Fußball-EM

Del Bosque hält zu seinem Torwart Sexskandal um De Gea beschäftigt Politik

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Angeblich in Missbrauchs-Skandal verwickelt: Fliegt De Gea aus dem Team?

(Foto: imago/Agencia EFE)

Die Vorwürfe kommen zur Unzeit. Spaniens Nationaltorwart David de Gea soll in einen Pornoring oder Schlimmeres verwickelt sein. Eine Lüge, dementiert De Gea die Vorwürfe - und bekommt Rückendeckung von seinem Trainer und vom Innenminister.

Die Sexskandal-Schlagzeilen um Spaniens Nationaltorhüter David de Gea beschäftigen im Land des EM-Titelverteidigers auch die hohe Politik. Er vertraue darauf, dass die Affäre "auf keinen Fall die Leistung der Nationalelf beeinflussen" werde, erklärte der geschäftsführende Innenminister Jorge Fernández Díaz.

"Spanien hat die beiden letzten Europameisterschaften gewonnen und ich hoffe, dass der spanische Fußball auch in Frankreich wieder triumphieren wird", sagte Díaz am Rande einer Wahlkampf-Veranstaltung in Sant Pau d'Ordal bei Barcelona. Der Politiker der konservativen Volkspartei (PP) betonte, es müsse sowohl bei de Gea als auch bei zwei weiteren mutmaßlich verwickelten Profis das Unschuldsprinzip gelten.

Zuvor hatte Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque bereits betont, dass er trotz der schweren Anschuldigungen an seinem Torhüter festhalte. "Wir werden ihn voll unterstützen und ihm unsere Zuneigung schenken", sagte del Bosque.

Er sei von den Vorwürfen "überrascht" worden, aber inzwischen beruhigt. Die Aussagen De Geas, der am Freitagabend vehement seine Unschuld beteuerte, seien "glaubwürdig", sagte del Bosque im Trainingslager des Titelverteidigers auf der Ile de Ré vor der französischen Westküste.

Laut einem Bericht des Nachrichtenportals "El Diario" soll De Gea vor vier Jahren gemeinsam mit dem zurzeit wegen diverser Delikte angeklagten Porno-Produzenten "Torbe" eine Feier arrangiert haben, auf der es zu sexuellen Übergriffen gegen zwei Frauen gekommen sein soll. Dies geht aus der polizeilichen Aussage eines geschützten Zeugen im Prozess gegen "Torbe" hervor, die "El Diario" am Freitag in Auszügen auf seiner Homepage veröffentlichte. De Gea selbst soll an der Party nicht teilgenommen haben.

De Geas Anwälte übernehmen

"Wer mich gut kennt, der weiß, dass das nicht wahr ist", sagte der Profi von Manchester United und bezeichnete die Anschuldigungen als eine "Lüge". Er sei genauso überrascht gewesen wie alle anderen. Die Affäre werde ihn "nur stärker" machen, sagte De Gea und gab die Sache in die Hände seiner Anwälte.

Ob De Gea beim spanischen EM-Auftakt gegen Tschechien am Montag (15.00 Uhr/ in der ARD und im Liveticker bei n-tv.de) zwischen den Pfosten stehen wird, ließ del Bosque offen. "Das kann ich jetzt noch nicht sagen", meinte der 65-Jährige. De Gea (9 Länderspiele) hatte bislang beste Karten, erstmals als Nummer eins in ein großes Turnier zu starten und Iker Casillas (135 Länderspiele) zu verdrängen.

Beschuldigt ist unter anderem auch De Geas damaliger U21-Nationalmannschaftskollege Iker Muniain vom spanischen Erstligisten Athletic Bilbao. Auch der 23-Jährige wies in einer ersten Reaktion jegliche Schuld von sich. Die Anschuldigungen gegen seine Person seien "absolut falsch", schrieb Muniain bei Twitter.

Quelle: n-tv.de, dsi/sid/dpa

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