Technik

Jetzt aber wirklich Oneplus 5T - endlich Flaggschiff-Killer

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Das Oneplus 5T (vorne) sieht fast genauso aus wie sein Vorgänger.

(Foto: jwa)

Mit dem Oneplus 5T gelingt dem chinesischen Hersteller, was beim 5 nur fast gelang: Das Smartphone ist in allen Belangen technisch spitze und sieht mit dem neuen Display auch topaktuell aus. Trotzdem gibt's noch kleine Haken.

Als Oneplus im Jahr 2014 mit seinem ersten Smartphone an den Start ging, hatte der chinesische Hersteller eine klare Botschaft: Die Firma trat als "Flaggschiff-Killer" auf, ihre Smartphones sollten die etablierten Hersteller das Fürchten lehren. Das ist auch heute noch so. Oneplus bietet starke Technik, schickes Design und gute Preise. Das im Sommer 2017 vorgestellte Oneplus 5 konnte dem Anspruch des Flaggschiff-Killers in fast jeder Kategorie gerecht werden. Trotzdem gibt's schon jetzt einen Nachfolger, der es nochmal besser machen soll: das Oneplus 5T.

Display größer und besser

Technische Daten

  • System: Android 7.1.1
  • Display: 6 Zoll, AMOLED, Full HD+ (2160x1080p)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 835
  • Arbeitsspeicher: 6/8 GB
  • Interner Speicher: 64/128 GB
  • Kamera: Dual-Kamera 16 MP, f/1.7 & 20 MP f/1.7
  • Frontkamera: 16 MP, f/2.0
  • Akku: 3300 mAh
  • LTE Cat. 12, WLAN ac, Bluetooth 5, NFC
  • USB 2.0, USB-C
  • Maße: 156,1 x 75 x 7,3 mm
  • Gewicht: 162 g

Technisch und optisch sind die Änderungen aber im Grunde minimal - das größere Display ist der sichtbarste Unterschied und wohl auch der Hauptgrund für die Neuauflage des nur wenige Monate alten Oneplus 5. Das hat nämlich noch ein Display im 16:9-Format, das 5T dagegen einen zeitgemäßen 2:1-Bildschirm, der einen Großteil der Front einnimmt und das 5T damit auch optisch auf eine Stufe mit den Top-Modellen von Samsung, LG und Google stellt. Im direkten Vergleich mit dem 5er wirkt das Display zudem etwas heller und kontrastreicher.

Die Hardware ist identisch zum Vorgänger: Der schnelle Snapdragon 835 und 6 oder 8 Gigabyte Arbeitsspeicher machen das 5T zum Leistungsbiest, entsprechend zackig und verzögerungsfrei gibt es sich im Alltag. Der interne Speicher ist wie beim Vorgänger 64 oder 128 Gigabyte groß. Auch Design und Haptik sind im Grunde identisch. Wenn man es in die Hand nimmt, fühlt man den Unterschied zum Vorgänger nicht, obwohl das Gehäuse etwas schwerer und minimal größer ist.

Immer noch hervorragend: Akkulaufzeit und Schnellladefunktion. Im normalen Betrieb hält das 5T wie sein Vorgänger anderthalb Tage locker durch. Mit dem Dash-Charge-Lader ist es zudem in einer Stunde wieder so gut wie voll - so schnell lädt kaum ein anderes aktuelles Smartphone. Allerdings klappt das nur mit dem beigelegten Ladegerät, das übrigens andere Smartphones deutlich langsamer lädt.  

Dual-Kamera ohne Tele-Linse

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Die Displays des Oneplus 5 und des 5T im Vergleich.

