Fußball

"Gemeinsame Entscheidung" WM-Held Götze verlässt Borussia Dortmund

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Mario Götze wird sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Wohin es den WM-Siegtorschützen zieht, ist noch nicht bekannt.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Es hatte sich angekündigt, nun ist es definitiv: Mario Götze wird Borussia Dortmund im Sommer verlassen. Damit geht im Sommer ein unbefriedigendes Comeback schon wieder zu Ende.

Die Wege von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund und WM-Held Mario Götze werden sich im Sommer trennen. "Wir werden die Zusammenarbeit mit Mario Götze im Sommer beenden. Es ist eine gemeinsame Entscheidung nach einem sauberen Gespräch. Mario ist ein richtig guter Junge", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg bei Sky. Beide Seiten seien in einer Situation, "die nicht unbedingt  zufriedenstellend ist. Und dann ist es denke ich normal, dass er sich eine neue Aufgabe sucht", so Zorc. Der Vertrag des Offensivspielers läuft Ende Juni aus.

Der Abschied des Ex-Münchners Götze hatte sich in den vergangenen Wochen immer deutlicher angedeutet, der Siegtorschütze 2014 im WM-Endspiel in Rio de Janeiro im Maracana-Stadion gegen Argentinien hatte sich keinen Stammplatz bei den Schwarz-Gelben erkämpfen können. Trainer Lucien Favre hatte erst am Freitag betont, dass es für Götze schwer sei, einen Platz im Spielsystem der Borussia zu finden.

Zu teuer für einen Ergänzungsspieler

"Wir spielen momentan 3-4-3. Und ich habe ihm klar gesagt, dass das nicht das ideale System für ihn ist. Da muss man die Wahrheit sagen." Im Derby gegen den FC Schalke 04 musste Favre gleich fünf Spieler ersetzen, Götze kam aber dennoch erst auf den Platz, als das Spiel schon entschieden war. Auch gegen den VfL Wolfsburg sitzt er nur auf der Bank.

Schon im März hieß es, dass der Abschied des 27-Jährigen im Sommer beschlossene Sache sei. Einer der Gründe sei, dass Götze bei seinem Jahresgehalt in Höhe von rund zehn Millionen Euro machen wollte, wie die "Bild"-Zeitung schrieb. Viel zu viel für einen, der sportlich schon im zweiten Jahr in Folge keine tragende Rolle mehr spielte.

Wohin es Götze ziehen wird, ist noch nicht bekannt. Im März, so heißt es, lagen zwei Angebote aus der Bundesliga auf dem Tisch. Schon im Winter hatte der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann den 63-maligen Nationalspieler für einen Transfer zu Hertha BSC begeistern wollen, wie Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz bestätigte. Der Plan scheiterte aber früh: "Er hat ihn schlichtweg nicht ans Telefon bekommen", sagte Preetz über Klinsmanns Bemühungen.

Götze soll "in dieser Saison noch wichtig werden"

Erledigt hat sich das Thema damit aber nicht. Laut den "Ruhr Nachrichten" sollen sich die Berliner auch nach der Ära Klinsmann noch weiter mit dem Noch-ein-bisschen-Dortmunder beschäftigt haben. Anfang Mai hatte der "Kicker" von Interessenten aus Frankreichs Ligue 1 berichtet, Paris Saint-Germain soll einer der Interessenten sein.

Doch daran glaubt zumindest Lothar Matthäus nicht: "Ich gehe davon aus, dass die Spitzenvereine nicht auf Mario Götze warten. Ich glaube, er muss kleine Brötchen backen - sowohl vom Verein als auch vom Gehalt", kommentierte der Weltmeister von 1990 und heutige TV-Experte Lothar schon im April in einem Sky-Podcast.

Götze sei ein sehr  verdienter Spieler der Borussia, "er kommt aus unserer eigenen  Jugend", sagt Zorc. 2009 hatte der damals 17-Jährige sein Bundesligadebüt gefeiert, 2011 und 2012 wurde er unter Jürgen Klopp mit dem BVB Deutscher Meister. 2013 wechselte Götze für 37 Millionen Euro zum FC Bayern München, der Transfer wurde damals unmittelbar vor dem Champions-League-Halbfinal-Hinspiel des BVB gegen Real Madrid verkündet.

Doch beim Rekordmeister wurde Götze trotz drei Meistertiteln nie richtig glücklich, 2016 kehrte er schließlich zum BVB zurück. Nun geht das zweite Gastspiel leise zu Ende. Und völlig unbefriedigend. Auch wenn Zorc tapfer erklärte, er glaube, "dass Mario in dieser Saison für uns noch wichtig wird."

Quelle: ntv.de, ter/dpa