Technik

Cyber-Angriff "WannaCry" Hacker waren womöglich Amateure

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Der britische Virus "WannaCry" hatte Hunderttausende Computer in 150 Ländern blockiert.

(Foto: REUTERS)

Die Schadsoftware "WannaCry" ist gestoppt. Doch noch immer rätseln Analysten, wer für die Cyber-Attacke verantwortlich ist. Zuletzt wurde Nordkorea verdächtigt hinter dem Angriff zu stecken. Doch IT-Experten entdecken zu viele Amateur-Fehler.

Die weltweite Cyber-Attacke "WannaCry" ist laut Experten möglicherweise wegen einiger Amateur-Fehler der Angreifer vergleichsweise glimpflich verlaufen. "Die Gruppierung dahinter hat offenbar nicht viel Erfahrung", sagt der IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer aus Karlsruhe. "Die Attacke hatte Schwachstellen, die jetzt aber auch von der guten Seite ausgenutzt werden können."

Auch das Magazin "Wired" weist darauf hin, dass eine Reihe von Programmierfehlern die Erpressungssoftware nach Einschätzung von Analysten ausgebremst haben dürfte. So hatte das Schadprogramm, das Hacker vor einigen Wochen vom US-Geheimdienst NSA entwendet und veröffentlicht hatten, einen eingebauten "Ausschaltknopf", der den Infektionsweg stoppen konnte. Ein britischer IT-Spezialist hatte ihn gefunden und so am Wochenende die weitere Ausbreitung beendet.

Auch das vergleichsweise geringe Lösegeld, dass die Angreifer über die digitale Währung Bitcoin vermutlich eingestrichen haben, gilt als Indiz für mangelnde Professionalität. Dieser Punkt könnte auch gegen Vermutungen sprechen, Nordkorea stecke hinter der Attacke. "Kim Jong Un will Milliarden bewegen und sich nicht tröpfchenweise ernähren", sagte Fischer.

IT-Sicherheitsexperten von Symantec und Kaspersky waren auf Ähnlichkeiten von "WannaCry" und früheren Schadcodes gestoßen, die unter anderem für einen Angriff gegen Sony Pictures Entertainment vor rund drei Jahren verwendet wurden. Analysen der Attacken hatten die Vermutung nahegelegt, dass die Spur nach Nordkorea führen könnte. Die für die Angriffe genutzten Werkzeuge seien jedoch allesamt im Internet für alle verfügbar, sagte Fischer.

Quelle: ntv.de, vck/dpa

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