(Foto: jwa)

Wichtiger Unterschied: Der Fingerabdrucksensor sitzt jetzt hinten, dort ist er gut aufgehoben. Zusätzlich hat Oneplus beim 5T eine neuartige Gesichtserkennung umgesetzt. Die ist zwar nicht so sicher wie Apples Face ID, funktioniert aber in fast allen Situationen richtig gut und blitzschnell. Allerdings muss das Display erst aktiviert sein. So ergibt sich kaum ein Vorteil zum Fingerabdrucksensor, es sei denn, das Smartphone liegt auf dem Tisch und man hat in den Einstellungen festgelegt, dass man den Bildschirm per Doppeltipp aufs Display einschalten kann.

Die Dual-Kamera des 5T besteht nicht mehr aus einer Weitwinkel- und einer Tele-Linse, sondern aus zwei Linsen mit der gleichen Brennweite. Ein Sensor hat 20 Megapixel (MP), der andere 16 MP, beide eine Offenblende von f/1.7. Bei wenig Licht macht die Kamera tatsächlich etwas bessere Fotos, außerdem soll sie dank der zweiten Kamera das Bokeh für Porträts mit unscharfem Hintergrund besser hinbekommen. Der Effekt ist aber auch beim 5T nicht perfekt umgesetzt. Das 5er macht insgesamt bessere Porträts, weil es in diesem Modus automatisch zur Tele-Linse wechselt.

Kleine, sinnvolle Änderungen

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Das Oneplus 5T ist quasi gleichgroß wie sein Vorgänger.

(Foto: jwa)

Eine spürbare Verbesserung bringt die erneuerte Dual-Kamera damit kaum, vielmehr dürfte das Fehlen der Tele-Linse manchen Nutzer ärgern. Der direkte Vergleich zeigt: Fotos mit 2x-Zoom sehen auf dem Display des 5T zwar besser und kontrastreicher aus, sie sind aber auch stärker weichgezeichnet. Das vermindert zwar das Bildrauschen, lässt aber feine Details, Muster und Maserungen verschwinden.   

Die Kamera-App ist leicht abgeändert, auch an der Benutzeroberfläche OxygenOS hat Oneplus etwas geschraubt, ein entsprechendes Update für das Oneplus 5 gibt es noch nicht. Neu sind aber ohnehin nur Details: Beim 5T kann man zum Beispiel Apps wie Facebook, Twitter oder Whatsapp klonen und sie damit mit zwei Konten gleichzeitig nutzen - das ergibt Sinn, denn das 5T unterstützt Dual-SIM. Der Fingerabdrucksensor dient zudem als Auslöser für Fotos, ein Wisch darüber öffnet und schließt das Benachrichtigungsfenster.

Und wo ist der Haken?

Mit diesen Änderungen bei Hard- und Software hat Oneplus ein Ziel erreicht. Es hat ein gutes Smartphone noch besser gemacht. Doch die Verbesserungen fallen so klein aus, dass man sich zurecht fragen kann, ob Oneplus seinen Kunden damit nicht vor den Kopf stößt - wer will 2018 noch das Oneplus 6 kaufen, wenn fünf Monate später zum gleichen Preis das bessere 6T kommt?

An anderen Fronten, etwa bei Sicherheit, Privatsphäreschutz und schnellen Updates, bessert der Hersteller zudem nicht nach: Oneplus war in die Kritik geraten, weil es über eine Wartungs-App eine potenziell gefährliche Hintertür auf dem Smartphone offengelassen hatte. Außerdem kam heraus, dass der Hersteller über eine versteckte Software Nutzerdaten sammelt: Eine System-App sendet offenbar alle sechs Stunden Daten an einen Server in Singapur - wahrscheinlich, um Fehler und Abstürze zu protokollieren und das System zu verbessern, jedoch hinterm Rücken der Nutzer.

Außerdem macht Oneplus bei Googles Project Treble, das Software-Updates schnell und ohne Umweg über die Hersteller ermöglichen soll, nicht mit. All das wirft kein gutes Licht auf den Hersteller. Doch den Käufern ist das offenbar egal, die reißen laut Eigenaussage den Chinesen den Flaggschiff-Killer aus den Händen: Kein Oneplus-Modell verkaufte sich bisher so schnell.

Quelle: n-tv.de

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