Fußball

Herzinfarkt bei Gegenspieler Ex-Bayern-Star hilft, ein Leben zu retten

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James Rodriguez machte im entscheidenden Moment alles richtig.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

James Rodriguez befindet sich sportlich nicht gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere, doch bei einem Spiel der katarischen Liga ist er zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Bei einem dramatischen medizinischen Zwischenfall tut er im entscheidenden Moment genau das Richtige.

James Rodriguez ist ein hochdekorierter Fußballstar: Der Kolumbianer gewann zweimal die Champions League mit Real Madrid, mit dem FC Bayern wurde er deutscher Meister, 2014 wurde er Torschützenkönig der Weltmeisterschaft. In seiner Heimat ist er ein Superstar. Neuerdings ist der 30-Jährige offenbar etwas noch Größeres: In einem Ligaspiel rettete er einem Gegenspieler wohl das Leben.

Rodriguez, dessen Karriere längst arg ins Stocken geraten ist und ihn in die katarische Liga geführt hat, war kurz vor Ende der ersten Halbzeit im Spiel seines Klubs Al-Rayyan gegen Al-Wakrah Zeuge eines medizinischen Dramas geworden: Der Malier Ousmane Coulibaly war auf dem Platz kollabiert und lag danach regungslos auf dem Rücken. Der ehemalige Nationalspieler hatte einen Herzinfarkt erlitten.

Rodriguez war sofort zu Coulibaly geeilt, um sich um den Gegenspieler zu kümmern. Offenbar leistete der Kolumbianer dabei entscheidende Arbeit für das Leben Coulibalys: Al-Rayyan verkündete via Twitter, dass Rodriguez "den wichtigen Schritt unternahm, den Kopf von Ousmane Coulibaly gleich nach seinem Zusammenbruch so zu positionieren, dass der richtig atmen konnte." Dies habe der Teamarzt Al-Wakrahs bestätigt. Anschließend waren Sanitäter auf das Feld geeilt und setzten die von Rodriguez eingeleiteten Maßnahmen fort.

Das Drama weckte unschöne Erinnerungen an den Dänen Christian Eriksen, der bei der EM gegen Finnland zusammengebrochen war und wiederbelebt werden musste. Auch der Argentinier Sergio "Kun" Agüero vom FC Barcelona beendete jüngst wegen seiner Herzprobleme mit 33 Jahren die Karriere als Profifußballer.

Start in Katar läuft durchwachsen

Ein Sprecher von Al-Wakrah hatte nach dem Spiel mitgeteilt, Coulibaly sei bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht worden. Mittlerweile sei sein Zustand stabil, teilte dessen Frau auf Instagram mit. Die abgebrochene Partie war bereits am Montag zu Ende gespielt worden: Bei Al-Rayyans 3:0 erzielte der erfolgreiche Ersthelfer zwei Tore und bereitete ein weiteres vor.

Rodriguez hatte ab 2017 für zwei Jahre auf Leihbasis für den FC Bayern in der Bundesliga gespielt und einen überaus durchwachsenen Eindruck hinterlassen: Anfangs noch durchaus gefällig, verschwand der brillante Fußballer schnell in den hinteren Reihen des Münchener Spieltagskaders, immer wieder hatte der Hochveranlagte Disziplinprobleme. 2019 entschloss sich der Klub, die Kaufoption in Höhe von 42 Millionen Euro nicht zu ziehen und den Spieler zurück zu Real Madrid zu schicken.

Rodriguez war erst im September vom FC Everton nach Katar gewechselt, nachdem sich der Offensivspieler in der Premier League aufs Abstellgleis manövriert hatte. Dem Offensivspieler, für den Real Madrid nach seiner triumphalen WM 2014 75 Millionen Euro bezahlt hatte, rief sein ehemaliger Coach Rafa Benitez noch wenig Schmeichelhaftes hinterher: "James präferiert Geld und ein komfortables Leben. Das ist ihm wichtiger als der Wettkampf und der Erfolg im Fußball."

Auch in Katar sorgte er lange für negative Schlagzeilen: Sportlich lief es alles andere als berauschend, schon in seinem dritten Spiel kassierte der einstige Münchener einen Platzverweis. Aufsehen erregte er zuletzt mehr durch seine blau gefärbten Haare als durch große Fußballkunst. Nun aber brillierte der Angreifer gleich doppelt: als Fußballer und als Lebensretter.

Quelle: ntv.de, ter

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