Fußball

Ex-Fifa-Generalsekretär klagt Valcke sieht Menschenrechte missachtet

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Jerome Valcke 2015 als seine Welt noch in Ordnung war.

(Foto: imago/Russian Look)

Jerome Valcke ist viele Jahre eine der größten Nummern bei der Fifa, doch 2016 wird der Funktionär aufgrund einer langen Liste an schweren Verfehlungen gegen den Ethikkodex des Verbandes für zwölf Jahre gesperrt. Nach Niederlagen in zwei Instanzen macht der Franzose seinen Fall jetzt zur Menschenrechtssache.

Der frühere Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke kämpft weiter mit allen juristischen Mitteln gegen seine Zehn-Jahres-Sperre durch den Fußball-Weltverband. Nach Niederlagen sowohl vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas als auch danach vor dem Schweizer Bundesgericht hat der wegen schwerer Verstöße gegen den Fifa-Ethikcode aus dem Verkehr gezogene Franzose nun vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gegen sein bis 2025 gültiges Tätigkeitsverbot im Fußball geklagt. Valckes Anwalt Stephane Ceccaldi bestätigte der französischen Nachrichtenagentur AFP, dass der Einspruch bereits zu Monatsbeginn eingelegt worden ist.

Zehn Millionen Euro für private Zwecke

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Joseph Blatter holte Jerome Valcke in die Fifa-Führung.

(Foto: imago/Ulmer)

Valckes Verfehlungen hatte der Cas vor rund einem Jahr offengelegt. Aus der Begründung für die Abweisung der Klage der früheren Nummer zwei der Fifa hinter dem ebenfalls wegen Korruption gesperrten Ex-Boss Joseph S. Blatter ging hervor, dass Valcke in erheblichem Maße in den Schwarzmarkt-Ticketverkauf der WM-Endrunde 2014 in Brasilien verwickelt war. Auch hat er umgerechnet zehn Millionen Euro aus der Fifa-Kasse für Privatflüge und Luxusreisen ausgegeben und seinem Sohn durch Weitergabe von Insiderwissen einen Deal mit WM-Bezug in Höhe von gut 600.000 Euro zugespielt.

Der Ex-Funktionär hatte vor den Cas-Richtern als Grund für die enorm hohen Kosten unter anderem Privatflüge für sich, seine Familie und ein Kindermädchen zur WM-Qualifikationsauslosung nach St. Petersburg im Juli 2015 angegeben. Fifa-Präsident Joseph Blatter soll ihm dazu geraten haben, um der Gefahr einer Verhaftung zu entgehen. Wenige Wochen zuvor waren im Zuge der Ermittlungen der US-Justiz mehrere Fifa-Funktionäre in Zürich festgenommen worden.

Fifa forderte früh zum Kostensparen auf

Die Cas-Richter wiesen diese Erklärung als unzureichend für die Extrakosten zurück. Bereits im Jahr 2013 war Valcke per internem Fifa-Schreiben aufgefordert worden, "wann immer möglich kostensparende Alternativen" zu finden.

Valcke war von Juni 2007 bis Januar 2016 bei der Fifa angestellt, schon seine Berufung kam überraschend, da er ein Jahr zuvor durch einen juristisch anfechtbaren Sponsoren-Deal der Fifa einen Millionenschaden verursacht hatte. Im Zuge der diversen Fifa-Skandale, die auch Blatter zu Fall brachten, war Valcke im Sommer 2016 fristlos von der Fifa entlassen und von der Ethikkammer zunächst sogar für zwölf Jahre gesperrt worden. In zweiter Instanz war sein Strafmaß zwar um zwei Jahre reduziert worden, doch Valcke sieht sich offenkundig weiterhin zu Unrecht sanktioniert.

Quelle: n-tv.de, ter/dpa