, Vettel sich schlichtweg einen völlig unnötigen Fehler geleistet.

"Ein Albtraumbeginn"

"Zu 100 Prozent Vettels Fahrfehler", analysierte Ralf Schumacher in seiner "Sky"-Kolumne. Eine Meinung, die alle Beobachter teilten - Sebastian Vettel allerdings nicht. Direkt nach der Kollision gab der Deutsche seinem Widersacher die Schuld am Unfall. Ocon habe seine Linie verlassen und den Crash so provoziert, polterte der Heppenheimer am Funk. Was genau er damit meinte, war allerdings nicht klar, denn auf den Videoaufnahmen ist eindeutig zu sehen, wie Ocon seine Linie zu keinem Zeitpunkt verlässt.

"Da gibt es nicht viel zu sagen. Ich dachte, er bleibt rechts, kam dann aber wieder links zurück", schilderte Vettel den Zusammenstoß aus seiner Sicht. "Und als ich direkt hinter ihm war, hatte ich natürlich keinen Abtrieb mehr und habe ich ihn dann gerade getroffen. Das war nicht toll für unser beider Rennen." Oder wie es die italienische Sportzeitung "La Gazzetta dello Sport" passender zusammenfasste: "Ein Albtraumbeginn für Vettel."

Dass Vettel Ocon zunächst die Verantwortung für den Crash zuschob, kann Schumacher überhaupt nicht verstehen. Ihn störe Vettels Art, "wie er damit umgeht. [...]". Der ehemalige Formel-1-Pilot Marc Surer drückte es in seiner Rolle als Experte für das Portal motorsport-total.com noch etwas drastischer aus: "War nicht sein Wochenende", analysiert der Schweizer und legte nach: "Noch peinlicher als der Auffahrunfall war der Funkspruch danach ..."

"Warum passieren solche Fehler?"

Schumacher wirft eine unangenehme Frage auf: "Nach dem Rennen hat er sich zwar bei Ocon entschuldigt, die Frage aber bleibt, warum Sebastian solche Fehler immer wieder passieren." Vettel müsse solche Situationen "einfach besser einschätzen", urteilte der ehemalige Formel-1-Fahrer: "Da muss er sich selbst hinterfragen." Auch Ferrari-Legende Gerhard Berger wunderte sich. "Sebastian ist vierfacher Weltmeister, daher ist er ein außergewöhnlicher Fahrer, keine Frage", sagte der Österreicher im Podcast "In the Fast Lane" zunächst wohlwollend. Aber: "Er hat nie gut unter Druck reagiert." Das sei bei Red Bull und Ferrari schon so gewesen. "Wenn man ihm zuschaut, dann wirkt er nicht befreit. Er ist nicht entspannt genug. Er versucht etwas zu beweisen, was im Moment nicht möglich ist, weil das Auto oder seine eigene Form nicht gut genug sind."

Noch müsse man sich um die Stimmung bei Aston Martin zwar keine Sorgen machen, ist Schumacher überzeugt, aber: "Natürlich kann das nach weiteren Negativerlebnissen irgendwann auch mal kippen." Vettel selbst gab sich schließlich zerknirscht: "Das war wohl nicht das beste Wochenende." Er fühle sich derzeit noch nicht "zu Hause" im AMR21. "Es gibt viele Dinge, gegen die ich ankämpfen muss, daher kann ich mich nicht aufs Fahren konzentrieren." Es tue ihm natürlich leid für das Team, weil ich weiß, wie viel Vorbereitung geleistet wurde vor dem Saisonstart. Andererseits kann es von nun an nur besser werden."

Quelle: ntv.de, ter/sport.de

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