Fußball

Beim BVB wird's nichts mehr Plötzlich öffnet sich der Königsweg für Götze

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In Italien scheint Mario Götze noch ein gefragter Mann zu sein.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Noch immer ist nicht offiziell verkündet, dass Mario Götze den BVB im Sommer verlässt. Doch es wird so kommen. Sein Vertrag läuft aus. Die Verhandlungen stocken. Seine sportliche Rolle ist kaum bedeutend. Aber was kommt dann?

Über Mario Götze wird sehr viel gesprochen. Und vieles von dem, was da so erzählt wird, taugt nicht einmal für die Kategorie "Unnützes Wissen". So erzählt seine Frau Ann-Kathrin, die Influencerin (eine genaue Jobbeschreibung finden Sie hier), dass der Fußballer von Borussia Dortmund "total verrückt nach Interieur" ist. Und das sich sein Geschmack in der mittlerweile neunjährigen Beziehung verändert habe. Was man übrigens auch erfährt, ist: Ann-Kathrin Götze wohnt nicht nur in dem gemeinsamen Haus in Dortmund, sondern hat auch eine Wohnung in Düsseldorf - Kategorie "ach, egal".

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Dabei ist vielen Menschen ganz und gar nicht egal, wie sich die Zukunft des 27-Jährigen gestaltet. Sportlich wird sie nicht in Dortmund liegen. Auch, wenn das bislang niemand offiziell bestätigt hat. Aber die Indizienlage gegen einen Verbleib ist zu erdrückend: Der Vertrag des Offensivspielers läuft aus. Die Verhandlungen stocken, wohl auch, weil Götze keinen Gehaltsverzicht akzeptieren will. Mit derzeit etwa acht Millionen Euro pro Jahr, so berichtet es die "Sport Bild", gehört er zu den bestbezahlten Profis beim BVB - mit 501 gespielten Ligaminuten allerdings auch zu den am wenigsten benötigten.

Und was nun? Was kommt nach dem Ende des Vertrags? Ein Verbleib in Deutschland? Nee, eher nicht. Bayer Leverkusen, das mit dem Spieler in Verbindung gebracht worden war, hat schnell und höflich abgelehnt. Und die Hertha aus Berlin war wohl nur so lange bemüht, wie Jürgen Klinsmann Trainer war. Also nicht sehr lange. Und sollte der Spieler auch nicht bereit sein, ein weniger sehr gut bezahltes Angebot zu unterschreiben (was angesichts von Corona und den unklaren Folgen mutig wäre), dann bleibt in der Bundesliga nichts mehr übrig. Denn dass er zum FC Bayern zurückkehrt, dem immer noch mächtigsten Klub, ist noch unwahrscheinlicher, als das der BVB plötzlich sagt: ach komm, bleib doch einfach.

Eher Vereine der "Kategorie B"?

Richtig lukrative Optionen auf internationalem Top-Niveau für Götze erwartet kaum noch jemand. Auch, wenn sein Name immer noch den weltmeistermachenden Klang besitzt - beladen indes mit einer schweren Bürde: "Zeig' der Welt, dass Du besser bist als Messi." Es ist ein Tor, ein Satz, eine Erinnerung, die den Spieler bis heute aufwertet, die noch immer hohe Erwartungen schüren. Zu hohe, wie selbst Löw, der Messi-Satz-Urheber, mittlerweile einräumte. Denn es sind Erwartungen, die Götze eigentlich nie erfüllen konnte. Weder bei der WM 2014 vor seinem unvergesslichen Tor. Weder beim FC Bayern, wo er zwischen 2013 und 2016 von Saison zu Saison abbaute. Noch bei seiner Rückkehr zu den Dortmundern.

Immer wieder wurde der Offensivspieler auch von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen. Am heftigsten wohl durch seine Stoffwechselerkrankung in der Rückrunde der Saison 2016/17, die ihn körperlich entmachtete. Nach einer ewig langen Erholungsphase kehrte er zurück, erlebte in der Rückrunde der vergangenen Saison gar ein überraschendes Zwischenhoch. Eine nachhaltige Rückkehr in die internationale Top-Klasse gelang ihm allerdings nicht.

Auch darüber wurde in den vergangenen Tagen sehr viel gesprochen. "Ich gehe davon aus, dass die Spitzenvereine nicht auf Götze warten. Ich glaube, er muss kleine Brötchen backen - sowohl vom Verein als auch vom Gehalt", kommentierte etwa Lothar Mattäus in einem Sky-Podcast. Ähnlich wie Matthäus sieht auch Michael Rummenigge die Zukunft von Götze eher bei Vereinen "der Kategorie B". Das schrieb der ehemalige Dortmunder Stürmer in seiner Kolumne für "Sportbuzzer". Rummenigge denke da "an Klubs der Größenordnung Everton, West Ham oder italienische Mittelklasse-Vereine".

"Liegt an ihm, seine Karriere zu retten"

Und er schickt Götze noch eine gut gemeinte und sehr dringliche Empfehlung hinterher: Der solle "diesen ganzen Mist in den sozialen Netzwerken lassen und sich allein auf den Sport konzentrieren. Wenn ich ihn manchmal bei Instagram sehe, frage ich mich, ob das noch ein Fußballer ist oder eher ein Show-Talent." Er müsse jetzt "kapieren, dass es an ihm selbst liegt, seine Karriere zu retten und zu einem versöhnlichen Ende zu bringen".

Nun, in welche Kategorie die stark besetzte und Champions-League-ambitionierte AS Rom fällt, das darf sich nun jeder selbst überlegen. Götze natürlich auch. Und er wird das auch ausgiebig tun, denn der Klub aus der Serie A ist wohl sehr interessiert, wie die Zeitung "Corriere dello Sport" wissen will. Sportdirektor Gianluca Petrachi soll bereits Kontakt zu Götze aufgenommen haben. Erste konkrete Gespräche sollen in den kommenden Wochen stattfinden. Wie Sky berichtet, sollen aber auch Inter Mailand und Stadtrivale AC - der lehnte einen Wechsel im Winter wegen der üppigen Gehaltsforderung offenbar noch ab - im Verteiler sein.

Bei allen Vereinen wäre der 27-Jährige als Mann fürs offensive Mittelfeld eingeplant. Die perfekte Rolle für den mittlerweile nicht mehr so dynamischen aber technisch immer noch überragenden und sehr spielintelligenten Götze, wie unser ntv.de-Taktikexperte Constantin Eckner schon vor ein paar Monaten analysiert hatte. Auch die Serie A würde dem Dortmunder wegen des etwas langsameren Spieltempos in der Liga entgegenkommen. Ein Wechsel nach Italien, es wäre für den WM-Helden der Königsweg, urteilte Eckner.

Und so ein Umzug hat ja auch immer etwas für sich: Ein neues Heim muss mit ganz viel neuem Interieur eingerichtet werden. Und das nicht nur für zwei, sondern für drei. Denn die Götzes erwarten Nachwuchs. Ann-Kathrin hat das erzählt. Kategorie "Glückwunsch".

Quelle: ntv.de