Fußball

Tönnies-Firma zahlt Millionen Schalke bekommt finanzielle Soforthilfe

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Maskottchen Erwin hat schon bessere Tage erlebt.

(Foto: Maik Hölter/TEAM2sportphoto)

Der FC Schalke ist in Not, nicht nur sportlich, auch finanziell. Um diese Not zu lindern, verstärkt der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sein Sponsoring beim Tabellenletzten. Anders als noch vor einigen Wochen fordert er diesmal aber keine Absolution in Form eines einstimmigen Votums.

Der frühere Aufsichtsratschef Clemens Tönnies verstärkt in der Krise sein finanzielles Engagement beim Bundesliga-Abstiegskandidaten Schalke 04. Der Fleischwarenhersteller Böklunder, der über die Zur-Mühlen-Gruppe der milliardenschweren Tönnies Holding gehört, verlängerte den Sponsorenvertrag mit den Königsblauen laut der heutigen Vereinsmitteilung um drei Jahre bis zum 30. Juni 2024.

Sogar bis 2029 verlängerte ein weiterer Premium-Partner, der Personaldienstleister Stölting Service Group. Mit beiden Unternehmen wurden laut Schalke 04 "sofortige Sonderzahlungen vereinbart". Daraus ergibt sich für den Verein eine Linderung akuter Finanzsorgen.

"Das ist ein starkes Zeichen für den FC Schalke 04. Besonders wichtig ist mir dabei zu betonen, dass die Vereinbarung mit Böklunder an keinerlei Bedingungen oder zusätzliche Verpflichtungen geknüpft ist", sagte Marketingvorstand Alexander Jobst.

Es handle sich um "eine übliche Entscheidung in der Verantwortung des Vorstands und daher ein normales genehmigungspflichtiges Geschäft gegenüber dem Aufsichtsrat". Zuletzt hatte der Schalker Aufsichtsrat einem Hilfsangebot von Tönnies in Form einer Finanzspritze nicht mit der vom Unternehmer geforderten Einstimmigkeit zugestimmt.

Steckt Tönnies Eitelkeit dahinter?

Der Journalist, Filmemacher und Fan der Königsblauen Hubertus Koch hatte das Vorgehen des Ex-Klubchefs im Interview mit ntv scharf kritisiert: "Er will die Absolution erhalten", sagt Koch. Tönnies wolle nicht einfach nur dem Verein helfen, "sonst könnte er das Geld ja auch schenken oder aber müsste nicht irgendwelche Bedingungen stellen." Auch in den Kommentaren des "Kicker" und bei der "Sportschau" werden Eitelkeit und Inszenierung von Tönnies thematisiert.

Tönnies hatte seine Vereinsämter im Sommer nach 25 Jahren niedergelegt. Vorausgegangen war eine interne Drei-Monats-Sperre nach Beschluss des Ehrenrats aufgrund einer rassistischen Äußerung. Die Schalker drücken Verbindlichkeiten in Höhe von 240 Millionen Euro. Zudem hat der Klub eine Bürgschaft des Landes NRW erhalten.

Quelle: ntv.de, tsi/sid