Formel1

Lehrreiche Jahre bei Ferrari Vettel kämpft um Auszeiten von Formel 1

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Für Sebastian Vettel bietet die Formel 1 derzeit wenig Grund zur Freude. Seine Familie lenkt ihn davon ab.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

Der Formel-1-Zirkus ist sehr schnelllebig und sehr reiseintensiv. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel bekennt, dass er dazwischen zunehmend Auszeiten braucht, um auch mal abschalten zu können. An sein Karriereende denkt der 32-Jährige deswegen aber erstmal noch nicht.

Zwölf Jahre fährt Sebastian Vettel nun schon in der Formel 1. Im Jahr 2007 gab der Deutsche für BWM Sauber beim Großen Preis der USA in Indianapolis sein Debüt. Nun, mit 32 Jahren, braucht Vettel seine Auszeiten von Formel 1. "Sie sind sehr wichtig und werden immer wichtiger für mich", sagte der Ferrari-Pilot. Es sei wichtig, für Auszeiten zu kämpfen. Dabei ist die Dauer gar nicht entscheidend für ihn, der mit seiner Familie seit langem in der Schweiz auf einem ehemaligen Bauernhof lebt.

"Es geht weniger um die Zeit an sich, sondern um die Fähigkeit, sich in dem Moment oder in den Phasen wirklich von etwas abzukapseln", erklärte Vettel. Das heißt für ihn, "auch keinen Kontakt - in Anführungszeichen - mit und zu den Leuten", die er mit der Formel 1 verbindet. "Das gelingt mir ganz gut, wenn ich zuhause bin. Da gibt es wie bei jedem anderen auch die Alltagsprobleme, bei denen es einem nicht sehr schwer fällt, auf andere Gedanken zu kommen."

Schumacher-Lob freut Vettel

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Vettels Vorbild war Michael Schumacher, nun sieht dessen Sohn zu ihm hoch.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Obwohl er schon im Jahr 2013 - noch mit Red Bull - seinen letzten von vier Weltmeistertiteln holte, fühlt er sich nicht als Auslaufmodell. "Ich glaube, das Alter ist nicht so entscheidend und wichtig bei uns wie in manchen anderen Sportarten", sagte Vettel. Generell gelte: "Wenn man gut genug ist, ist man auch noch jung genug. Umgekehrt gilt: Wenn man gut genug ist, ist man nicht zu jung."

Darüber hinaus biete sein Alter durchaus Luxus, so Vettel. "Man bewertet Dinge mit ein bisschen mehr Abstand und fällt nicht so schnell ein Urteil." Das Lob von Mick Schumacher, dass er für ihn ein eben solches Vorbild sei, wie Vettel es damals in Micks Vater Michael Schumacher gesehen hätte, ehre ihn. Was er zudem im Laufe der Jahre festgestellt habe: Es gibt zeitlose Werte wie Respekt, Ehrlichkeit, Anstand und Empathie. "Wir werden immer miteinander zu tun haben als Menschen, egal in welcher Umgebung." Dabei sei ihm im Laufe seiner Karriere klar geworden: "Ich habe vor zehn Jahren als Anfang 20-Jähriger viele Dinge nicht so wahrgenommen wie heute. Die eigene Wahrnehmung hat sich mehr verändert als das Umfeld."

Karriereende ist kein Thema

Auf die Frage, was fünf Ferrari-Jahre - in Anführung - im echten Menschenleben seien, antwortete Vettel: "Wenn jemand mit Leidenschaft seinen Beruf verfolgt, sind das genauso fünf Jahre wie bei mir. Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, dass mir fünf Jahre geraubt wurden." Er habe sehr viel dazugelernt, und das Team sei gereift. "Ich hoffe nur, dass es nicht noch fünf Jahre dauert, bis wir ernten können", so Vettel.

Im Teamduell mit dem zehn Jahre jüngeren Neuzugang Charles Leclerc liegt Vettel vor dem Finale in Abu Dhabi an diesem Wochenende hinten. Leclerc gewann zwei Rennen und hat als WM-Vierter 249 Punkte. Vettel schaffte nur einen Sieg, ist Fünfter mit 230 Zählern. Sein Vertrag ist noch eine weitere Saison gültig. Über ein vorzeitiges Karriereende habe er "noch nicht konkret" nachgedacht. "Und ich habe auch nicht vor, in absehbarer Zeit zurückzutreten, mir macht das Rennfahren sehr viel Spaß."

Quelle: ntv.de, ara/dpa