Fußball

Zweifel an Fußball-Großspende Verteilen FC Bayern und Co. nur heiße Luft?

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BVB-Boss Watzke sagte, die Idee für den Hilfsfonds sei von Bayern-Chef Rummenigge: "Ehre, wem Ehre gebührt."

(Foto: imago/Norbert Schmidt)

Die vier deutschen Champions-League-Klubs stehen als große Gönner da: 20 Millionen Euro wollen sie den wegen der Coronavirus-Krise gebeutelten Fußballklubs spenden. Dabei ist nicht geklärt, ob die spendablen Vereine überhaupt über das Geld verfügen dürfen.

20 Millionen Euro, dieses viele Geld wollen die großen Klubs der Fußball-Bundesliga den kleineren aus Solidarität in der Coronavirus-Krise zur Verfügung stellen. Der FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen sowie RB Leipzig lassen sich für diese Nachricht als Gönner feiern. Doch womöglich ist das alles nur schöner Schein und es gibt diese Gelder gar nicht, berichtet "Der Spiegel".

In der von der DFL veröffentlichten Presseerklärung zur Spende hieß es: "Die vier Champions-League-Teilnehmer der aktuellen Saison verzichten zunächst auf ihren Anteil an noch nicht verteilten nationalen Medienerlösen der DFL in der kommenden Spielzeit. Dieser Betrag, der bei Anwendung des derzeitigen Verteiler-Schlüssels rund 12,5 Millionen Euro ausmachen würde, wird seitens der vier Klubs noch einmal um rund 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufgestockt." Welche "noch nicht verteilten nationalen Medienerlöse" das sein sollen, ist nicht weiter benannt. Am Ende jedenfalls stand die Spendensumme von 20 Millionen Euro. "Diese Aktion unterstreicht, dass Solidarität in der Bundesliga und 2. Bundesliga kein Lippenbekenntnis ist", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert laut Mitteilung.

Haben die Klubs überhaupt Anspruch aufs Geld?

Nun aber werde der Unmut laut, berichtet der "Spiegel", weil immer noch nicht geklärt ist, wo die 12,5 Millionen Euro herkommen sollen. Demnach würden einige Klubvertreter vermuten, dass Geld aus der DFL-Rücklage für Krisenzeiten von 2016 zum Einsatz kommen soll. Dafür hätten die spendablen Klubs allerdings den aktuellen TV-Gelder-Schlüssel angewandt, um ihren Anteil zu errechnen. Das soll Jan-Christan Dreesen, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, auf der DFL-Vollversammlung bestätigt haben - die Verteilung sei "im Geiste" erfolgt. Doch das wäre ein klassischer Bluff, da bislang kein Klub Anspruch auf das Geld hat - auch der FC Bayern nicht.

Von den damals frisch ausgehandelten Fernsehgeldern waren im Jahr 2016 insgesamt 50 Millionen Euro einbehalten worden - als Rücklage für "Sondersituationen". 45 Millionen Euro sind immer noch übrig, darüber informierte die DFL am 16. März. Dieses Geld soll nun über die offiziell noch laufende Saison verteilt werden - unter Rücksichtnahme eines besonderen Hinweises: "Dieser Sondertopf von 45 Millionen Euro könnte durch Beschluss des Präsidiums nach neuen Kriterien verteilt werden." Dem "Spiegel" zufolge hat es einen solchen Beschluss aber noch nicht gegeben - und damit ist ungeklärt, anhand welcher Kriterien die großen Klubs ihren Anteil berechnet haben. Womöglich stehen dem FC Bayern und Co. gar nicht 12,5 Millionen Euro zu.

Fest steht derzeit nur, dass die 45 Millionen Euro Rücklagen verfügbar sind. Sie könnten die Folgen der Pandemie für die Klubs abmildern. Dafür würden sie auf die 36 Profiklubs verteilt werden. Aber ob die vier Champions-League-Teilnehmer dann wirklich 12,5 Millionen Euro zusammenstellen können, ist unklar.

Quelle: ntv.de, ara