Formel1

Gute und weniger gute Vorzeichen Vettels Quali-Coup kann für Qualen sorgen

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Sebastian Vettel will angreifen. Zunächst aber droht ihm mächtig Stress.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Sebastian Vettel geht beim Grand Prix von Portugal so weit vorne ins Rennen, wie seit knapp einem Jahr nicht mehr. Der Pilot selbst bewertet die Ausgangsposition betont nüchtern, Startplatz zehn hat auch tatsächlich Nachteile. Vettel will aber angreifen - und muss es auch.

Platz 10 in der Qualifikation zum Großen Preis von Portugal war für Sebastian Vettel nach den Trainings-Eindrücken eine positive Überraschung, der viermalige Formel-1-Weltmeister hatte vorher in 15 Versuchen hintereinander den Einzug in Q3, den letzten Abschnitt des Qualifyings verpasst. Nun klappte es mal wieder. Kann Vettel die gute Leistung am Sonntag (ab 16 Uhr/Sky und im Liveticker auf ntv.de) in die ersten WM-Punkte für Aston Martin ummünzen? Einfach wird es nicht. Vettels Ausgangslage scheint zwar vielversprechend, hat aber auch Nachteile.

Der Nachteil: Vettel muss in Portimao auf den weichen Reifen loslegen, während seine Konkurrenten auf den Plätzen hinter ihm die Pneus frei auswählen dürfen. Wie schon im vergangenen Jahr, scheint auch diesmal der gelbe "Medium" in Portimao über die Distanz die bessere Wahl zu sein als der rote "Soft".

Im Rennverlauf werden die Teams - sollte es keine Zwischenfälle geben - nach dem ersten Drittel auf die harten Reifen wechseln und mit diesen den Grand Prix beenden. Und dieses erste Drittel könnte für Vettel zu einer Qual werden: Machen die Soft-Pneus schnell schlapp, haben die härter bereiften Rivalen gute Chancen, den F1-Routinier zu überholen. Vettel muss also sanft und mit Köpfchen fahren. Die weichen Gummis möglichst lange am Leben halten und dabei so wenig Plätze verlieren wie möglich, lautet die Devise.

Soft-Vorteil beim Start

Einen kleinen Vorteil bieten die weichen Walzen Vettel aber auch: Durch ihren erhöhten mechanischen Grip zu Beginn hat Vettel am Start einen Vorteil gegenüber der Medium-Konkurrenz. Sollte er diesen nicht nutzen, um ein paar Plätze zu gewinnen und sich nach hinten ein Polster zu verschaffen, erwartet ihn das schon beschriebene, schwere erste Drittel auf den anfälligeren Soft.

Ein weiterer Nachteil für Vettel: Sein Aston Martin zählt an diesem Wochenende zu den eher langsameren Autos auf den Geraden. Auf der einen Kilometer langen Start/Ziel-Passage könnte er ein leichtes Opfer sein. Vettel selbst ordnete seine beste Ausgangsposition seit Silverstone im Juli 2020 betont nüchtern ein: "Es gibt noch sehr viel für uns zu lernen mit dem Auto. Es bringt uns in eine bessere Ausgangsposition, das ist die Hauptsache. Da können wir besser attackieren. Wir werden auf jeden Fall angreifen."

Sein Ziel ist klar, hatte Vettel schon zu Beginn des Rennwochenendes dem britischen "Guardian" gesagt: "Ich möchte ganz vorne stehen, denn ich war schon so oft dort und ich habe gelernt, es zu genießen." Wenn allerdings wie im Moment "ein Top-Ten-Platz unser Maximum ist, dann fahre ich dafür." Durch die nach den Trainingseindrücken überraschend gute Ausgangsposition, ist ein Platz in den Top 10 erstmals ein realistisches Ziel. "Ich habe das Gefühl, dass mein Fahrstil gut und stark ist, aber vielleicht nicht so konstant und auf dem Level, auf dem ich ihn haben möchte. Ich brauche noch etwas mehr Zeit im Auto und im Team."

Vettel hatte bei den ersten beiden Grand-Prix-Einsätzen für sein neues Team die Punkteränge klar verpasst. In den Qualifyings und den Rennen in Bahrain und Imola musste er sich zudem als 18. und 13. seinem Teamkollegen Lance Stroll geschlagen geben. Nun schlug er den Kollegen erstmals. Stroll war bereits in Q1 ausgeschieden.

Gutes Renntempo bei Vettel

Mut fürs Rennen macht die starke Pace, die Vettel am Freitag bei den Fahrten mit vollem Tank zeigte. Auch im Qualifying sei die Pace "ganz gut" gewesen, sagte Vettel. Bei den Longruns war er vor allem zum Ende hin deutlich schneller als Teamkollege Lance Stroll. Das deutet auf eine deutlich geringere Reifenabnutzung hin. Das könnte den Nachteil in puncto Reifenstrategie wettmachen.

Wie immer in der Formel 1 gilt aber: Ein Safety-Car oder Regen und die Sache sieht schon wieder komplett anders aus. Schauer sind für den Rennsonntag allerdings nahezu ausgeschlossen.

Quelle: ntv.de, ter

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