Fußball

Sieg bei Lok im kalten Moskau Bayer 04 darf vom Achtelfinale träumen

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Geht doch: Die Leverkusener freuen sich, weil Rifat Schemaletdinow von Lokomotive Moskau ins eigene Tor getroffen hat.

(Foto: REUTERS)

Bei eisigen Temperaturen gelingt den Fußballern von Bayer 04 Leverkusen ein Sieg bei Lokomotive Moskau. Das Überwintern zumindest in der Europaliga ist gesichert. Ob es am Ende gar für das Achtelfinale der Champions League reicht, hängt allerdings nicht alleine vom Bundesligisten ab.

Ein erneutes Eigentor-Geschenk und der erste Europacup-Treffer von Routinier Sven Bender haben Bayer 04 Leverkusen im Jubiläums-Spiel die Europaliga-Teilnahme als Trost gesichert. Der Fußball-Bundesligist gewann in seinem 100. Champions-League-Spiel mit 2:0 (1:0) vor 25.757 Zuschauern bei Lokomotive Moskau und hat den dritten Platz in der Gruppe damit sicher. Leverkusen geht mit drei Punkten Vorsprung auf Moskau in das letzte Gruppenspiel gegen Juventus Turin am 11. Dezember  und ist wegen des gewonnenen Direktvergleichs trotz der 1:2-Heimniederlage vom russischen Pokalsieger um den deutschen Weltmeister Benedikt Höwedes nicht mehr zu verdrängen.

Moskau - Leverkusen 0:2

Tore: 0:1 Schemaletdinow (11., Eigentor), 0:2 Sven Bender (54.)
Lokomotive Moskau: Guilherme - Ignatiew, Corluka, Höwedes, Ribus - Kritschowiak, Barinow - Schemaletdinow (65. Kulikow), Anton Mirantschuk - Aleksei Mirantschuk, Eder (78. Smolow). - Trainer: Semin
Bayer 04 Leverkusen: Hradecky - Retsos, Tah, Sven Bender, Wendell - Aranguiz, Demirbay (90. Lars Bender) - Bellarabi (77. Alario), Diaby - Volland, Bailey (46. Baumgartlinger). - Trainer: Bosz
Schiedsrichter: Michael Oliver (England)
Zuschauer: 25.757 im Lokomotive-Stadion

Ob Bayer 04 noch eine Chance auf das Achtelfinale in der Champions League hat, entscheidet sich erst beim Spiel zwischen Juve und Atlético Madrid (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Bei minus drei Grad - befürchtet waren bis zu minus zehn - sorgte der von Mitspieler Eder angeschossene Rifat Schemaletdinow mit einem kuriosen Eigentor für Leverkusens Führungstor in der elften Minute.

Beim vierten Treffer in dieser Königsklassen-Saison profitierte Bayer somit zum dritten Mal von einem Missgeschick eines Gegenspielers. Im Hinspiel hatte Höwedes ein Selbsttor erzielt, beim 2:1 gegen Atlético Madrids Thomas. Der seit Wochen starke Ex-Nationalspieler Bender legte mit seinem Premieren-Tor im 53. Europacup-Spiel das 2:0 nach (54.).

Viele Fehler, harte Attacken

Die frühe Führung brachte nur kurzzeitig Ruhe in die Defensive der Rheinländer. Charles Aranguiz, Jonathan Tah, Panagiotis Retsos oder Wendell wackelten. Die beste Chance der Hausherren vor dem Seitenwechsel machte Torwart Lukasz Hradecky zunichte, als er einen Schuss von Anton Mirantschuk aus kurzer Distanz parierte (26.) In der Offensive präsentierten sich die Leverkusener, bei denen der Franzose Moussa Diaby zunächst den Platz des verletzten Kai Havertz auf der Zehner-Position einnahm, deutlich besser und kamen durch Kerem Demirbay (15.), Donovan Bailey (34.), Karim Bellarabi (40.) und Kapitän Kevin Volland in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts zu guten Möglichkeiten.

Doch die letzte Entschlossenheit fehlte dem Bundesligisten in einer von Fehlern auf beiden Seiten, aber auch von harten Attacken geprägten Partie. Genau die zeigte Bender, als er kurz nach dem Seitenwechsel mit einer technisch perfekten Volleyabnahme nach Aranguiz' Zuspiel erhöhte. Positiv machte sich die Hereinnahme von Julian Baumgartlinger für Bailey im zweiten Abschnitt bemerkbar. Der Österreicher sorgte im defensiven Mittelfeld für Stabilität. Die Russen bauten mehr und mehr ab, Bayer kontrollierte die Partie lange, geriet aber in der Schlussphase wieder unter Druck.

Quelle: ntv.de, Holger Schmidt und Martin Beils, dpa