Olympia

Judoka verweigert Kampf Algerier sorgt für Skandal bei Olympia

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Fethi Nourine verweigert seinen Kampf - und wird suspendiert.

(Foto: REUTERS)

Die Olympischen Spiele sind gerade erst eröffnet, schon gibt es den ersten sportlichen Eklat. Ein algerischer Judoka zieht lieber seine Teilnahme zurück, als gegen einen Israeli kämpfen zu müssen. Er wird daraufhin suspendiert und auch vom eigenen Verband abgewatscht.

Der algerische Judoka Fethi Nourine hat bei den Olympischen Spielen in Tokio für einen Skandal gesorgt. Der 30-Jährige zog seine Teilnahme in der Klasse bis 73 Kilogramm zurück, um im Falle eines Auftaktsieges nicht in der zweiten Runde gegen den Israeli Tohar Butbul antreten zu müssen. Der Judo-Weltverband (IJF) suspendierte daraufhin Nourine sowie seinen Trainer Amar Benikhlef vorläufig und leitete weitere Ermittlungen ein. Eine Disziplinarkommission solle nun über weitere Folgen entscheiden.

Nourine und Benikhlef hatten ihre Entscheidung einem algerischen Fernsehsender mitgeteilt und mit ihrer politischen Unterstützung für Palästina begründet. "Wir haben viel gearbeitet, um die Olympischen Spiele zu erreichen, (...) aber die palästinensische Sache ist größer als all das", sagte er. Benikhlef sagte algerischen Medien: "Wir hatten kein Glück bei der Auslosung." Eine Normalisierung der Beziehung zu Israel lehne das Land ab. "Wir haben die richtige Entscheidung getroffen", betonte Yekhlef.

Der Weltverband erklärte, die Aussagen von Nourine und seinem Coach stünden "in totalem Gegensatz zur Philosophie" des Judo-Verbandes. Judo basiere auf Solidarität, Respekt und Freundschaft, jede Form der Diskriminierung könne daher nicht toleriert werden. Das Olympische Komitee Algeriens entschied laut IJF, dem Duo die Akkreditierung zu entziehen, beide nach Hause zu schicken und will ebenfalls Sanktionen prüfen. Bereits bei der WM 2019 hatte sich Nourine geweigert, gegen Butbul anzutreten.

Nicht der erste Fall

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Solche Fälle sind im Judo keine Seltenheit. Die IJF hatte den Iran im April wegen einer identischen Aktion für vier Jahre gesperrt. Bei der WM vor zwei Jahren wurde der damalige Iraner Saeid Mollaei von seinem Verband durch Drohungen gegen ihn und seine Familie dazu gezwungen, absichtlich zu verlieren, um im Finale nicht gegen Sagi Muki aus Israel antreten zu müssen. Der Weltverband sperrte den Iran für vier Jahre, der Iran ist damit bei diesen Olympischen Spielen im Judo nicht vertreten.

Mollaei suchte nach dem Vorfall erst Asyl in Deutschland und trat international unter der Flagge des Flüchtlingsteams an. Im Dezember 2019 wurde er in der Mongolei eingebürgert, für die Mollaei in Tokio in der Klasse bis 81 Kilogramm auf der Matte steht.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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