Fußball

"Medizinischer Notfall" bei Fan Harits späte Genialität berauscht Schalke

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Armine Harit lässt den FC Schalke 04 spät jubeln und sich selbst feiern.

(Foto: imago images/Moritz Müller)

Per Traumtor gleicht der FSV Mainz 05 das Bundesliga-Duell beim FC Schalke 04 aus. Und per erneutem Traumtor werden die Mainzer kurz vor dem Ende doch noch ernüchtert. Den Sprung an die Tabellenspitze verpassen die Königsblauen dennoch knapp.

Mit dem dritten Sieg in Folge hat der FC Schalke 04 den Aufschwung unter seinem neuen Trainer David Wagner fortgesetzt, den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga aber verpasst. Der Beinahe-Absteiger der Vorsaison bezwang den FSV Mainz 05 nach erneut starker Leistung zwar mit 2:1 (1:0). Um zumindest für eine Nacht erstmals seit April 2010 auf Platz eins zu klettern, fehlten allerdings zwei Tore.

Schalke - Mainz 05 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Serdar (36.), 1:1 Onisiwo (74.), 2:1 Harit (89.)
FC Schalke 04:
Nübel - Kenny, Stambouli, Salif  Sane, Oczipka - Serdar (60. Uth), Mascarell - Caligiuri, McKennie  (76. Nastasic), Harit - Burgstaller (81. Kutucu); Trainer: Wagner.
1. FSV Mainz: Zentner - Brosinski, St. Juste, Niakhate, Martin - Malong  (58. Baku) - Latza (58. Maxim), Boetius, Fernandes - Szalai (71.  Onisiwo), Quaison; Trainer: Schwarz.
Schiedsrichter: Schlager (Hügelsheim)
Zuschauer: 58.687

Suat Serdar brachte die Gelsenkirchener in der 36. Minute in Führung, Amine Harit (89.) sorgte mit einem  Last-Minute-Treffer für die Entscheidung für Schalke, die mit zehn Punkten mit Spitzenreiter RB Leipzig gleichzogen. 9:1 Tore aus den jüngsten drei Spielen reichten aber nicht, um an den Sachsen vorbeizuziehen. Für die Gäste hatte Joker Karim Onisiwo (74.) ausgeglichen. Mainz steckt dagegen nach der vierten Niederlage im fünften Spiel im Tabellenkeller fest. "Wir sind nicht so oft in die gefährliche Zone gekommen, haben aber ein gutes Spiel gemacht", sagte Onisiwo bei DAZN.

Gegenüber dem 5:1 beim SC Paderborn hatte Trainer David Wagner, von 1991 bis 1995 Zweitliga-Profi in Mainz, seine Startelf auf einer Position verändert. Für Nationalspieler Mark Uth, der sein Comeback nach fünfmonatiger Verletzungspause gegeben hatte, rückte der Amerikaner Weston McKennie ins Team. 05-Coach Sandro Schwarz hielt an Ersatztorwart Robin Zentner, der beim 2:1 gegen Hertha BSC überzeugt hatte, fest. Stammkeeper Florian Müller saß nach überstandener Handverletzung auf der Bank.

Traumtor kontert Traumtor

Die Königsblauen machten direkt da weiter, wo sie am Sonntag in Paderborn aufgehört hatten. Frühe Balleroberung, schnelles Direktspiel - die Gastgeber begannen selbstbewusst und dominant. Allerdings: Gefährlich vor das Mainzer Tor gelangten sie zunächst nicht, weil der letzte Pass oft zu ungenau war. Mitte der ersten Halbzeit wurde es plötzlich still in der Arena. Schalker und Mainzer Fans stellten ihre Anfeuerungsrufe ein, weil es einen medizinischen Notfall gab, wie Schalke per Twitter mitteilte.

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Die Gastgeber ließen sich von der fehlenden Unterstützung aber nicht aus dem Tritt bringen. Nach einem maßgenauen Zuspiel von Amine Harit erzielte Serdar die verdiente Führung. Die Tormusik wurde aber nur leise eingespielt, der Jubel der Fans war verhalten. Fünf Minuten vor der Pause sangen die Anhänger wieder, und Guido Burgstaller hätte beinahe ein Traumtor erzielt: Der Fallrückzieher des Österreichers verfehlte nur knapp das Tor (41.).

Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Gäste ihre Offensivbemühungen. Die beste Chance hatte aber Burgstaller mit einem Kopfball (63.). Mainz drückte auf den Ausgleich, Schalke ging die Genauigkeit im Passspiel verloren. Onisiwo glich mit einem traumhaften Drehschuss ins lange Eck aus, ehe Harit mit einem genialen Außenristschlenzer die Entscheidung gelang.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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