Fußball-EM

Saka, Sancho und Rashford Englands Fehlschützen rassistisch beleidigt

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Den entscheidenden Elfmeter vergab er, dennoch spielte Bukayo Saka eine starke EM.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Im Finale der Fußball-Europameisterschaft vergeben im Elfmeterschießen gleich fünf Schützen. Der letzte von ihnen ist der 19-jährige Bukayo Saka. Was er und die anderen beiden Fehlschützen danach in den sozialen Netzwerken erleben müssen, ist erschreckend.

Englands letzter Elfmeter-Fehlschütze Bukayo Saka ist in den sozialen Medien nach dem verlorenen EM-Finale gegen Italien von einer Minderheit kleingeistiger Fußballfans rassistisch beleidigt worden. Unter dem jüngsten Instagrampost des 19-Jährigen vom FC Arsenal fanden sich umgehend Dutzende Kommentare, deren Inhalt übelste Beleidigungen und Verwünschungen waren.

Sehr deutlich in der Überzahl waren allerdings aufbauende Kurznachrichten an den jungen Flügelstürmer, der ein gutes Turnier gespielt hatte. "Kopf hoch, Kumpel, du bist so jung, niemand macht dir einen Vorwurf. Du bist ein Riesentalent", schrieb ein User und setzte ein Herz dahinter.

Neben Saka hatten auch Marcus Rashford und Jadon Sancho, der von Borussia Dortmund zu Manchester United wechselt, verschossen. Beide hatte Teammanager Gareth Southgate in der 120. Minute als vermeintlich sichere Schützen eigens eingewechselt. Wie der britische "Guardian" berichtete, wurden auch Sancho und Rashford rassistisch beleidigt. Der englische Fußballverband FA verurteile das "abscheuliche Verhalten", heißt es weiter. Auch die Polizei werde Ermittlungen aufnehmen. Zudem wurde die Regierung aufgefordert, endlich die nötigen Gesetze zu verabschieden, um mit Beleidigungen im Netz Schluss machen zu können.

Hoher Besuch nach dem Spiel

Hohen Besuch gab es derweil nach der Partie. Der britische Prinz William schaute nach dem verlorenen EM-Finale in der Kabine vorbei. "Er war in der Kabine und hat ihnen gedankt für ihren Einsatz", sagte Trainer Gareth Southgate nach der 2:3-Niederlage im Elfmeterschießen. Southgate berichtete von Niedergeschlagenheit und einer "sehr ruhigen" Atmosphäre in der Umkleide des Wembley-Stadions. "Sie können sich vorstellen, wie es dort aussieht", sagte der 50-Jährige.

Dennoch ist Southgate stolz auf seine Spieler. "Sie haben mehr geschafft, als jedes andere englische Team in 55 Jahren. Sie sollten dieses Turnier mit erhobenen Köpfen verlassen." Die Three Lions hatten gegen die Italiener ihr erstes großes Finale seit 1966 erreicht, waren aber wie schon oft in der Vergangenheit im Elfmeterschießen gescheitert.

"Die Elfmeterschützen waren meine Entscheidung, das machen nicht die Spieler", nahm Southgate seine Fehlschützen in Schutz. "Für die Spieler ist es herzzerreißend, aber sie trifft keine Schuld daran, es war meine Entscheidung als Trainer."

Quelle: ntv.de, ses/sid/dpa

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