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Auf ein Neues: Trainer Sandro Schwarz.
Auf ein Neues: Trainer Sandro Schwarz.(Foto: imago/DeFodi)
Samstag, 11. August 2018

Bundesliga-Check: Mainz 05: Endlich wieder ein gallisches Dorf sein

Von Michael Bauer

Gras fressen und sich auf dem Platz zerreißen. Das haben sich die Fußballer des FSV Mainz für die Bundesliga-Saison vorgenommen. Fast DFB-like präsentieren sie einen Marketingslogan: "Unser Traum lebt" - und zwar der vom Klassenerhalt.

Der selbsternannte Karnevalsverein hat für die kommende Jubiläums-Saison in der Fußball-Bundesliga - zehn Jahre in Folge erstklassig - eine neues Motto ausgerufen. "Unser Traum lebt" klingt ähnlich hohl wie die letzten Marketing-Raketen des DFB, hat bei Mainz aber einen historischen Hintergrund, wie der kaufmännische Vorstand Jens Hoffmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärte: "Wir wollen sicher dieses Gefühl wiederbeleben, das Mainz 05 vor 15 Jahren beim ersten Aufstieg getragen hat." Zusammen mit den Fans wolle man wieder zeigen, dass der Verein Ecken und Kanten hat und sich wieder wie das "gallische Dorf" präsentiert, das er in den ersten Bundesligajahren verkörpert hat.

Was gibt's Neues?

Kam für acht Millionen Euro von Olympique Lyon: Jean-Philippe Mateta.
Kam für acht Millionen Euro von Olympique Lyon: Jean-Philippe Mateta.(Foto: imago/Jan Huebner)

Aber auch beim Personal hat sich bei den Mainzern einiges getan. Zwar hatte Trainer Sandro Schwarz gegen Ende der vergangenen Saison immer wieder betont, einen Riesenumbruch werde es nicht geben. Den gab es dann aber doch. Suat Serdar, Abdou Diallo, Yoshinori Muto, Pablo de Blasis, Giulio Donati, die zuvor verliehenen Kenan Kodro und Jonas Lössl konnte der Klub zu Geld machen, bei Leon Balogun und Nigel de Jong lief der Vertrag aus. Das Geld, vor allem die 28 Millionen Euro, die Borussia Dortmund für Innenverteidiger Diallo bezahlt hat, reinvestierte der Klub in junge Talente wie Jean-Philippe Mateta, Pierre Kunde und Moussa Niakhaté. Manager Rouven Schröder hat eine kleine französische Community im Verein aufgebaut - rund um Mittelfeldspieler Jean-Philippe Gbamin, der geblieben ist.

Auf wen kommt es an?

Gbamin ist auch in der kommenden Saison ein Schlüssel im Spiel der 05er, aber auch auf seinen Partner auf der Doppelsechs kommt es an. Denn so richtig guten Fußball spielten die Mainzer in den Saisons, in denen die beiden Abräumer funktionierten und harmonierten. In der letzten Spielzeit gönnte sich der ehemalige Bochumer Danny Latza eine schöpferische Pause. Mit Muto hat der beste Knipser der vergangenen Jahre den Verein - geplanterweise - Richtung England verlassen, der Druck lastet nun auf dem hochbegabten Mateta. Der französische U-Nationalspieler hat dazu noch den Stempel "Rekordtransfer" aufgedrückt bekommen, spielte dafür in den Vorbereitungsspielen aber locker auf.

Was fehlt?

Eine echte Kreativabteilung haben die Mainzer nicht. Dem Spiel fehlen fußballerisch oft die Überraschungsmomente. Alexandru Maxim ist zwar so ein technisch beschlagener Zehner mit dem gewissen Etwas - nur davon war in Mainz bislang nichts zu sehen. Vielleicht kommt das auch nur so wenig zur Geltung, weil das Spielsystem den Mann hinten der Spitzen in ein laufintensives Korsett zwingt. Yunus Malli, mittlerweile in Wolfsburg, zählte in seiner Zeit bei den 05ern zu den laufstärksten Akteuren und konnte erst spät Kreativität und Arbeit gegen den Ball produktiv umsetzen. Davon ist Maxim aber meilenweit entfernt. Neben dem Kreativproblem muss die Schwarz-Elf in dieser Saison gegen ein weiteres Manko ankämpfen.

Trainer und Team haben zwar stets eine gute Vorbereitung auf den Gegner und einen Matchplan, aber funktioniert der nicht, fällt es der Mannschaft schwer, umzudenken. Plan B zeichnete sich zuletzt durch verzweifelte hohe Bälle in die Spitze aus und führte eigentlich nie zu etwas Zählbarem.

Wie lautet das Saisonziel?

Wie in jedem Jahr bleibt der Klassenerhalt das Primärziel der Mainzer. Nach der fußballerisch schwachen Vorsaison wäre alles andere auch vermessen. Daneben wollen sie das zeigen, was im Saisonfinish die Rettung gebracht hatte - hohe Laufbereitschaft und schnelles Umschaltspiel.

Die Prognose von n-tv.de

Nicht abzusteigen - das ist das realistische Ziel. Und das werden die Mainzer auch erreichen. Zum Auftakt empfangen sie am 26. August den VfB Stuttgart. Das erste Pflichtspiel steht im DFB-Pokal bei Zweitligist Erzgebirge Aue am 18. August an.

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Quelle: n-tv.de