Formel1

Vettel auch in Grün ernüchtert Verstappen muss Hamilton gewinnen lassen

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Das gewohnte Bild.

(Foto: AP)

Für Sebastian Vettel läuft das erste Rennen der neuen Formel-1-Saison ernüchternd, im Aston Martin geht nach vorne fast nichts. Mick Schumacher fährt wie erwartet hinterher, aber deutlich besser als sein Teamkollege. Weltmeister Lewis Hamilton siegt, weil Rivale Max Verstappen ihn vorbeilässt.

Sebastian Vettels Formel-1-Albtraum setzt sich in der Nacht von Bahrain fort, Lewis Hamilton schlägt Max Verstappen im atemlosen Duell - und Mick Schumacher fährt einen einsamen ersten Grand Prix am Ende des Feldes: Mit einem wilden Rennen unter Flutlicht ist die Königsklasse in ihre neue Saison gestartet und hat dabei schon wichtige Fragen beantwortet.

Held des Tages in der Wüste war Weltmeister Hamilton, der den Angriff seines aufmüpfigen Herausforderers eindrucksvoll abwehrte. Der Mercedes-Star gewann das Rennen vor Verstappen und seinem Teamkollegen Valtteri Bottas. Dabei profitierte er von einem nicht ganz regelkonformen Überholmanöver von Verstappen. Der war eigentlich schon vorbei am Seriensieger, hatte beim Überholmanöver aber die Strecke zu weit verlassen und ließ Hamilton deshalb wieder vorbei. Seine weiteren Angriffe wehrte der Brite souverän ab. "Wir hatten die Anweisung von der Rennleitung", funkte Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach der Zieldurchfahrt an den hörbar frustrierten Verstappen.

"Wow, was für ein schwieriges Rennen war das? Max saß mir im Genick. Mir ist es gerade noch so gelungen, ihn auf Distanz zu halten", sagte Hamilton, der seinen 96. Sieg der Karriere feierte. Verstappen haderte nur kurz: "Es ist sehr, sehr schade, aber wir müssen das Positive sehen. Wir konnten gegenhalten."

Vettel dagegen enttäuschte beim mit Spannung erwarteten Debüt für Aston Martin auf ganzer Linie. Der Hesse landete nach einer ganz schwachen Leistung als 15. fernab der Punkteränge und weckte damit schlimmste Erinnerungen an die bitteren letzten Monate bei Ferrari.

Schumacher indes sammelte über 56 Runden wichtige Erfahrungen im sichtbar unterlegenen Haas-Boliden und präsentierte sich dabei fast immer stabil. Dem Formel-2-Champion unterlief nach seinem Aufstieg in die Königsklasse am ganzen Wochenende genau ein Fehler - der Dreher in der Anfangsphase warf ihn allerdings weit zurück. Am Ende stand der 16. und damit letzte Platz, viel mehr wäre im Haas wohl auch sonst nicht möglich gewesen.

Vettel handelt sich Strafe ein

Ganz vorne war das Ergebnis schon ein Fingerzeig für den weiteren Saisonverlauf. Bei den Testfahrten zwei Wochen zuvor hatte sich noch ein Umbruch an der Spitze angedeutet, im Qualifying am Samstag erhärtete sich dieser Eindruck dann: Red Bull, bekannt eigentlich für schwache Saisonstarts und starke Schlusssprints, war gleich voll da, Verstappen holte die erste Eröffnungs-Pole des Rennstalls seit 2013. "Ich denke", sagte der Niederländer, "wir als Team sind noch nie so gut vorbereitet in eine Saison gestartet."

Das Gegenteil dachte man wohl bei Mercedes. Startplatz zwei zwar für Hamilton, aber der Rückstand auf Verstappen war gewaltig. Nach dem Start zeigte Mercedes sich allerdings auf der Höhe, vorne blieb zunächst alles, wie es war. Weit hinten im Feld tat sich dafür einiges. Vettel war im Qualifying durch eine Gelbphase auf seiner schnellen Runde eingebremst worden und früh ausgeschieden, eine Strafe ließ ihn dann sogar ans Ende der Startaufstellung rutschen. Für das Rennen plante er nun eine Aufholjagd: "Ich will nach vorne kommen und das ganze ein bisschen genießen."

Das gelang aber nur in der ersten Runde, Vettel machte sechs Plätze gut. Es sollte ernüchternd weitergehen. Vettel hing in der Folge fest und konnte auch die Rundenzeiten seines deutlich besser platzierten Teamkollegen Lance Stroll (am Ende Zehnter) nicht annähernd mitgehen.

Zunächst wurde allerdings deutlich, wie schwierig die Aufgabe für Schumacher in diesem Jahr sein wird. Viel war darüber geredet worden, wie schwach und schwer beherrschbar der Haas-Bolide ist - das erste Rennen brachte den Beweis. Zunächst verlor Teamkollege Nikita Mazepin die Kontrolle über das Auto, wenig später traf es Schumacher selbst. Anders als der Russe konnte er allerdings weiterfahren - und kam in seinem ersten Grand Prix immerhin auf viele Kilometer.

Vettel wartete sehr lange auf seinen ersten Boxenstopp und war dabei über mehrere Runden langsamster Fahrer im Feld, deutlich langsamer auch als Schumacher. Nach dem Reifenwechsel ging es nicht viel besser weiter, eine Kollision mit Esteban Ocon im Alpine warf ihn weiter zurück, er kassierte dafür sogar noch eine Zehn-Sekunden-Strafe. Die änderte aber weder am Ergebnis noch am Fazit des Wochenendes etwas.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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